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Godzilla gegen Mechagodzilla

„Godzilla gegen Mechagodzilla“ // Deutschland-Start: 20. Dezember 1974 (Kino) // 25. November 2002 (DVD/ Blu-ray)

Inhalt / Kritik

Während der Arbeit an einem Projekt für die geplante Weltausstellung macht der Bauingenieur Keisuke Shimizu (Masaaki Daimon) eine ungewöhnliche Entdeckung. In einer Höhle auf Okinawa finden er und die Archäologin Saeko Kanagusuku (Reiko Tajima) neben einer Wandmalerei und einer Statue eine geheimnisvolle Inschrift. Diese prophezeit, dass ein Monster große Zerstörung über Japan bringen wird und nur zwei weitere Monster gemeinsam in der Lage sein werden, es aufzuhalten.

Unmittelbar nach ihrer Entdeckung scheint sich die Prophezeiung bereits zu erfüllen, denn Godzilla marschiert durch Japan und hinterlässt eine Schneise der Zerstörung. Als sich ihm jedoch ein weiterer Godzilla in den Weg stellt und es zum Kampf kommt, zeigt sich die Wahrheit: Unter der Haut des ersten Godzilla verbirgt sich ein Roboter, der mit zahlreichen Waffensystemen ausgestattet ist. Mit diesen gelingt es ihm, den echten Godzilla schwer zu verwunden, sodass dieser sich zurückzieht. Doch auch Mechagodzilla, wie der mechanische Doppelgänger genannt wird, trägt Schäden davon und muss den Kampf abbrechen.

Als eine Gruppe um Professor Hideto Miyajima (Akihiko Hirata) versucht, mehr über den neuen Gegner und eine Möglichkeit herauszufinden, ihn zu bekämpfen, kommt es zu einer überraschenden Entwicklung. Außerirdische Invasoren geben sich als die eigentlichen Angreifer zu erkennen und drohen damit, mithilfe Mechagodzillas noch weitaus größere Zerstörung über die Erde zu bringen. Miyajimas Gruppe macht sich auf die Suche nach der Basis der Außerirdischen auf Okinawa, während Keisuke und Saeko weiter die Prophezeiung erforschen und nach jenem zweiten Monster suchen, das gemeinsam mit Godzilla den Kampf gegen Mechagodzilla aufnehmen soll.

Godzillas Jubiläum

Zwanzig Jahre nachdem Regisseur Ishiro Honda mit Godzilla eines der berühmtesten Filmmonster geschaffen hatte, kam mit Godzilla gegen Mechagodzilla der vierzehnte Eintrag der erfolgreichen Filmreihe in die Kinos. Der in Deutschland auch unter dem Titel King Kong gegen Godzilla bekannte Film war vom Filmstudio Toho als eine Art Jubiläum für eines seiner kommerziell erfolgreichsten Franchises geplant. Zwar war dieser Erfolg längst nicht mehr so groß und auch die Budgets für die einzelnen Filme waren geschrumpft, doch mit Godzilla gegen Mechagodzilla wollte man an die Erfolge der Vorgängerwerke anknüpfen. Neben einem neuen Monster sollte Godzilla auch gegen einen neuen Gegner antreten, und schließlich wurde mit der Insel Okinawa ein interessantes, bislang noch unverbrauchtes Setting für die Filmreihe erschlossen.

Regisseur Jun Fukudas Godzilla gegen Mechagodzilla ist dementsprechend eine Mischung aus viel Bekanntem, aber auch einigen neuen Aspekten. Nach dem Original von 1954 hatte die Reihe immer mehr an Ernsthaftigkeit eingebüßt, weil man mit den Filmen vor allem ein jüngeres Publikum ansprechen wollte. Hiervon verabschiedet sich Fukuda teilweise, denn Godzilla gegen Mechagodzilla ist ein überraschend brutaler Film, bei dem besonders in den Kämpfen der Monster reichlich Blut fließt. Allein Mechagodzillas erster Kampf gegen Godzillas einstigen „Partner“ Anguirus weist gegen Ende einige Gewaltspitzen auf, die definitiv nicht zu einem jüngeren Zielpublikum passen. Auch an Godzilla selbst gehen die Kämpfe gegen sein technologisiertes Ebenbild nicht ohne sichtbare Spuren vorüber. Darüber hinaus gibt es in Fukudas Film reichlich Explosionen und andere Effekte zu sehen, was den Kämpfen zusätzliche Dynamik verleiht.

