Unholy Night
© Blue Finch Film Releasing

Unholy Night

„Unholy Night“ // Deutschland-Start: 3. Dezember 2026 (Kino)

Inhalt / Kritik

Weihnachten mit der Familie ist für Gino (Marc Bendavid) schon unter normalen Umständen ein Albtraum. Schließlich haben seine Eltern Giuseppe (Ron Lea) and Lucia (Toni Ellwand), bei denen er noch immer wohnt, ständig etwas an ihm auszusetzen. Auch mit den Geschwistern gibt es regelmäßig Streit. Doch dieses Jahr geht es bei der kanadischen Großfamilie mit italienischen Wurzeln richtig drunter und drüber. So ist es schon verwirrend genug, dass seine Exfreundin Rene (Shailene Garnett) plötzlich vor ihm steht, die er seit Jahren nicht mehr gesehen hat. Auch seine Großmutter Pina (Jacqueline Robbins) ist da. Und die ist eigentlich tot, was sie aber selbst nicht zu merken scheint. Während die Familie noch nach einer Erklärung sucht sowie einer Antwort, wie sie mit der Rückkehrerin umgehen sollen, stellen sie fest, dass in der Stadt noch mehr vor sich geht …

Porträt einer dysfunktionalen Familie

Und wenn sie nicht gestorben sind, dann sorgen sie noch immer für Chaos. Seit Jahrzehnten sind Zombies aus dem Horrorgenre nicht mehr wegzudenken. Und selbst wenn die Zeit, in der man reguläre Kinos mit ihnen füllen konnte, eine ganze Weile zurückliegt, werden weiterhin fleißig neue Titel produziert. So viele, dass man der Meinung sein sollte, dass inzwischen alles mal dran gewesen ist, man alles schon einmal gesehen hat. Und doch stolpert man hin und wieder noch über Werke, die sich daran versuchen, diesem untoten Genre neues Leben einzuhauchen. Unholy Night ist ein solches Werk, selbst wenn streng genommen nichts wirklich Neues damit geschafft wurde. Vielmehr nimmt die Horrorkomödie einzelne bekannte Bestandteile und führt diese auf eigene Weise zusammen.

So gab es beispielsweise schon vorher vereinzelt Zombiefilme, die an Weihnachten spielen. Auch der humoristische Zugang wurde bereits mehrfach versucht, man denke etwa an Zombies at Christmas (2011) über ein fehlgeleitetes Uni-Experiment während der Weihnachtsferien oder Anna und die Apokalypse (2017), das eine festliche Zombiekomödie mit einem High-School-Musical kreuzt. Bei Unholy Night ist der Fokus jedoch ein anderer. Genauer erzählt der Film in erster Linie von einer dysfunktionalen Familie und den komplizierten Verhältnissen zwischen den verschiedenen Familienmitgliedern. Da wird rund anderthalb Stunden lang kontinuierlich gestritten. Manchmal über das akute Unglück, mit dem sie zu kämpfen haben. Oft geht es aber um ganz grundsätzliche Streitpunkte, die sich über die Jahre hinweg aufgebaut haben.

Sympathisch und spaßig

Zeitweilig sieht es sogar danach aus, als sei die Zombie-Apokalypse selbst Teil familiärer Streitigkeiten. So ist eine Besonderheit, dass die Familie zunächst nur untote Angehörige wiedersieht, die vorher auch in dem Haus gelebt haben. Eine der Theorien, die wild hin und her springen, besagt zudem, dass die veränderte Oma vielleicht sauer darüber ist, dass man sich nicht an die alten Traditionen gehalten hat. Tatsächlich ist das eines der Themen, die von Regisseur und Drehbuchautor Michael Gabriele beiläufig in Unholy Night verhandelt werden: Erwartungen, die zu erfüllen sind. Das betrifft gerade auch die an und für sich tragische Vorgeschichte von Gino und Rene, die in dem Film für den einen oder anderen emotionalen Moment sorgt.

Ansonsten will die Komödie, die 2026 auf dem Fantasia Film Festival Weltpremiere hatte und dort auch ausgezeichnet wurde, in erster Linie unterhalten. Das tut sie auch. Sicher, die Figuren sind überzeichnet, Unholy Night spielt zudem ausgiebig mit Klischees. Zwischendurch kommt die Geschichte auch nicht mehr so wirklich voran, da wiederholt sich dann einiges. Doch die kanadische Produktion ist sympathisch und macht eben über weite Strecken tatsächlich Spaß. Wie bei anderen Komödien über kaputte und sich ständig streitende Familien wird gleichzeitig hemmungslos eskaliert und zugleich viel Identifikationsfläche geschaffen. Denn auch wenn Zombies eher weniger zu unserem Erlebnisalltag gehören, die hier gezeigten Konflikte sind einem näher, als man das glauben mag.

Credits

OT: „Unholy Night“
Land: Kanada
Jahr: 2026
Regie: Michael Gabriele
Drehbuch: Michael Gabriele
Musik: Ethan Lawrence
Kamera: Ryan French
Besetzung: Marc Bendavid, Shailene Garnett, Al Sapienza, Ron Lea, Toni Ellwand, Cristina Rosato, Jaqueline Robbins, Joe Pingue

Bilder

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Unholy Night
fazit
In „Unholy Night“ wird das Weihnachtsfest einer Großfamilie durch die Rückkehr der toten Großmutter gestört. Der Film kombiniert Zombies mit dem Porträt einer dysfunktionalen Familie. Das ist überzeichnet, zwischendurch tritt der Film etwas auf der Stelle. Insgesamt macht die Horrorkomödie aber durchaus Spaß.
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