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Godzilla gegen Destoroyah

„Godzilla gegen Destoroyah“ // 30. Mai 2002 (DVD / Blu-ray)

Inhalt / Kritik

Bei einem Kontrollflug über Godzillas Insel fällt auf, dass dort eine gewaltige Explosion stattgefunden hat, welche die ganze Insel zerstört hat. Derweil taucht Godzilla vor der Küste Hongkongs auf, doch die Explosion ist nicht spurlos an der Riesenechse vorbeigegangen. Sein ganzer Körper scheint zu glühen und seine Körpertemperatur steigt mit jedem Tag weiter an. Schnell haben die Wissenschaftler eine Theorie: Bei der Explosion auf der Insel wurde so viel Radioaktivität freigesetzt, dass es bald zu einer Kernschmelze in Godzillas Herz kommen könnte. Die Folgen dieses Ereignisses wären verheerend und könnten den Untergang der Erde bedeuten.

Während die Regierung und das Militär Japans nach einer Lösung suchen, scheint für die Reporterin Yukari Yamane (Yoko Ishino) diese in der Vergangenheit zu liegen. Basierend auf der Forschung von Doktor Serizawa, dessen Oxygen Destroyer den Tod des ersten Godzillas bedeutete, hat Doktor Ijuin (Takuro Tatsumi) eine ähnliche Technologie entwickelt. Wie Serizawa zweifelt er jedoch daran, ob die Menschheit wirklich bereit ist für seine Forschung und deren mögliche Folgen. Gleichzeitig tauchen in Tokio seltsame Kreaturen auf, deren Entstehung offenbar mit dem Einsatz des Oxygen Destroyer vor vierzig Jahren zusammenhängt.

Die Kreaturen entwickeln sich rasend schnell und erreichen innerhalb kürzester Zeit eine gewaltige Größe. Schließlich entsteht aus ihnen ein Monster, das es selbst mit Godzilla aufnehmen kann. Ein Duell der beiden scheint unausweichlich – dieses Mal könnte es sogar eines sein, das über das Schicksal der Menschheit entscheidet.

Das Ende einer Ära

Godzilla gegen Destoroyah ist der Abschluss der Heisei-Ära des beliebten Godzilla-Franchises, die 1984 mit Godzilla – Die Rückkehr des Monsters begann. Auch wenn die Filme natürlich viele Gemeinsamkeiten mit denen der Showa-Ära hatten und alle auf die eine oder andere Weise von Ishiro Hondas Original von 1954 inspiriert waren, so hatte man das Gefühl, dass die Geschichte um die populäre Riesenechse allmählich ihren Zenit überschritten hatte. Regisseur Takao Okawara hatte bereits bei seiner Arbeit an Godzilla gegen Mechagodzilla bemerkt, dass es an der Zeit wäre, Godzilla ein würdiges Ende zu bereiten. Mit Godzilla gegen Destoroyah erfüllt sich gewissermaßen diese Hoffnung, denn der Film schließt nicht nur die sieben Filme der Heisei-Ära ab, sondern schlägt auch erzählerisch einen Bogen zu Hondas Werk und dessen Themen. Godzilla gegen Destoroyah mag seine Probleme haben, aber er liefert für Godzilla ein packendes Finale, das vor allem in Sachen Effekten einiges zu bieten hat.

Dass man Godzilla filmisch zu Grabe tragen wollte, war schon bei der Werbekampagne des japanischen Filmstudios Toho mehr als deutlich. Über viele Jahre hinweg hatte Godzilla einen Kultstatus weit über die Landesgrenzen Japans hinaus erlangt, weshalb Godzilla gegen Destoroyah teils eine Art Best-of ist, aber zugleich auch ein krönender, lauter Abschluss, der mit einem sehr denkwürdigen und ausgesprochen langen letzten Kampf der Riesenechse aufwartet. Noch einmal hinterlässt der Kaiju eine Schneise der Zerstörung – dieses Mal durch Hongkong und später durch Tokio –, aber es ist klar, dass dies der letzte Marsch des Monsters sein wird. Akira Ifukubes Musik untermalt die Bilder des Marsches durch die asiatischen Metropolen mit einer Mischung aus Wucht und Trauer, weil wir wissen, dass es mit ihm zu Ende geht – wie uns die menschlichen Charaktere immer wieder versichern.

Streng betrachtet ist dies auch ein generelles Manko von Godzilla gegen Destoroyah. Schon das erste Bild der bekannten Riesenechse impliziert dieses Ende – ein inneres Feuer in Godzilla scheint immer mehr von ihm Besitz zu ergreifen und ihn von innen aufzufressen. Dunkelrot glühende Linien und große, von einer an Lava erinnernden Masse überzogene Partien seines Panzers betonen die Finalität der Geschichte. Die eigentliche Spannung von Okawaras Film definiert sich jedoch nicht über das Los der Riesenechse, sondern über das der Menschen.

Das Erbe des Atoms

Mit Godzilla gegen Destoroyah schließt sich ein Kreis. Hondas Film erzählt von einem Monster, das aus der zerstörerischen Kraft des Atoms geboren wurde und nur durch eine weitere, ebenfalls sehr gefährliche Entwicklung besiegt werden kann. Die Zerstörung, die Godzilla hinterlässt, evoziert Bilder jener vernichtenden Kraft der Atombomben, und in Okawaras Film ist es nun so, dass die Riesenechse diese Zerstörung in sich trägt. Das Monster selbst ist zu einer wandernden Atombombe geworden, deren Explosion ebenfalls über das Los der gesamten Menschheit entscheidet. Über diesen erzählerischen Kniff will Okawara Spannung entwickeln, was Godzilla gegen Destoroyah bisweilen sehr bedrückend und beunruhigend werden lässt.

Darüber hinaus klingen die Themen aus Godzilla (1954) immer wieder an. Ijuin ist, wie Serizawa 40 Jahre zuvor, nicht sicher, ob er seine Entwicklung der Menschheit überlassen kann. Auch andere Figuren sind gegen den Einsatz seiner Erfindung gegen Godzilla, weil Ijuins Forschung sicherlich missbraucht werden oder gar noch größeres Unheil anrichten könnte, als es die Riesenechse je verursachen könnte.

Credits

OT: Gojira tai Desutoroia
Land: Japan
Jahr: 1995
Regie: Takao Okawara
Drehbuch: Kazuki Omori
Kamera: Yoshinori Sekiguchi
Musik: Akira Ifukube
Besetzung: Takuro Tatsumi, Yoko Ishino, Yasufumi Hayashi, Sayaka Osawa, Megumi Odaka, Masahiro Takashima, Momoko Kochi, Akira Nakao

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Godzilla gegen Destoroyah
fazit
"Godzilla gegen Destoroyah" ist ein packender und überraschend melancholischer Abschluss der Heisei-Ära. Takao Okawara inszeniert den letzten Kampf der Riesenechse als großes Effektspektakel, schlägt zugleich aber einen überzeugenden Bogen zurück zu Ishiro Hondas Original von 1954 und dessen Warnung vor den zerstörerischen Kräften des Atomzeitalters. Nicht alle erzählerischen Elemente funktionieren gleichermaßen gut, doch als Abschied von Godzilla entwickelt der Film eine Wucht und Tragik, die ihn zu einem der denkwürdigsten Beiträge des Franchises machen.
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