Bad Apples
© Paramount Pictures

Bad Apples

Bad Apples
„Bad Apples“ // Deutschland-Start: 10. September 2026 (Kino)

Inhalt / Kritik

Für Maria Spencer (Saoirse Ronan) ist das Unterrichten nicht einfach nur ein Job. Sie hat darin eine echte Berufung gefunden, sie lebt dafür, Lehrerin zu sein. Wäre da nur nicht Danny (Eddie Waller). Ihn als Problemschüler zu bezeichnen, wäre noch untertrieben. Der 10-Jährige macht ständig Ärger, terrorisiert die anderen in seiner Klasse, greift Mitschülerin Pauline (Nia Brown) sogar an. Maria ist mit der Situation völlig überfordert. Erschwerend kommt hinzu, dass der Junge so viel Aufmerksamkeit einfordert, dass die anderen Kinder zu kurz kommen und sich kaum entfalten können. Doch so oft die junge Lehrerin auch um Hilfe bittet, sie wird ignoriert. Als mal wieder die Situation eskaliert, fällt Maria nichts anderes ein, als ihn in ihrer Not im Keller einzusperren …

Besserung gegen den eigenen Willen

Was tun mit Kindern, die nicht reinpassen, immer wieder für Ärger sorgen und eigentlich niemand will? Einige Jahre ist es inzwischen her, dass Systemsprenger von einem solchen Fall erzählte und damit hierzulande zu einer Sensation wurde. Nun kommt mit Bad Apples ein weiterer Film bei uns heraus, der von einem solchen schwierigen bis unmöglichen Kind erzählt. Doch während der deutsche Themenbeitrag ein Drama war, nimmt es die britische Produktion mit Humor. Tatsächlich ist die Adaption des 2020 veröffentlichten Romans De Oönskade von Rasmus Lindgren in erster Linie eine Komödie. Allerdings eine, die es gern etwas böser mag und zwischenzeitlich mit Thrillerelementen spielt, wenn da immer unterschwellig mit einer bedrohlichen Atmosphäre gespielt wird.

Das Szenario erinnert dabei ein wenig an Good Boy – Wir wollen nur dein Bestes. In beiden Fällen sperren wohlmeinende Hauptfiguren junge Troublemaker im Keller ein und hoffen, aus diesen bessere Menschen zu machen. Doch während bei dem obigen Film das Einsperren Teil des Plans ist, geschieht dies bei Bad Apples aus einer reinen Verzweiflung heraus. Maria ist auch alles andere als ein dominanter Mensch. Im Gegenteil, die junge Frau wird ständig von allen hin und her geschubst, kann sich gegen niemanden wehren, bleibt privat wie beruflich passiv. Saoirse Ronan, zuletzt in den Dramen Blitz und The Outrun zu sehen, ist für die Rolle der freundlichen, aber mit allem überforderten Grundschullehrerin eine Idealbesetzung. Ihre Maria versucht, irgendwie die Situation in den Griff zu bekommen, will für alle nur das Beste und muss doch zusehen, wie die Geschichte ein Eigenleben entwickelt, das sie nicht kontrollieren kann.

Schön böse Thrillerkomödie

Regisseur Jonatan Etzler (One More Time) schafft es, aus diesem Szenario recht viel Spannung herauszuholen. Eben weil die Protagonistin alles andere als souverän ist und der Junge völlig unberechenbar, könnte hier alles Mögliche geschehen. Während der Fokus der Geschichte auf diesen beiden liegt und der Situation, in die sie beide hineinrutschen, erzählt Bad Apples auch von anderen Menschen. Und es ist nicht sehr schmeichelhaft, was der Film da zu sagen hat. Ob es die Schulrektorin Sylvia (Rakie Ayola) ist, Maria Ex-Freund und Kollege Sam (Jacob Anderson) oder auch Dannys Vater Josh (Jacob Anderson), vorbildlich verhält sich da niemand. Selbst Pauline, die anfangs noch als brave Musterschülerin eingeführt wird, enthüllt mit der Zeit einige dunkle Seiten.

Die schwarze Komödie, die 2025 auf dem Toronto International Film Festival Weltpremiere hatte, trägt ihren Titel nicht ohne Grund. Sonderlich subtil ist Bad Apples bei dieser Symbolik auch nicht, wenn immer wieder Äpfel mit fauligen Stellen eingeblendet werden. Aber es ist doch spaßig, wenn die Situation außer Kontrolle gerät und der Film sich auch an einer Form der Gesellschaftskritik versucht und ganz viel Heuchelei enthüllt. Zum Ende hin geht das leider alles ein bisschen schnell, da blieb gar nicht die Zeit, um die Entwicklung der Figuren auszuarbeiten. Sonderlich glaubwürdig ist das Ergebnis deshalb nicht. Dennoch: Der schön böse Humor, der ein brav-nettes Äußeres direkt neben menschliche Abgründe stellt, macht den Film sehenswert, wenn ausgerechnet der kleine Tyrann zur aufrichtigsten Figur wird.

Credits

OT: „Bad Apples“
Land: USA
Jahr: 2025
Regie: Jonatan Etzler
Drehbuch: Jess O’Kane
Vorlage: Rasmus Lindgren
Musik: Chris Roe
Kamera: Nea Asphäll
Besetzung: Saoirse Ronan, Eddie Waller, Jacob Anderson, Rakie Ayola, Robert Emms, Sean Gilder, Kerry Howard

Bilder

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Bad Apples
fazit
In „Bad Apples“ sperrt eine überforderte Grundschullehrerin einen Problemschüler im Keller ein, was nicht ohne Folgen bleibt. Das Ergebnis ist eine schwarze Komödie, die brave Nettigkeit neben menschliche Abgründe stellt und dabei viel Heuchelei sichtbar macht. Zum Ende hin geht das alles ein bisschen schnell, Spaß macht der Film aber.
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