
Wenn es um den Diebstahl wertvoller Objekte geht, macht Roger (Stanley Tucci) so schnell niemand etwas vor. Doch nun will der berüchtigte Meisterdieb sich an etwas so Großes heranwagen, dass er dadurch unsterblich würde: Er will die Mona Lisa stehlen. Dafür braucht er jedoch ein wenig Hilfe, weshalb er zwei weitere Leute rekrutiert, um ihn bei dem Coup zu unterstützen: Chiara (Simona Tabasco) und Jay (Victor Belmondo), die bei den Themen Cybersecurity und Sprengstoff jeweils Koryphäen sind. Die können kaum glauben, was ihnen Roger da anzubieten hat. Und doch ist das noch die kleinere der beiden Überraschungen, denn der Dieb eröffnet den beiden designierten Crewmitgliedern, dass sie nicht nur Geschwister sind – sondern auch seine Kinder …
Verbrechen im Kreis der Familie
Bei Amazon Prime Video setzt man immer wieder auf die Kombination von Komödie und Genreelementen. So nahm der Streamingdienst kürzlich die Horrorkomödie Der Tod ist mir lieber ins Programm auf, wo ein junger Mann damit leben lernen muss, ein Untoter zu sein. Bei Kill Jackie wird eine ehemalige Drogenschmugglerin, die jetzt mit Kunstwerken handelt, von ihrer Vergangenheit eingeholt. Nun steht mit Masterplan der nächste Titel an, der auf eine solche Kombination vertraut. Genauer haben wir es mit einem Heist Movie zu tun, der mit viel Humor aufbereitet wurde. Eine klassische Krimikomödie also, bei der das Publikum Spaß damit haben soll, wenn Leute einen großen Coup planen.
Die größte Eigenheit des Films ist dabei natürlich die Figurenkonstellation. Dass Familienmitglieder zusammen Verbrechen verüben, ist zwar nicht wirklich ungewöhnlich, da gibt es mehrere Beispiele. Bei Logan Lucky sind es sogar drei, wenn zwei Brüder und eine Schwester gemeinsame Sache machen. Bei Masterplan wird das aber insofern verkompliziert, da die drei Hauptfiguren sich zu Beginn überhaupt nicht kennen. Sie müssen sich also erst kennenlernen und eine Beziehung aufbauen, während sie an dem Coup arbeiten. Dass das nicht einfach ist, versteht sich von selbst, wenn das Private und das Berufliche sich überschneiden und alles noch ein ganzes Stück komplizierter wird, als es schon unter normalen Umständen wäre.
Zu wenig draus gemacht
Die Grundidee ist ganz gut. Allerdings holt Regisseur und Co-Autor Thomas Vincent (Role Play, Absturz ins Leben) nicht so wahnsinnig viel aus dem Szenario heraus. Grundsätzlich spielt das Ensemble zwar schon gut miteinander, weshalb es Spaß macht, ihnen dabei zuzusehen, wie sie sich an dem Raub versuchen. Das Drehbuch investiert aber relativ wenig Arbeit in die Entwicklung der Figuren und die Dynamik zwischen ihnen, weshalb sich da nicht so wahnsinnig viel tut. Das ist schade, weil Masterplan damit einiges an Potenzial verspielt. Zwar wird später noch mit einer Wendung gearbeitet, ein bisschen wird also schon versucht, etwas aus dem Ganzen zu machen. Es ist nur zu wenig, weshalb der Film etwas austauschbar ist.
An anderer Stelle ist da schon mehr los. Zum einen trumpft der Film mit einigen Settings auf. Zwar haben einige Hollywood-Großproduktionen in der Hinsicht noch mehr getan. Aber es reicht doch, um den Augen einiges zu bieten. Außerdem ist der Plan natürlich wahnsinnig. Wer kommt denn bitteschön auf die Idee, die Mona Lisa stehlen zu wollen? Der konkrete Plan ist dann aber doch nicht so interessant, wie sich das im Vorfeld angehört hat. Insgesamt kommt Masterplan dann auch trotz der guten Besetzung nicht über Durchschnitt hinaus. Wer zwischendrin wieder eine Krimikomödie braucht und eine Vorliebe hat für solche Heist Movies, kann es natürlich hiermit einmal versuchen. Man macht damit nicht wirklich etwas verkehrt. Aber es ist auch nicht so, als würde man wirklich etwas verpassen, wenn man die Zeit anderweitig nutzt.
OT: „Masterplan“
Land: Frankreich, Italien
Jahr: 2026
Regie: Thomas Vincent
Drehbuch: Thomas Vincent, David Wolstencroft
Musik: Polérik Rouvière
Kamera: Matteo Cocco
Besetzung: Stanley Tucci, Simona Tabasco, Victor Belmondo, Mark Ivanir
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