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The Legend – Der Arm der Götter schlägt zurück

„The Legend – Der Arm der Götter schlägt zurück“ // Deutschland-Start: 10. Dezember 2024 (DVD/Blu-Ray)

Inhalt / Kritik

Seit dem Fund eines Jadeanhängers träumen sowohl Archäologieprofessor Fang (Jackie Chan) und sein Assistent Wang Jing (Lay Zhang) wiederholt von historischen  Ereignissen. In diesen Träumen erlebt sich Fang selbst als jungen General Zhao Zhan (ebenfalls Chan) zur Zeit der westlichen Han-Dynastie, der an der Seite seines Gefährten Wang Jing (noch einmal Zhang) gegen die Hunnen kämpft. Zhao Zhan verliebt sich in die Prinzessin Mengyun (Na Zha), die dem Anführer der Hunnen Huduna (Aarif Lee) heiraten soll. Während dessen versucht Fang in der Gegenfahrt Ursprung und Bedeutung des Anhängers zu klären. Beide Zeitebenen laufen parallel und sollen sich am Ende zu einer gemeinsamen Auflösung fügen.

Jackie Chan aus dem Computer

Wer bei The Legend – Der Arm der Götter schlägt zurück hofft, Stanley Tong und Jackie Chan würden hier noch einmal an die Armour-of-God-Reihe anknüpfen, die 1986 mit Der rechte Arm der Götter begann, wird enttäuscht – der deutsche Verleihtitel ist reine Marketing-Girlande – denn der neue Film hat mit der Trilogie gar nichts zu tun. Tatsächlich versteht sich der Film als eine Art zu Tongs und Chans Filmen Der Mythos aus dem Jahr 2005 und Kung Fu Yoga – Der goldene Arm der Götter, in denen Jackie Chan ebenfalls einen Archäologen spielt. Mythos-Hauptdarstellerin Kim Hee-son hat sogar einen kurzen Cameo-Auftritt.  Es ist also ein nostalgisches Spätwerk zweier alter Weggefährten – Tong und Chan haben gemeinsam Filme schon in den 1990ern Filme wie Rumble in the Bronx realisiert.

Allerdings stellen sich Regisseur und sein Hauptdarsteller selbst ein großes Problem. Für seine jüngere Version als General Zhao Zhan wurde Jackie Chan digital verjüngt, und genau dabei geht verloren, was ihn all die Jahrzehnte ausgemacht hat: dieses spezifische Mienenspiel zwischen Schalk, Schmerz und Selbstironie, mit dem er auch in ernsten Szenen nie ganz den Schauspieler-Clown vergessen ließ. Die geglättete CGI-Version wirkt seltsam entrückt, fast wächsern – ein junger Chan, der aussieht wie Chan, sich aber nicht mehr wie er anfühlt. Genau das Gesicht, über das Chan sein halbes Leben lang kommuniziert hat, wird zur glatten Maske, hinter der man den Schauspieler nur noch erahnen kann.

Das Gewicht der Wirklichkeit fehlt

Auch technisch überzeugt das Ergebnis nicht durchgehend: Manche CGI-Hintergründe der Han-Dynastie-Passagen erinnern eher an mittelmäßig gerenderte Videospielkulissen als an großes Kino, und gerade die ambitionierten Massenschlachten mit ihren digital multiplizierten Reiterheeren wirken seltsam leblos – viel Bewegung, wenig Gewicht, kein echtes Risiko mehr spürbar. Wo früher ein Sturz, ein Sprung oder ein Treffer noch spürbar Konsequenzen für einen echten Körper hatte, gleiten hier Pixelheere aneinander vorbei, ohne dass man je Angst um jemanden hätte.

Aber auch die Geschichte trägt nicht. Vor allem die Gegenwartshandlung um den Professor und seinen beiden Assistenten bleibt seltsam überflüssig: Sie fällt gegenüber dem ohnehin nicht sonderlich originellen Historienepos noch einmal deutlich ab und wirkt streckenweise wie ein zäher Pflichtteil, den man erst absitzen muss, ehe die eigentlich interessantere Vergangenheitshandlung wieder einsetzen darf. Der Verdacht liegt nahe, dass dieser Erzählstrang vor allem einem Zweck dient – dem Film über Figurenkonstellation, Cameo und Musikzitate den Anschein einer „Mythos“-Fortsetzung zu geben, um dessen Fans anzulocken, ohne dass er inhaltlich wirklich etwas zur Han-Geschichte beizutragen hätte.

Die alte Magie blitzt nur selten auf

Als einzig Positives bleiben dagegen die Kampfchoreografien in Erinnerung – allerdings nur dort, wo der Film klein bleibt: in den Einzelduellen der Vergangenheit und besonders im finalen Schlagabtausch der Gegenwartshandlung. Hier, im überschaubaren Rahmen, ohne CGI-Heere im Rücken, blitzt kurz jene alte Chan-Tong-Präzision auf, die diesem Film insgesamt so schmerzlich fehlt – und die daran erinnert, wie gut dieses Duo eigentlich sein kann.

Credits

OT: „Chuan shuo“
Land: China, Hongkong
Jahr: 2024
Regie: Stanley Tong
Buch: Stanley Tong
Musik: Nathan Wang
Kamera:
Lee Chih Wah
Besetzung: 
Jackie Chan, Lay Zhang, Na Tha, Aarif Lee, Li Chen, Peng Xiaoran, Shawn Duo, Zheng Yechen, Jia Bing, Tay Lui, Ma Yuan, Jin Qiaoqiao, Mary Ma,

Bilder

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The Legend – Der Arm der Götter schlägt zurück
fazit
„The Legend – Der Arm der Götter schlägt zurück“ ist ein Spätwerk, das mehr an vergangene Größe erinnert, als das es in der Gegenwart überzeugt. Nostalgisch gemeint, technisch überambitioniert, dramaturgisch zerfasert – nur in den kleinen, körperlichen Momenten blitzt noch hier und da etwas auf.
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