
Nach außen hin sind die Owens eine ganz normale Familie. Tatsächlich verfügt sie aber über magische Kräfte, die Frauen sind als Hexen tätig. Das ist jedoch nicht zwangsläufig positiv. Schlimm genug, dass die Familie verfolgt wird. Ihre Vorfahrin Maria Owens belegte im akuten Liebeskummer sich selbst zudem mit einem Zauber, der sie daran hindern sollte, sich noch einmal zu verlieben. Seither liegt der Fluch auf der gesamten Familie und hat so manches Leben gekostet. Nachdem ihre Eltern diesem Fluch erlegen sind, ziehen die Schwestern Sally (Sandra Bullock) und Gillian (Nicole Kidman) zu ihren Tanten Bridget (Dianne Wiest) und Frances (Stockard Channing), die sie bei sich aufnehmen. Dort lernen sie auch mehr über die Magie, selbst wenn die Schwestern unterschiedlicher Ansicht sind, wie sie damit umgehen sollen. Dabei können sie diese gut gebrauchen, als Gillian mit dem gewalttätigen Jimmy Angelov (Goran Visnjic) zusammenkommt …
Aus Spaß an der Hexerei
Traditionell sind Hexen ja Schreckgestalten, die in Märchen oder auch Horrorfilmen die Hauptfiguren bedrohen. Dann und wann kommen aber auch Werke heraus, in denen die Hexen selbst die Hauptfiguren sind. Das ist dann gern mal mit Humor verbunden. Gerade erst kam die Horrorkomödie Forbidden Fruits in die Kinos, wo Angestellte eines Einkaufszentrums einen geheimen Hexenzirkel bilden. Familienfreundlicher war da schon Hocus Pocus, das 1993 an den Kinokassen baden ging, später aber Kultstatus erlang. Ein ähnliches Schicksal erlangte Zauberhafte Schwestern, das 1998 von der Tonalität her zwischen den beiden anderen genannten Filmen lag und zunächst auf wenig Resonanz stieß, trotz der prominenten Besetzung.
Ein Problem des Films könnte sein, dass er sich nicht so wirklich entscheiden kann, worum es eigentlich gehen soll. Während der Einstieg auf ein tragisches Drama schließen lässt und auch das Thema Gewalt in Beziehungen ein sehr ernstes ist, wird es später eher lustig. Gleichzeitig haben wir es aber mit einem Serienmörder zu tun, der auch nach dem Tod noch seiner Brutalität freien Lauf lassen möchte. Das ist dann eigentlich ein übernatürlicher Thriller, bei dem es zu einem ungleichen Kampf zwischen den Schwestern und dem Untoten kommt. Die Adaption des 1995 veröffentlichten Romans Practical Magic von Alice Hoffman wandelt auf diese Weise zwischen verschiedenen Genres, macht mal das eine, mal das andere. Am ehesten passt bei Zauberhafte Schwestern noch Fantasykomödie. Nur eben mit Einschränkungen.
Alles recht konfus
Ähnlich konfus ist die Geschichte. Schon die Art und Weise, wie ein Zauber, der vor der Liebe schützen soll, zu einem Familienfluch wird, ist wenig nachvollziehbar. Wie die Familie sich über Jahrhunderte fortpflanzen konnte, ist auch ein wenig fragwürdig. Später ist dann überhaupt nicht mehr klar, wie was warum funktioniert. Zauberhafte Schwestern lässt andauernd Dinge geschehen, ohne sich die Mühe zu machen, ein Konzept dazu zu entwickeln. Klar, bei Magie und Hexerei braucht man keinen Realismus zu erwarten. Das heißt aber nicht, dass Ereignisse beliebig sein dürfen. Die eine oder andere Regel wäre nicht verkehrt gewesen, um dem Ganzen eine Struktur und eine narrative Richtung zu geben. Vielleicht hätte man sich auch einfach auf ein Thema konzentrieren sollen, als so vieles drumherum zu konstruieren.
Das heißt aber nicht, dass man hiermit nicht seinen Spaß haben kann. Zwischendurch sind da schon Szenen, die zu unterhalten wissen. Dabei sind es gerade die beiden Tanten, die ihre Szenen an sich reißen und das komödiantische Potenzial dieses Kampfes ausnutzen. Umso bedauerlicher ist, wie der Film sie relativ früh wieder aus dem Spiel nimmt. Schauspielerisch überzeugt Zauberhafte Schwestern insgesamt, auch wenn das versammelte Talent nur zum Teil gezeigt werden darf. Allgemein wäre da sicher mehr drin gewesen. So reicht es zu einem schon irgendwie netten Film, der einzelne gute Szenen hat, aber nicht aus dem Mittelmaß herauskommt.
OT: „Practical Magic“
Land: USA
Jahr: 1998
Regie: Griffin Dunne
Drehbuch: Robin Swicord, Akiva Goldsman, Adam Brooks
Vorlage: Alice Hoffman
Musik: Alan Silvestri
Kamera: Andrew Dunn
Besetzung: Sandra Bullock, Nicole Kidman, Dianne Wiest, Stockard Channing, Aidan Quinn
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