The Ten Commandments Die zehn Gebote
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Die zehn Gebote

Inhalt / Kritik

The Ten Commandments Die zehn Gebote
„Die zehn Gebote“ // Deutschland-Start: 17. Februar 1958 (Kino) // 3. März 2003 (DVD)

Ausgehend von einer Prophezeiung seiner Astrologen und Gelehrten lässt der ägyptische Herrscher Ramses I. die Neugeborenen all seiner hebräischen Sklaven von seinen Soldaten töten, da sich unter ihnen diesen angeblich ein zukünftiger Anführer verbergen soll, der die Hebräer aus der Versklavung rettet. Um ihr Kind vor diesem Schicksal zu bewahren, bettet es die Sklavin Yochabel (Martha Scott) in einen Weidenkorb, den sie den Nil hinabgleiten lässt, damit sich jemand ihrem Kind annehmen wird. Schließlich findet Baket (Nina Forch), die Tochter des Pharaos, das Neugeborene und zieht es als ihren Sohn auf, dem sie den Namen Moses gibt. Viele Jahre später ist Moses (Charlton Heston) zu einem jungen Mann geworden, der seinen Adoptivvater, Pharao Seti I. (Sir Cedric Hardwicke) mit Stolz erfüllt, im Gegensatz zu seinem eigentlichen Sohn Ramses (Yul Brynner). Nach einem weiteren erfolgreichen Feldzug gibt man Moses die Aufgabe, den Bau einer Stadt zu überwachen – eine Aufgabe, welche bislang Ramses zugefallen war. Nicht nur gelingt ihm dies, auch die Sklaven sind besser auf ihren neuen Herren zu sprechen. Zeitgleich hört Ramses von jener Prophezeiung, der er bislang keinen Glauben schenkte, die er aber nun in Erfüllung zu sehen glaubt und als Vorwand nimmt, um Moses als Aufrührer gegen Seti zu brandmarken.

In seiner Zeit als ihr Herr hat Moses derweil das Volk der Hebräer kennen und schätzen gelernt, dank seiner Freundschaft mit dem Sklaven Joshua (John Derek). Schließlich wird auch das Geheimnis um seine Abstammung gelöst und erkennt nicht nur, wer seine leibliche Mutter war, sondern auch, warum ihm dieses Volk so nahe ist. Als er sich schließlich gegen die Unterdrückung seines Volkes zu wehren beginnt, trifft ihn nicht nur der Zorn Setis, sondern schließlich auch die Missgunst von Ramses, der nun als Pharao Moses aus Ägypten verbannt. In der Wüste jedoch lernt Moses seine eigentliche Bestimmung kennen und zu jenem Anführer zu werden, der die Hebräer in die Freiheit bringt.

Danke, Cecil

Der Name des Regisseurs Cecil B. DeMille steht symbolisch für jenes Hollywoodspektakel, wie es vor allem in den 1950er populär war und nicht nur für volle Kinosäle sorgte, sondern ebenso für entsprechende Würdigungen wie Filmpreise und positive Kritiken. Entsprechend teuer waren seine Produktionen, sodass sich die Produktionsfirma Paramount vor einer großen finanziellen Investition sah, als DeMille seine Idee für Die zehn Gebote, einer Verfilmung der Geschichte Moses, vorstellte. Nach Studiochef Alfred Zukor war es ein Unternehmen, welches gerade in der Nachkriegszeit enorm wichtig war und für das man DeMille, wie er erklärte, danken sollte.

