
Andy (Bill Pullman) und Tracy Safian (Nicole Kidman) sind seit Kurzem verheiratet und genießen die Zweisamkeit. Aber da sind ein paar Punkte, die das junge Glück überschatten. Zum einen ist es in der letzten Zeit zu mehreren Vergewaltigungen von Studentinnen gekommen, die an Andys Universität studieren. Seine Versuche, für mehr Sicherheit zu sorgen, stoßen jedoch auf taube Ohren. Und dann ist da noch die Sache mit dem Geld, das Paar hat finanziell ein wenig zu kämpfen, weshalb die beiden darüber nachdenken, ein Stockwerk ihres Hauses zu vermieten. Da trifft es sich doch gut, dass Andy zufällig Dr. Jed Hill (Alec Baldwin) trifft, den neuen Chirurgen im örtlichen Krankenhaus. Denn beide gingen seinerzeit auf dieselbe High School. Zwar hatten sie damals nicht viel miteinander zu tun. Dennoch freut sich Andy ihn wiederzusehen und bietet ihm an, bei ihnen einzuziehen – ohne zu ahnen, dass das Verhältnis bald sehr viel komplizierter sein wird …
Thriller voller Wendungen
Manchmal dauert es ein wenig länger. Schon 1987 begannen die Planungen für den Film, der von einer wahren Geschichte inspiriert wurde und seinerzeit noch Damage heißen sollte. Doch anschließend dauerte es mehrere Jahre, bis daraus auch wirklich ein fertiger Film wurde. Zwischendurch gab es Probleme mit dem Drehbuch, mehrfach wurden die Autoren ausgetauscht. Erst 1993 kam der Thriller auf den Markt, jetzt unter dem Titel Malice – Eine Intrige. Die Wartezeit hatte sich für das Studio gelohnt, am Ende spielte der Film 60 Millionen US-Dollar ein – das Dreifache des Budgets. Qualitativ ist das jedoch weniger eindeutig zu beantworten. So waren die Kritiken seinerzeit durchwachsen. Aaron Sorkin, der für sein Drehbuch von The Social Network einen Oscar erhielt und anschließend noch mehrfach nominiert wurde, war auf seine Arbeit hier selbst nicht stolz.
Das kann man ihm nicht verdenken. Tatsächlich ist der Film inhaltlich mindestens fragwürdig, teilweise sogar eine regelrechte Katastrophe. So bleibt das Werk zwar durch zahlreiche Wendungen in Erinnerung, wenn die Geschichte mehrfach Haken schlägt und nicht immer den Weg nimmt, den man erwarten würde. Beispielsweise weckt Malice – Eine Intrige anfangs den Eindruck, dass die Sache mit dem Vergewaltiger, der auch mordet, ganz wichtig sein wird für die Geschichte. Ist sie aber nicht, das wirkt eher wie ein Fragment, das für einen ganz anderen Film gedacht war und nur versehentlich hier gelandet ist. Tatsächlich hätte man diesen Strang komplett rauslassen können, ohne dass es am Ende einen Unterschied gemacht hätte.
Bizarr bis bescheuert
Richtig bizarr ist aber das, was sich später als eigentliche Geschichte des Films herausstellt. Diese ist durchaus interessant und ist der Part, der auf einem wahren Kriminalfall basiert. Hätte sich Malice – Eine Intrige auf diesen Teil konzentriert, hätte der Thriller durchaus sehenswert sein können. Aus irgendeinem Grund meinte man aber, dass der Teil nicht ausreicht, weshalb er durch diverse andere Aspekte erweitert wurde, darunter das komplette Liebesdreieck. Das führte dazu, dass der Inhalt völlig überladen ist und sich der Film selbst im Weg steht. Glaubwürdigkeit sollte man dabei nicht erwarten. Tatsächlich ist das hier völlig bescheuert, vieles funktioniert einfach nicht und ergibt keinen Sinn.
Das ist schade, weil die Grundidee schon ziemlich gut ist. Und dann ist da noch die hochkarätige Besetzung, die im Film etwas mehr Bandbreite zeigen darf. So darf man die eigene Meinung der Figuren im Laufe der Geschichte mehrfach ändern, wenn neue Seiten an die Oberfläche kommen. Dass der Thriller seine Fans hat, das Publikum begeisterter war als die Kritiker, dürfte auch damit zusammenhängen. Grundsätzlich funktioniert Malice – Eine Intrige mehr als 30 Jahre später auch noch genauso gut wie damals. Oder eben genauso schlecht. Wie viel Spaß man hiermit hat, hängt letztendlich stark davon ab, ob man Wendungen als etwas grundsätzlich Positives ansieht. Ansonsten kommt man hier vor lauter Augenrollen kaum mehr dazu, sich den Film bis zum Ende anzuschauen.
OT: „Malice“
Land: USA
Jahr: 1993
Regie: Harold Becker
Drehbuch: Aaron Sorkin, Scott Frank
Musik: Jerry Goldsmith
Kamera: Gordon Willis
Besetzung: Alec Baldwin, Nicole Kidman, Bill Pullman
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