Ostfriesensturm Tv Fernsehen ZDF Streamen online Mediathek Video on Demand DVD kaufen
© ZDF/Michael Ihle

Ostfriesensturm

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„Ostfriesensturm“ // Deutschland-Start: 2. Mai 2026 (ZDF)

Inhalt / Kritik

Der Schock ist groß, als die Leiche von Heiko Jansen in einer Ferienwohnung gefunden wird. Nicht nur, dass jemand den Lehrer ermordet hat. Zudem wurde sein Penis abgetrennt und ihm in den Mund gesteckt. Wer macht nur so etwas? Ann Kathrin Klaasen (Picco von Groote),  Frank Weller (Tom Radisch) und Rupert (Barnaby Metschurat) stehen vor einem Rätsel, haben ganz unterschiedliche Theorien zu Tatperson und Motiv. Als kurze Zeit später ein zweiter Mord geschieht und die Leiche gleichermaßen zur Schau gestellt wird, ist klar, dass da jemand einen Plan verfolgt. Auf der Suche nach Antworten erfahren die drei von dunklen Geheimnissen und Geschichten, die lange zurückliegen …

Zurück in die Vergangenheit

Eigentlich gehören die Ostfrieslandkrimis ja zu den beständigen Krimireihen im deutschen Fernsehen. Schließlich ermitteln immer dieselben Figuren. Da alle Filme auf Romanen von Klaus-Peter Wolf basieren, ist zudem für Kontinuität gesorgt. Und doch müssen sich Fans immer wieder auf Änderungen einstellen. So wurden die Hauptfiguren im Laufe der letzten Jahre mehrfach umbesetzt, was für Irritationen sorgen kann. Und dann wurde auch noch bei der Veröffentlichungsweise experimentiert. Nachdem jahrelang das ZDF einen neuen Film pro Jahr ausstrahlte, gab es 2025 gleich drei neue Filme. Ostfriesenfluch, Ostfriesenhölle und Ostfriesentotenstille wurden alle innerhalb eines Monats veröffentlicht – der erste wie gehabt im ZDF, die beiden anderen auf arte. Warum auch immer. Jetzt scheint es mit Ostfriesensturm, Teil 15 der Reihe, erstmal wieder normal weiterzugehen.

Wobei es zumindest eine Irritation gibt. So spielt der neueste Film der Reihe während der Corona-Pandemie. Das macht sich hier immer wieder bemerkbar, wenn auf den sonst gut gefüllten Stränden niemand mehr unterwegs ist. Ob man unbedingt sechs Jahre nach Beginn der Pandemie diese Zeit noch einmal porträtieren muss, ist fraglich – zumal das Bedürfnis an eine Erinnerung beim Publikum überschaubar sein dürfte. Inhaltlich ist diese Zeit zumindest teilweise für den Fall relevant. So stellt diese in Ostfriesensturm für den Killer ein Hindernis dar. Jemandem nahezukommen, um diesen umzubringen, ist zu Zeiten von Social Distancing nicht ganz einfach. Atmosphärisch passt das sowieso für eine Geschichte, die wie immer besonders düster sein soll.

Atmosphärisch mit inhaltlichen Schwächen

Es dauert jedoch eine Weile, bis überhaupt klar ist, was diese Geschichte sein soll. Wo sich die meisten Teile auf den direkten Fall konzentrieren, erzählt Ostfriesensturm mehrere Sachen parallel. Dass diese alle irgendwie in einem Zusammenhang stehen müssen, ist klar. Nur das „wie“ gibt Rätsel auf. Das soll aber nicht heißen, dass der Fall besonders mysteriös ist. Ungewohnt ist beispielsweise, dass der Killer relativ früh gezeigt wird, man sich also ein wenig von dem Whodunit-Prinzip löst. Und in mancher Hinsicht kann man zumindest ahnen, worum es geht. Aber manche Fragen werden erst spät beantwortet. Das hört sich komplex an, ist aber vielmehr überfrachtet, wenn man sich nicht ganz entscheiden konnte, wovon man denn nun erzählen will und ein bisschen wahllos zusammengetragen hat.

Das Ergebnis ist schon ganz ordentlich, besser als die Folge davor. So gefallen mal wieder die düster-idyllischen Aufnahmen, wenn hoch im Norden der Tod umgeht. Es ist nur nicht so wirklich rund. Neben der überfrachteten Geschichte ist auch das Tempo nicht geglückt, streckenweise zieht sich der Film schon. Zum Ende hin wird zwar deutlich mehr für die Spannung getan, es geht dann auch in Richtung Thriller. Aber es ist eben etwas ungleichmäßig geworden. Dass Ostfriesensturm noch einmal die paranormale Richtung einschlägt, hätte es auch nicht unbedingt gebraucht. Das ist eher albern als ergreifend. Glaubwürdig ist die TV-Produktion sowieso nicht, soll sie aber auch gar nicht sein. Hier ist mitfiebern angesagt – was mal besser, mal schlechter funktioniert.

Credits

OT: „Ostfriesensturm“
Land: Deutschland
Jahr: 2026
Regie: Marcus O. Rosenmüller
Drehbuch: Sönke Lars Neuwöhner, Sven S. Poser
Vorlage: Klaus-Peter Wolf
Musik: Boris Bojadzhiev, Lukas Kiedaisch
Kamera: Stefan Spreer
Besetzung: Picco von Groote, Tom Radisch, Barnaby Metschurat, Marie Schöneburg, Wolf Bachofner, Sofie Eifertinger, Andreas Euler, Jakob Diehl, Anja Schneider, Andreas Anke, Nadja Becker, Juri Winkler

Bilder

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Ostfriesensturm
fazit
„Ostfriesensturm“ handelt von einer brutalen Mordserie, die während Corona stattfindet. Visuell und atmosphärisch überzeugt das wieder, inhaltlich weniger. So ist die Geschichte schon ziemlich überfrachtet. Und auch beim Tempo gibt es Defizite, konstante Hochspannung ist da nicht angesagt.
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