
Persönlich kann König Alexander (Andrew Cooper) ja eher weniger mit Weihnachten anfangen. Wenn es nach ihm ginge, es bräuchte dieses ganze aufgeblasene Fest nicht. Da sein Königreich von seinem Großvater aber ausgerechnet an Weihnachten gegründet wurde, hat das Fest eine große Bedeutung. Es hilft also nichts, er muss da durch. Und weil er ein guter König sein will, soll seine Tochter Christina (India Fowler) ein Eislaufmärchen vorführen. Da trifft es sich doch gut, dass zur selben Zeit die Trainerin und Eislaufweltmeisterin Katie Hendriks (Merritt Patterson) im Land ist, für eine jährliche Eislaufshow. Sie soll mit Christina alles einstudieren. Katie lässt sich darauf auch ein und kommt dabei Alexander näher …
Weihnachten aus der TV-Fabrik
Auch wenn jedes Jahr reihenweise Weihnachtsfilme produziert werden und es inzwischen so viele gibt, dass man sie unmöglich alle anschauen kann, wird man bei Hallmark nicht müde, weitere auf den Markt zu bringen. Hierzulande ist der Name zwar weniger geläufig als in den USA, wo er quasi als Synonym für eben solche Filme gilt. Aber es schaffen doch immer mal wieder Titel aus dieser Festtagsfabrik zu uns. Da war beispielsweise Ein Weihnachtsgeheimnis über eine Ärztin, die es aufs Land zieht und sich dort in einen Handwerker verliebt. In Weihnachtsball im Wunderland folgen wir einer gescheiterten Malerin, die in der Heimat die Liebe wiederfindet. Und auch Weihnachten im Palast entstammt der unermüdlichen Hallmark-Werkstatt.
Dass diese Filme formelhaft ist, muss man nicht erst betonen. Das weiß das Publikum. Und zumindest der Zielgruppe ist das auch ziemlich egal. Und so setzt man hier auf diverse Klischees, von denen man weiß, dass sie immer funktionieren. Zu diesen zählt auch, dass eine Frau aus einfachen oder zumindest normalen Verhältnissen mit einem Adligen zusammenkommt. Dafür werden gern Thronfolger genommen. Bei Weihnachten im Palast ist es ein König, wenngleich ein recht junger, der auch erst seit wenigen Jahren auf dem Thron sitzt. Der Film kombiniert also den Glitzer von Weihnachten mit adligem Glamour. Schließlich mögen es die Zuschauer und Zuschauerinnen gern etwas schicker und überzogener, schöner und besser. Der Alltag darf gern draußen bleiben. Den hat man auch so oft genug.
Kitsch statt echter Gefühle
Das heißt nicht, dass es nicht auch mal tragisch werden darf. So leidet die Protagonistin unter dem Tod der Mutter, was zu Verlustängsten geführt hat. Natürlich bleibt Weihnachten im Palast dabei aber an der Oberfläche. Man darf hier nicht erwarten, dass sich der Film ernsthaft mit dem Thema auseinandersetzt. Schmerz und Leid sind hier genauso Dekor wie Lametta. Eigentlich ist es zynisch, wie der Tod hier instrumentalisiert wird, um daraus eine zuckrige Liebesgeschichte zu machen. Aber auch in der Hinsicht darf man nicht weiter nachdenken. Diese TV-Romanzen sind inhaltliche Wegwerfprodukte, bei denen das Gehirn Sendepause hat. Man geht hier direkt aufs Herz.
Ob der Film damit einen Treffer landet, hängt natürlich stark von den Zuschauern und Zuschauerinnen ab. Wer echte Gefühle sehen will, differenzierte Charaktere, bei denen man den Eindruck hat, es mit tatsächlichen Menschen zu tun zu haben, der ist hier völlig falsch. Die Figuren in Weihnachten im Palast sind wie der Rest auch hübsche Fassade. Dazu gibt es wie immer eine dicke Portion Kitsch, unter der dann alle narrativen Ansätze verschwinden. Wer Spaß hat an solchen Romanzen und nicht die Erwartung hat, dass es eine brauchbare Geschichte oder authentische Situationen gibt, darf den auch hier haben. Der Rest darf diese TV-Weihnachtsproduktion getrost ignorieren, die schon vergessen ist, noch bevor der Abspann begonnen hat.
OT: „Christmas at the Palace“
AT: „Der König und die Eisprinzessin“
Land: USA
Jahr: 2018
Regie: Peter Hewitt
Drehbuch: Rick Garman, Joie Botkin
Musik: Terry Frewer
Kamera: Lulu de Hillerin
Besetzung: Merritt Patterson, Andrew Cooper, Brittany Bristow, India Fowler, Nicholas Banks, Antonio Aakeel
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