Bereits Anfang der 1920er Jahre hatte DeMille den Stoff verfilmt, sah sich aber nach zahlreicher Erfolge in einer besseren wirtschaftlichen Lage innerhalb der Traumfabrik, um eine Neuverfilmung zu wagen, wobei naturgemäß auch die neuen technischen Möglichkeiten eine Rolle spielten. Wie in seinen vorherigen Filmen Die größte Schau der Welt (1952) oder Samson und Delilah (1949) ist auch Die zehn Gebote ein Werk, welches die Monumentalität seiner Geschichte zunächst einmal durch entsprechende äußere Werte zum Ausdruck bringt. Selbst für heutige Verhältnisse wirken viele der Kulissen wie auch die Aufnahmen in Ägypten beeindruckend und machen die Faszination des Filmes aus, der über seine Laufzeit von fast vier Stunden es schafft, zumindest in dieser Hinsicht, keine Minute zu langweilen. Gleichzeitig konzentrieren sich DeMille und Kameramann Loyal Griggs auf die Bedeutung jener Geschichte im zeitgeschichtlichen Kontext, wobei der Kampf eines Einzelnen gegen ein unmenschliches, tyrannisches Regime mehr als deutlich ausspricht, dass es nicht nur um die Verfilmung der historischen und theologischen Texte ging.

Die Macht Gottes, die Macht des Willens

In seinen Ausführungen über DeMille beschreibt Regisseur Martin Scorsese, dass er es schaffte, trotz all der Massenszenen und großartigen Kulissen, den Fokus auf dem eigentlichen Konflikt zu halten, der das dramatische Zentrum eines Werkes wie Die zehn Gebote ausmacht. Neben jenen Momenten, die man beispielsweise aus den biblischen Texten her kennt, wie dem Finden des Weidenkorbes im Nil oder der Teilung des Roten Meers, sind es jene Zusammenkünfte zwischen Moses und Ramses, die den Kern der Geschichte ausmachen. In ihren Figuren stehen Brynner und Heston sich als Anführer gegenüber, als Männer des Willens und der Tat, deren Konflikt über das Überleben einer Ideologie, eines Glaubens entscheidet. Nicht nur über seine Schauspieler, sondern ebenso über Aspekte wie die Kameraführung, die bereits erwähnten Kulissen sowie die tolle Filmmusik Elmer Bernsteins betont DeMille die Tragweite jenes Konflikts.

Letztlich ist Die zehn Gebote ein Werk des „alten Hollywoods“, dessen Theatralik heutigen Zuschauer vielleicht etwas seltsam vorkommt. Dennoch ist DeMilles Werk nicht nur als rein visuelles Spektakel sehenswert, sondern wegen jener Konzentration auf einen Konflikt hin und weil es den Konflikt eines Menschen und seiner Rolle in der Welt durchaus packend erzählt.

Credits

OT: „The Ten Commandments“
Land: USA
Jahr: 1956
Regie: Cecil B. DeMille
Drehbuch: Æneas McKenzie, Jesie L. Lasky Jr., Jack Gariss, Fredric M. Frank
Musik: Elmer Bernstein
Kamera: Loyal Griggs
Besetzung: Charlton Heston, Yul Brynner, Anne Baxter, Edward G. Robinson, Yvonne De Carlo, Debra Paget, John Derek, Cedric Hardwicke, Martha Scott, Nin Forch

Bilder

Trailer

Filmpreise

Preis Jahr Kategorie Ergebnis
Academy Awards 1957 Bester Film Nominierung
Beste Kamera (Farbe) Loyal Griggs Nominierung
Beste Spezialeffekte John P. Fulton Sieg
Bestes Szenenbild (Farbe) Hal Pereira, Walter H. Tyler, Albert Nozaki, Sam Comer, Ray Moyer Nominierung
Beste Kostüme Edith Head, Ralph Jester, John Jensen, Dorothy Jeakins, Arnold Friberg Nominierung
Bester Ton Loren L. Ryder Nominierung
Bester Schnitt Anne Bauchens Nominierung
Golden Globes 1957 Bester Hauptdarsteller (Drama) Charlton Heston Nominierung

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„Die zehn Gebote“ ist eine monumentales Kostümdrama. Nicht nur als reiner „Feiertagsfilm“ ist Cecil B. DeMilles Werk sehenswert, sondern ebenso als Geschichte über Neigung und Pflicht, über die Bestimmung eines Einzelnen, was auch jenseits der theologischen Perspektive zu überzeugen weiß.
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