Eine weitere Komponente ist die erzählerische Verlagerung der Reihe. Während viele der Vorgängerfilme noch auf die Technologie- und Wissenschaftsskepsis von Hondas Original anspielten, nimmt nun gerade die Prophezeiung großen Raum ein. Neben der Einführung eines neuen Monsters nimmt Fukuda immer wieder Bezug auf Mythen und Traditionen Okinawas, das erst 1972 wieder an Japan zurückgegeben worden war. Diese Anleihen sind weitaus mehr als nur reines Dekor in Fukudas Film, wie man bei näherem Hinsehen erkennt.

Mit King Caesar führt der Film ein Monster ein, das eng mit der Geschichte und den Traditionen der Insel verbunden ist und erst durch ein Ritual erweckt werden muss. Damit bildet er einen deutlichen Gegenpol zu Mechagodzilla: Während King Caesar eine seine Stärke aus den Mythen und der kulturellen Vergangenheit Okinawas bezieht, steht der andere für eine von außen kommende, technologisch hochgerüstete Macht.

Perversion des Fortschritts

Zwar sind die Zweifel an Technologie und Wissenschaft aus der Handlung weitgehend verschwunden, als Thema sind sie jedoch nach wie vor präsent. Mechagodzilla repräsentiert eine pervertierte, technologisch hochgerüstete Variante des bekannten Monsters. Aus seinen Pranken schießen Raketen, und sein Energiestrahl ist weitaus zerstörerischer als der Godzillas, was vielleicht erklären mag, warum Fukudas Film um einiges brutaler ausfällt als die vorherigen Einträge der Reihe. Dass der Roboter dann auch noch als Instrument zur Unterjochung des Planeten genutzt wird, kann man als Erweiterung jener unheilvollen Prophezeiung sehen, von der in Godzilla gegen Mechagodzilla immer wieder die Rede ist.

Trotz all dieser interessanten Bezüge, Bilder und Effekte ist Godzilla gegen Mechagodzilla dennoch ein eher mittelmäßiger Eintrag in der Godzilla-Reihe. Das liegt zum einen an den schlichtweg zu zahlreichen Figuren, deren Rollen sich teilweise sogar überschneiden. Bei ihren Handlungssträngen wird man zudem das Gefühl nicht los, dass hier zwei unterschiedliche Narrative aufeinandertreffen. Einen großen Teil des Films nimmt darüber hinaus das Alien-Invasions-Narrativ ein, das leider noch schwächer ausfällt als in Godzilla und die Monster aus dem All.

Credits

OT: Gojira tai Mekagojira
Land:
Japan
Jahr:
1974
Regie:
Jun Fukuda
Drehbuch: Jun Fukuda, Masami Fukushima
Kamera: Yuzuru Aizawa
Musik: Masaru Sato
Besetzung: Goro Mutsumi, Kenji Sahara, Takayasu Torii, Shin Kishida, Akihiko Hirata, Masaaki Daimon, Kazuya Aoyama

Bilder

Trailer

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Godzilla gegen Mechagodzilla
fazit
"Godzilla gegen Mechagodzilla" ist ein interessanter, letztlich aber nur mittelmäßiger Eintrag in der langlebigen Filmreihe. Jun Fukuda verbindet die Mythen und Traditionen Okinawas mit dem technologischen Schrecken Mechagodzillas und inszeniert einige überraschend brutale und dynamische Monsterkämpfe. Zu viele Figuren, miteinander konkurrierende Handlungsstränge und eine wenig überzeugende Alien-Invasion verhindern jedoch, dass sich diese interessanten Ansätze zu einem stimmigen Ganzen verbinden.
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