Among the Living 2022
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Among the Living (2022)

„Among the Living“ // Deutschland-Start: 24. Februar 2023 (DVD/Blu-ray)

Inhalt / Kritik

Die Menschheit steht vor dem Nichts: Ein verheerendes Virus grassiert, das alle in blutrüstige Bestien verwandelt. Zu den Wenigen, die bislang einer Infizierung aus dem Weg gehen konnten, gehören Harry (Dean Michael Gregory) und dessen kleine Schwester Lily (Melissa Worsey). Gemeinsam schlagen sie sich durch, versuchen dabei möglichst nirgendwo aufzufallen. Doch als sich Lily eines Tages verletzt, bleibt Harry nichts anderes übrig, als sich doch wieder der Zivilisation anzunähern. Dabei trifft er auf den Einsiedler Karl (George Newton), der gemeinsam mit dem Jungen Tom (Leon Worsey) lebt. Zunächst ist Karl sehr misstrauisch, weiß nicht so recht, was er von dem Fremden halten soll. Doch dann gestattet er den beiden Zuflucht, bis die Wunde verheilt ist …

Zombie-Apokalypse, mal wieder

Wenn man sich regelmäßig Filme anschaut, zumindest solche aus dem Genre-Bereich, hat man das Gefühl, dass die Welt dem Untergang geweiht ist. Praktisch jede Woche erscheinen neue Titel, in denen Klimawandel, Raubbau und Gier die Erde zu einem unbewohnbaren Ort gemacht haben. Und wenn es das nicht ist, wird mal wieder ein tödliches Virus ausgepackt. Vor allem solche, die den Menschen in Zombies verwandeln, erfreuen sich aus irgendeinem Grund ungebrochen großer Beliebtheit. Natürlich hat es in diesem Bereich sehr viele sehenswerte Beispiele gegeben, von den Klassikern eines George A. Romero bis zu diversen Komödien. Aber noch sehr viel mehr, bei denen man sich fragt: Hat es das jetzt wirklich noch gebraucht? So auch bei Among the Living, das hierzulande fürs Heimkino erscheint.

Die Ausgangslage ist gleichermaßen bekannt wie nichtssagend. Ein Virus hat die Menschen in Zombies verwandelt, mehr hat sich Regisseur und Drehbuchautor Rob Worsey nicht ausgedacht. Er versucht auch beim Schauplatz oder dem sich anschließenden Szenario nicht, eigene Fußspuren in den ausgetretenen Pfaden zu hinterlassen. Die beiden Hauptfiguren schlagen sich durch die Natur durch, meiden Menschen wie Zombies, da jede Begegnung tödlich sein könnte. Im Film tritt dann aber der Fall auf, dass doch eine Begegnung ansteht. Logisch: Gelänge es den Figuren, allen Gefahren auszuweichen, gäbe es keine Geschichte zu erzählen. Selbst mit diesen Gefahren tut sich Among the Living schwer damit, etwas aus der Zombie-Apokalypse herauszuholen, das über die grobe Inhaltsangabe hinausgeht.

Tödliche Langeweile

Horror-Fans können sich den Film sowieso sparen. Actionszenen sind Mangelware, die Infizierten lassen sich so selten sehen, dass man gewillt ist, deren Existenz als Falschmeldung abzutun. Spannung erzeugt man auf diese Weise eher nicht, da die Gefahr zu fern bleibt, zu abstrakt. Anstatt ständig Angst vor den potenziell überall lauernden bissig-ansteckenden Untoten haben zu müssen, sehen die in Among the Living in erster Linie, wie die Menschen miteinander hadern. Auch das muss noch kein Todesurteil sein. Diese spezielle Ausrichtung des Zombiefilms wurden ebenfalls immer mal wieder mit sehenswerten Werken gefüllt. Ben & Mickey Vs. The Dead ist ein gutes Beispiel, wie das aussehen kann. Ausnahmesituationen sind schließlich ein probates Mittel, um ganz existenzielle Fragen zu stellen und die Menschen auf sich selbst zurückzuwerfen.

Nur hat Worsey auch in der Hinsicht nichts zu erzählen. Am ehesten entsteht noch Spannung, indem das Publikum Zweifel an Karl haben darf. Wer ist der Mann eigentlich? Und kann man ihm trauen? Das allein reicht aber nicht, um die knapp anderthalb Stunden zu füllen, zumal der Film diesen Aspekt auch nur punktuell wirklich anspricht. So oder so kann man sich Among the Living sparen. Zwar versucht das Ensemble schon, die Geschichte um zwei Zweiergespanne, die sich während der Not näherkommen, Leben einzuhauchen. Bis zum Schluss bleibt der Film aber die Antwort schuldig, warum einen das überhaupt interessieren sollte. Das Ende der Menschheit mag grausam sein – aber auch ziemlich langweilig.

Credits

OT: „Among the Living“
Land: UK
Jahr: 2022
Regie: Rob Worsey
Drehbuch: Rob Worsey
Musik: Mitch Gardner
Kamera: Jordan Lee
Besetzung: Dean Michael Gregory, George Newton, Melissa Worsey, Leon Worsey

Bilder

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Among the Living (2022)
fazit
„Among the Living“ begleitet zwei Geschwister durch eine Zombie-Epidemie. Spannend ist das nicht. So gibt es nur sehr wenige Szenen, die wirklich als Horror durchgehen. Der Fokus auf die Figuren ist ebenso wenig interessant, da der Film über sie nichts Nennenswertes zu sagen hat.
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