
Als Emily Siebert (Olivia Salm) erschlagen aufgefunden wird, ist der Schock groß. Nicht nur, dass der Tatort ausgerechnet ein Krankenhaus ist. In Verdacht gerät zudem ihre Schwester Christina (Karoline Teska). Diese zog gemeinsam mit ihrer Frau den Sohn der Verstorbenen auf, bis Emily wieder da war und sich selbst um das Kind kümmern wollte. Deswegen kam es zum großen Streit. Aber war das auch tatsächlich das Motiv für den Mord? Anwalt Benjamin Hornberg (Antoine Monot Jr.), der die Verdächtige vertritt, setzt alles daran, deren Unschuld zu beweisen. Zu dem Zweck schleust er auch den Privatdetektiv Leo Oswald (Wanja Mues) ins Krankenhaus ein, wo er sich als neue Reinigungskraft ausgibt. Denn dort scheint einiges nicht zu stimmen …
Emotional
Und weiter geht es mit Ein Fall für zwei. Vergangene Woche startete die 12. Staffel der beliebten ZDF-Krimiserie rund um den engagierten Rechtsanwalt und dessen Freund, der als Privatdetektiv arbeitet. Diese ging schön mysteriös los: In Millionär für eine Nacht wacht ein Geschäftsmann in einer Limousine auf, neben ihm ein toter Fahrer, den er offensichtlich erschossen hat. Mit Drei Mütter kommt gleich die nächste Folge hinterher, es ist die zweite von vier der besagten Staffel. Ganz so rätselhaft ist das Szenario hier nicht. Dafür überrascht der Tatort. Eigentlich ist so ein Krankenhaus ja dafür da, um Menschen zu heilen. Dass ausgerechnet dort jemand ermordet wird, das ist schon bitter. Zumal nicht, wie man das vielleicht erwarten könnte, jemand vergiftet oder anders heimtückisch getötet wird. Hier gibt es rohe Gewalt.
Dazu passt dann auch der emotionale Hintergrund zwischen den beiden Schwestern. Dass die eine das Kind der anderen großzieht, dieses nun aber wieder hergeben soll: Klar, dass dies für alle Beteiligten eine schlimme Situation ist, bei der man sich unweigerlich gegenseitig verletzt. Wer gibt schon gern ein Kind auf? Auf der einen Seite kann man da gut nachvollziehen, wie sehr das alle überfordert, zumal die Konkurrentinnen um das Kind auch noch Schwestern sind. Auf der anderen Seite ist das Szenario von Ein Fall für zwei: Drei Mütter schon ziemlich konstruiert. An manchen Stellen hat das mehr von einer Seifenoper als von einem Krimi. Das ist hier nichts, das man sich anschaut, um eine alltägliche Geschichte zu sehen, die einem etwas über die aktuelle Welt verrät.
Wenig überzeugend
Dabei hätte es das Potenzial dafür schon gegeben. Ein Fall für zwei: Drei Mütter ist nämlich nicht nur dieses Familiendrama, sondern thematisiert auch das Krankenhaus als möglichen Ansatzpunkt, um den Fall zu lösen. Tatsächlich gibt es dabei Ansätze, die Geschichte breiter aufzuziehen. Nur überzeugt das nicht so wirklich, das wirkt so, als wären versehentlich zwei Drehbücher durcheinandergeraten. Es gelingt nicht, die Vorkommnisse im Krankenhaus wirklich mit dem Fall zu verbinden. Da auch die Undercover-Aktion von Leo nicht sonderlich unterhaltsam ausgefallen ist, darf man diese Episode getrost überspringen. Nächstes Mal geht es in Größenwahn um einen Mann, der beim Klettern in den Tod stürzt.
OT: „Ein Fall für zwei: Drei Mütter“
Land: Deutschland
Jahr: 2026
Regie: Janin Halisch
Drehbuch: Antje Bähr
Musik: Dirk Leupolz
Kamera: Berta Vakub Escofet
Besetzung: Wanja Mues, Antoine Monot Jr., Bettina Zimmermann, Karoline Teska, Kristin Suckow, Katharina Heyer, Lorenz Klee, Alice von Lindenau
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