Hokum
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Hokum

Hokum
„Hokum“ // Deutschland-Start: 31. Dezember 2026 (Kino)

Inhalt / Kritik

Schon seit Längerem hat Ohm Bauman (Adam Scott) mit einer Schreibblockade zu kämpfen. Es gelingt ihm einfach nicht, den Abschluss seiner Trilogie zu schreiben. Nach einer unheimlichen Erfahrung beschließt er, nach Irland zu fahren und dort die Asche seiner Eltern zu verstreuen und den beiden damit die letzte Ruhe zu erweisen. In einer abgelegenen Gegend übernachtet er in dem Bilberry Woods Hotel, wo die zwei ihre Flitterwochen verbracht hatten. Dabei lernt er Mal (Peter Coonan), Alby (Will O’Connell) und Fiona (Florence Ordesh) kennen, allesamt Angestellte in dem Hotel. Er macht aber auch die Bekanntschaft von Jerry (David Wilmot), der zurückgezogen in einem Van lebt und seine Milch mit Drogensubstanzen anreichert. Kurze Zeit später kommt es zu einem Zwischenfall – und weiteren seltsamen Beobachtungen …

Ein echtes Horror-Hotel

Eigentlich sind Hotels ja dafür da, dass sich die Menschen ein wenig entspannen können, während sie sich um nichts zu kümmern haben. Und doch finden sich eine ganze Reihe von Horrorfilmen und Thrillern, die eben ein solches Hotel zum Schauplatz erklären. Das bekannteste Beispiel ist sicherlich Shining, wo eine Familie während der besucherfreien Winterzeit immer tiefer in einen Albtraum hineinschlittert. Aber auch The Hotel Haunting, Schlaf und Hotel nutzen ein solches Setting für unheimliche Erlebnisse, um das Publikum das Fürchten zu lehren. Wer solche Titel mag, sollte sich auf jeden Fall schon mal Hokum notieren. Denn auch hier steht im Zentrum ein Hotel, wo vieles nicht mit rechten Dingen zugeht und das, wie praktisch immer, irgendwo im Nirgendwo platziert wurde.

Dabei geht der Film in eine etwas andere Richtung, als es die meisten dieser Genrevertreter tun. Ein Unterschied ist, dass die Geschichte nur zum Teil im Hotel selbst spielt. Es gibt Szenen, die vor der Ankunft spielen. Eine Zeit lang sind wir im Wald unterwegs. Auch sonst verabschieden wir uns vereinzelt von dem Setting. Anfangs scheint dieses zudem keine wirkliche Bedeutung zu haben, wenn es um den kriselnden Autor geht, dessen Familie, die traurigen Geschichten der anderen Figuren sowie die Legende um eine Hexe. Und dann ist da noch ein schockierender Zwischenfall, der relativ früh in Hokum stattfindet, völlig aus dem Nichts kommt und in eine andere Spur zu führen scheint. Tatsächlich kann man zwischendurch schon gar nicht mehr sagen, wovon der Film denn eigentlich handelt. Geht es um die Familie? Den Protagonisten? Den Ort? Die Hexe? Eine verschwundene Frau?

Düster und atmosphärisch

Das klingt vielleicht erst einmal nicht wirklich toll. Filme, die so herumschlingern, sind selten sehenswert. Hinzu kommt, dass der Protagonist nicht gerade ein Sympathieträger ist. Spätestens in der Szene, in der er Alby auflaufen lässt, der ebenfalls Schriftsteller werden möchte, wird klar: Man muss Ohm nicht gerade mögen. Es ist nicht einmal so, dass der Mann vergleichbar zu seinem Kollegen aus Shining furchteinflößend ist. Er ist nur nervig. Und doch hat der irische Regisseur Damian McCarthy (Caveat – Die Warnung) mit seinem dritten Film ein interessantes Werk vorgelegt. So gelingt es ihm sehr gut, in Hokum eine düstere und irgendwie diffuse Atmosphäre zu schaffen, in der man relativ schnell verlorengeht. Das gilt gerade für die späteren Passagen, wenn doch einmal in die tieferen Abgründe des Hotels geblickt wird.

An manchen Stellen greift der Film, der 2026 beim South by Southwest Festival Weltpremiere hatte, auf Jump Scares zurück. Insgesamt ist Hokum aber eine stimmungsvolle Mischung aus Folk Horror und persönlichem Albtraum, bei dem sich die verschiedenen Elemente wirklich ergänzen. Getragen wird das Ganze von einem stark aufspielenden Adam Scott (Der Kinderflüsterer) und einer guten Kameraarbeit, die wirklich weiß, wie sie die verschiedenen Settings in Szene setzt. Auch das Sounddesign trägt dazu bei, dass das hier ein wirklich schöner Genrebeitrag ist, der neugierig darauf macht, was McCarthy wohl beim nächsten Mal erzählen und vor allem zeigen wird.

Credits

OT: „Hokum“
Land: Irland
Jahr: 2026
Regie: Damian McCarthy
Drehbuch: Damian McCarthy
Musik: Joseph Bishara
Kamera: Colm Hogan
Besetzung: Adam Scott, Peter Coonan, David Wilmot, Florence Ordesh, Michael Patric, Will O’Connell, Brendan Conroy, Austin Amelio

Bilder

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Hokum
fazit
In „Hokum“ reist ein kriselnder Autor nach Irland, wo er in einem abgelegenen Hotel einen Albtraum erlebt. Der Film kombiniert Folk Horror mit persönlichen Geschichten zu einem schönen Genrebeitrag, der vor allem im Hinblick auf die Atmosphäre punkten kann.
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