
Es ist schon ein tierisch seltsamer Fall, um den sich Eva Schatz (ChrisTine Urspruch) als Testamentsvollstreckerin kümmern muss. Ihre vermögende Mandantin, deren Familie eine traditionsreiche Brauerei gehört, ist verstorben. Als Begünstigte hat sie nicht nur Tochter Maria (Katharina Heyer), Schwiegersohn Philipp (Sascha Goepel) und Enkelin Ida (Eline Doenst) festgehalten, sondern auch ihre Hündin Bärbel. Und ausgerechnet der Ex-Sträfling Erik Heise (Julius Nitschkoff) soll sich um sie kümmern und bekommt dafür Wohnrecht in der Familienvilla. Während die Familie gegen das Testament ankämpft und dafür ausgerechnet Evas Partner Hanno Bertram (Wolfram Grandezka) aussucht, hat dieser noch ein privates Problem: Seine Teenager-Tochter Lili (Lola Höller) ist mit dem volljährigen Lucas (Benedikt Kalcher) zusammen …
Problemlose Rückkehr
Seit 2023 wird Einspruch, Schatz! inzwischen ausgestrahlt. Und offensichtlich erfreut sich die ARD-Komödienreihe beim Publikum größerer Beliebtheit. So startete diese seinerzeit mit zwei Filmen. Anderthalb Jahre später gab es ein Wiedersehen mit der willensstarken Rechtsanwältin, diesmal gab es sogar drei Filme mit ihr. Zuletzt musste sie in Schwesterherz gegen einen skrupellosen Miethai ankämpfen. Weitere anderthalb Jahre später gibt es eine dritte Staffel, dieses Mal sollen es sogar vier Filme sein. Und da das Vertrauen in die Reihe so groß ist, wird sogar schon an weiteren Teilen gearbeitet. Erst einmal muss die Protagonistin sich aber in Hundeliebe, dem sechsten Film der Reihe, um ein gewöhnungsbedürftiges Testament und dessen Folgen kümmern.
Auf eine gesellschaftliche Komponente wird dabei verzichtet. Wo es in vergangenen Fällen um schwierige Mietverhältnisse, Unterhaltszahlungen oder auch Mobbing ging, also durchaus relevante Problemfelder, da wird es bei Einspruch, Schatz!: Hundeliebe primär kurios. Ein bisschen schwingt der Gutmenschansatz der Reihe zwar noch immer mit, wenn es darum geht, dass der frühere Sträfling eine zweite Chance bekommt. Eine wirkliche Diskussion leitet sich daraus aber nicht ab. Es ist auch nicht so, als würde seine Vergangenheit ihm in dem Film größere Probleme bereiten. Wo Dramen wie Home tatsächlich davon handeln, wie schwierig es ist, nach dem Gefängnis einen Weg zurück in die Gesellschaft zu finden, da macht man es sich hier schon ziemlich einfach. Klar, zwischendurch wird ein Hindernis aufgebaut, damit die Protagonistin was zu tun bekommt. Aber auch das geht alles schnell.
Auf der Suche nach dem Spaß
Das hängt sicher auch mit der Tonalität zusammen. Zwar gab es zuvor einige Teile, die stärker in die Dramarichtung gingen. Insgesamt neigt man aber schon stark zur Komödie, will das alles humoristisch auflockern. Das ist grundsätzlich zwar legitim, Filme dürfen zwischendurch auch mal leichte Unterhaltung sein. Nur ist Einspruch, Schatz!: Hundeliebe eben nicht so wirklich witzig. So verzichtet man inzwischen zwar darauf, bei der Beziehung von Eva zu Hanno etwas problematisieren zu wollen. Dafür gibt es jetzt Streitigkeiten um den neuen Freund der Tochter. Das ist weder lustig noch spannend. Und auch die Sache mit dem Hund, die für Irritationen in der anderen Familie sorgt, eignet sich eher weniger dazu, einen zum Lachen zu bringen.
Einen größeren Anlass zum Ärger findet man dabei zwar nicht, der Film plätschert ganz unaufgeregt vor sich her, ohne dass man sich groß an etwas stören müsste – sieht man einmal von dem besagten Hindernis auf, das völlig bescheuert ist und weder beim Aufbau noch der Auflösung überzeugt. Aber es ist eben auch wenig dabei, wofür man sich Einspruch, Schatz!: Hundeliebe unbedingt anschauen müsste. Dafür ist das trotz der Kuriosität zu langweilig. Die mäßig interessante und auf Dauer eintönige Hauptfigur macht die Sache nicht besser. Nächstes Mal geht es in Kindersegen um einen Teenager, der seine eigene Mutter verklagt, weil diese das Familienleben ins Internet stellt.
OT: „Einspruch, Schatz!: Hundeliebe“
Land: Deutschland
Jahr: 2026
Regie: Josh Broecker
Drehbuch: Boris von Sychowski, Torsten Lenkeit
Musik: Martina Eisenreich
Kamera: Christoph Iwanow
Besetzung: ChrisTine Urspruch, Wolfram Grandezka, Karmela Shako, Jochen Busse, Tatja Seibt, Lola Höller, Edgar Emil Garde, Maximilian Brunn, Stephan Grossmann, Benedikt Kalcher, Katharina Heyer, Sascha Goepel, Julius Nitschkoff, Eline Doenst
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