Kommissar Jennerwein Hochsaison
© W&B Television / Marco Nagel

Kommissar Jennerwein: Hochsaison

Kommissar Jennerwein Hochsaison
„Kommissar Jennerwein: Hochsaison“ // Deutschland-Start: 5. November 2026 (Kino)

Inhalt / Kritik

Eigentlich war die Stimmung gut, die Menschen sind in Garmisch-Partenkirchen zusammengekommen, um gemeinsam beim Skispringen mitzufiebern. Doch dann stürzt der Däne Åge Sørensen in den Tod. Ein tragischer Unfall, so Bürgermeister Alois (Cornelius Obonya), der die Angelegenheit lieber unter den Schnee kehren würde. Kommissar Hubertus Jennerwein (Florian Brückner), der gerade erst aus der Großstadt in den Kurort zurückgekehrt ist, ist da anderer Ansicht. Denn er meint, einen Schuss gehört zu haben. Wollte also jemand den Sportler gezielt umbringen? Und wenn ja, aus welchem Grund? Trotz der Widerstände macht sich der Polizist auf die Suche nach Spuren. Und tatsächlich scheint da etwas Finsteres vorzugehen, als eine Reihe von anonymen Briefen die Runde machen, welche die unterschiedlichsten Leute ins Visier nehmen …

Adaption einer Bestsellerreihe

Wenn Filme erfolgreich sind, dauert es meistens nicht lange, bis andere versuchen, mit ähnlichen Titeln von dem Erfolg zu profitieren. Insofern verwundert es ein wenig, dass es so wenig Anläufe gab, die immens beliebte Krimikomödien-Reihe um Franz Eberhofer zu imitieren. Dabei lockt diese jedes Mal über eine Million Menschen in die Kinos, zuletzt gelang Steckerlfischfiasko dieses Kunststück. Nun gibt es mit Kommissar Jennerwein: Hochsaison doch mal wieder einen Anlauf, mit einem ähnlich gelagerten Werk ein Publikum zu finden. Denn auch hier geht es in die bayerische Provinz, auch hier wird die Suche nach einem Mörder mit Humor aufbereitet. Und doch wäre es dem Film gegenüber nicht ganz fair, wenn man ihn als bloße Kopie bezeichnet. Tatsächlich debütierte die zugrundeliegende, aktuell 16 Bände umfassende Romanreihe von Jörg Maurer bereits 2009 – und damit ein Jahr, bevor Rita Falk ihre eigene Reihe begann,

Aber auch inhaltlich geht man in eine etwas andere Richtung. Erfreulich für Krimifans ist, dass man den Film als wirklichen Genrebeitrag anschauen kann. Denn während bei der Konkurrenzreihe der eigentliche Fall mit der Zeit immer unwichtiger wurde, gibt es hier eine Geschichte, bei der man tatsächlich rätseln darf. Gibt es Wendungen und falsche Fährten. Ein wenig versucht sich Kommissar Jennerwein: Hochsaison auch an gesellschaftlichen Themen. So will der Bürgermeister unbedingt die Winterspiele an den Ort holen, was nicht bei allen auf Gegenliebe stößt. Da geht es um Ökologie und Tourismus, um knallharte wirtschaftliche Interessen, aber auch Fragen der Identität. Es gelingt dabei ganz gut, diese Elemente einzubauen, ohne dass es aufdringlich wirkt – im Gegensatz zu so manchem TV-Krimi, wo das Anliegen gern mal größere Priorität hat als der Fall.

Bemühter Humor, brauchbarer Fall

Der Humor überzeugt hingegen weniger. Zwar wird es nie ganz so offensiv klamaukig wie bei Eberhofer, der nach einem unterhaltsamen Debüt 2013 inzwischen zu immer gleichen Blödeleien verkümmert ist. Man versucht das hier schon etwas pointierter. Tatsächlich witzig ist Kommissar Jennerwein: Hochsaison aber auch nicht, da sind zu viele bemühte Stellen dabei. Gerade bei einigen Figuren darf man mit den Augen rollen. Oder eben gähnen, das ist jetzt alles nichts, was man unbedingt gesehen haben muss. Der Film reiht sich dabei in eine unrühmliche Liste deutscher Komödien ein, die dieses Jahr in die Kinos gekommen sind. Ob Horst Schlämmer sucht das Glück, Der perfekte Urlaub oder eben das hier: Man darf inzwischen an den humoristischen Fehlschlägen verzweifeln.

Schlecht ist der Film deswegen aber nicht. So ist der Fall wie oben beschrieben durchaus brauchbar. Außerdem überzeugt er durch das Setting und einige richtig tolle Aufnahmen, einige davon rechtfertigen durchaus den Blick auf die große Leinwand. In der Somme ist Kommissar Jennerwein: Hochsaison schon ganz ordentlich und damit deutlich besser als der andere diesjährige bayerische Totalausfall. Angesichts der Massen an Krimis, die fürs deutsche Fernsehen produziert werden, darf man sich aber schon fragen, ob es diesen hier unbedingt auch noch gebraucht hätte. Sollte es zu einer Fortsetzung kommen, was angesichts der Vorlage mehr als möglich ist, ist da also noch gut Luft nach oben.

Credits

OT: „Kommissar Jennerwein: Hochsaison“
Land: Deutschland
Jahr: 2026
Regie: Hannu Salonen
Drehbuch: Maximilian Brückner, Linus Herbig-Matten, Dinah Marte Golch
Vorlage: Jörg Maurer
Musik: Martina Eisenreich, Michael Kadelbach
Kamera: Felix Cramer
Besetzung: Florian Brückner, Sarah Thonig, Frederic Linkemann, Eva-Maria Reichert, Helmfried von Lüttichau, Florian Thongsap Welsch, Cornelius Obonya

Bilder

Trailer

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Kommissar Jennerwein: Hochsaison
fazit
In „Kommissar Jennerwein: Hochsaison“ kommt es zu einem tödlichen Anschlag auf einen Skispringer und diversen rätselhaften Briefen. Die Romanadaption bietet tolle Bilder und einen ordentlichen Fall. Die Humorversuche sind hingegen kaum erwähnenswert, mehr als Durchschnitt ist das insgesamt nicht.
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