
Eigentlich dachte Pepe (Florian David Fitz) ja, dass er seinen Geburtstag ganz gemütlich mit Leo (Elyas M’Barek) in einem Haus auf Mallorca verbringen würde, das sie von einem Bekannten gemietet haben. Doch die Gemütlichkeit ist schnell vorbei, als auch Rocco (Wotan Wilke Möhring) und Simon (Frederick Lau) auftauchen, die sich unabhängig voneinander dort einquartiert haben. Und als wäre das nicht schon genug, hatten Leos Frau Carlotta (Karoline Herfurth), deren Jugendfreundin Maus (Diana Amft) und Roccos Frau Eva (Jessica Schwarz) dieselbe Idee. Abgerundet wird die Gruppe von Sophie (Emily Kusche), der Tochter von Rocco und Eva. Es dauert nicht lange, bis sich die acht in die Haare kriegen. Als sie nach einem Unglück das schicke Haus gegen ein Massenhotel austauschen müssen, fliegen endgültig die Fetzen …
Geheimnisse, zweite Runde
Was einmal geht, das geht auch mehrfach. Das gilt zumindest für die italienische Hitkomödie Perfetti Sconosciuti – Wie viele Geheimnisse verträgt eine Freundschaft?. Die Geschichte um eine Freundesgruppe, die alle eingehenden Anrufe und Nachrichten öffentlich macht, war so erfolgreich, dass es mehr als zwei Dutzend Remakes aus allen möglichen Ländern gab. Eines davon war die deutsche Adaption Das perfekte Geheimnis, die zwar deutlich schlechter war als das Original, aber mit mehr als fünf Millionen Besuchern und Besucherinnen im Kino dennoch 2019 ein voller Erfolg wurde. Da verwundert es nicht wirklich, dass man irgendwie an diesen Volltreffer anknüpfen möchte. Und so steht sieben Jahre später mit Der perfekte Urlaub ein Nachfolger an, der noch einmal die Clique von damals zusammenführt und in eine neue chaotische Situation stolpern lässt.
Die einzige Schwierigkeit: Es gibt diesmal keinen Film, von dem man klauen konnte, weshalb man sich etwas Eigenes ausdenken musste. Eine ähnliche Situation also zu Der Vorname, ein weiteres deutsches Remake einer europäischen Hitkomödie. Und was macht man in Deutschland, wenn man einen zweiten Teil braucht und keine Idee hat? Man lässt die Figuren einfach in Urlaub fahren. Das war in Der Nachname so, wo es nach Lanzarote ging. Bei Fack ju Göhte 2 führte die Reise nach Thailand. Der perfekte Urlaub hat sich nun Mallorca ausgesucht. Da erkennt man schon ein gewisses Muster. Und auch sonst ist der zweite Teil nicht unbedingt ein kreatives Feuerwerk. Zwar verzichtet man darauf, noch einmal die Handys zu bemühen, zumindest über weite Strecken. Aber natürlich muss es wieder um Geheimnisse gehen und Unausgesprochenes, da offensichtlich die Figuren nichts von ihren Erfahrungen gelernt haben.
Schlechte Witze, furchtbare Figuren
Dass man sich nicht zu weit von der Vorlage entfernen möchte, ist nachzuvollziehen und zumindest teilweise zu entschuldigen. Unentschuldbar ist hingegen, auf welche Weise das umgesetzt wurde. So sind die Witze von Anfang bis Ende eine Zumutung. Wenn man selbst wie die Ballermann-Fraktion völlig besoffen sein sollte, könnte man das eventuell lustig finden. Ansonsten sind die „Gags“ um Verwechslungen und peinliche Situationen unterste Schublade. Die zaghaften Versuche, sich über den Massentourismus lustig zu machen, sind ebenso erfolglos. Und dann wären da noch die Figuren. Die waren schon beim ersten Mal ein bisschen anstrengend. Bei Der perfekte Urlaub sind sie so unsympathisch und nervtötend, dass man schon nach wenigen Minuten den Urlaub abbrechen möchte.
Natürlich wird, wie schon im ersten Teil, ein Happy End erzwungen. Man will nur nicht wirklich viel Arbeit investieren. Das zeigt sich gerade auch beim Verhältnis zwischen den Figuren, wo recht spontan alles wieder gut ist, so als wäre nie etwas gewesen. Das deutlichste Beispiel hierfür ist Sophie, die ihre Mutter auf übelste Weise beschimpft, ohne dass je klar würde warum. Wenn das dann am Ende auf einmal alles beigelegt ist, fragt man sich: Wurden da nicht Szenen vergessen? Klar, Der perfekte Urlaub lockt mit schicken Settings. Und es ist auf jeden Fall gut gemeint, wenn der frisch geoutete Pepe sich doch mal richtig verlieben darf. Das reicht aber alles nicht aus. War schon der erste Film ein überflüssiges, in Teilen sogar vermurkstes Remake, ist der Nachfolger noch einmal schwächer geworden. Möglich, dass er trotzdem ein Millionenpublikum anziehen wird. Für die Kinos ist das schön. Für die deutsche Kreativlandschaft ist das hingegen eine ganz schlechte Nachricht.
OT: „Der perfekte Urlaub“
Land: Deutschland
Jahr: 2026
Regie: Bora Dagtekin
Drehbuch: Bora Dagtekin
Musik: Egon Riedel
Kamera: Christian Rein
Besetzung: Elyas M’Barek, Karoline Herfurth, Florian David Fitz, Jessica Schwarz, Jella Haase, Frederick Lau, Wotan Wilke Möhring, Diana Amft, Emily Kusche, David Korbmann, Paul Ahrens
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