Adams Acht
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Adams Acht

Adams Acht
„Adams Acht“ // Deutschland-Start: 17. September 2026 (Kino)

Inhalt / Kritik

Ratzeburg in den 1950ern. Früher war Karl Adam (Oliver Masucci) Trainer im Boxen, brachte den jungen Männern das Kämpfen bei. Doch nach dem Zweiten Weltkrieg ist davon nicht mehr viel geblieben, nun versucht er, die lokale Jugend beim Rudern zu unterstützen. Einfach ist das nicht, da es in dem kleinen Ort eigentlich an allem mangelt, um diese Sportart professionell zu betreiben. Es reicht nicht einmal für vernünftige Boote. Hinzu kommt, dass die Nachwuchssportler aus einfachen Verhältnissen kommen. Unterstützung durch die Eltern können sie nicht erwarten, sofern sie überhaupt noch welche haben. Davon lässt sich Adam aber nicht abbringen: Was ihm in materieller Hinsicht fehlt, das macht er durch seinen Einfallsreichtum wieder wett. Und tatsächlich gelingt es ihm, den Haufen zu einer Mannschaft zu formen, die es mit deutlich größeren Vereinen aufnehmen kann …

Typische Underdog-Geschichte

Filme über einzelne Sporttalente oder auch Mannschaften gibt es natürlich ohne Ende. Ob Fußball oder Basketball, Golf oder Football – Beispiele gibt es mehr als genug. Rudern fristet da eher ein Nischendasein. Dann und wann gibt es aber schon Versuche, diese Sportart narrativ aufzugreifen. Ganz aktuell erfreut sich beispielsweise die Netflix-Serie Crew Girl größerer Beliebtheit, wo eine Jugendliche bei einer reinen Jungs-Mannschaft einsteigt und für Wirbel sorgt. Mit Adams Acht kommt nun auch ein deutscher Beitrag zu dem Thema. Um Geschlechterbilder geht es hier nicht, das geht alles ganz traditionell zu. Dafür hat man sich aber ein Ereignis herausgesucht, welches tatsächlich Sportgeschichte geschrieben hat. Zumindest Fans des Rudersports wissen um den geradezu märchenhaften Triumph der dortigen Mannschaft.

Man muss aber nicht zwangsläufig selbst ein Fan sein, um hieran seinen Spaß zu haben. Denn im Grunde handelt sich das hier um eine dieser typischen Underdog-Geschichten, wo krasse Außenseiter es auf einmal den Alteingesessenen und Favoriten so richtig zeigen. Das ist dann zwar nicht sehr originell, funktioniert aber immer. Und basiert hier eben auf einem wahren Ereignis, weshalb man das eher durchwinkt. Und damit das Publikum von Adams Acht auch wirklich die Daumen drückt, wird bei der Konkurrenz gern ein wenig überzeichnet. Manche dieser Leute, ob sie nun Vereinsvorstände oder selbst Sportler, sind eine Ansammlung von Klischees. Nur selten traut sich der Film da auch mal an ein wenig Ambivalenz. Die Zuschauer und Zuschauerinnen sollen schließlich wissen, wen sie hier anfeuern dürfen.

Zu viel gewollt

Wobei man dem Film nicht vorwerfen kann, nichts zu erzählen zu haben. Tatsächlich ist das Gegenteil der Fall: Adams Acht packt sogar unglaublich viele Themen aus. Da ist beispielsweise der Philosophiestudent Hans Lenk (Felix Kammerer), der mit Ulla Jahn (Svenja Jung) in der Ostzone eine Beziehung führt und sich deshalb immer wieder einschleicht. Manfred Rulffs (Leonard Kunz) wiederum bandelt mit Rose (Stephanie Amarell) an, die jedoch aus höherem Haus stammt und deswegen die Beziehung verheimlicht. Ein größeres Thema ist noch Adam selbst, der während des Zweiten Weltkriegs eine traumatische Erfahrung machte, die ihm noch immer zusetzt. So wie allgemein die Vergangenheit an vielen Stellen durchschimmert. Da trifft Klassenkampf auf Diskriminierung, Läuterung auf Selbstverwirklichung.

Das ist ambitioniert, führt aber dazu, dass der Film völlig überfrachtet ist. Anstatt sich auf das sportliche Ereignis zu konzentrieren, soll das hier auch eine Mischung aus Gesellschaftsporträt, Historiendrama und Romanze sein, weshalb man irgendwann schon gar nicht mehr sagen kann, worum es in der Geschichte eigentlich geht. Vieles kratzt dann auch nur an der Oberfläche, weil hinten und vorne die Zeit nicht reicht. Mitunter wird es auch ein wenig zu glatt. Das ist schade, weil der oft im Fernsehen tätige Regisseur Hannu Salonen (Blindspot) den Sport an sich gut in Szene setzt. Die entsprechenden Stellen sind schon sehenswert geworden. So epochal die historische Vorlage war, Adams Acht selbst ist das leider nicht geworden.

Credits

OT: „Adams Acht“
Land: Deutschland
Jahr: 2026
Regie: Hannu Salonen
Drehbuch: Domenik Pockberger, Stephan Falk
Musik: Karim Sebastian Elias
Kamera: Felix Cramer
Besetzung: Oliver Masucci, Felix Kammerer, Svenja Jung, Leonard Kunz, Axel Milberg, Heino Ferch, Katrin Röver, Stephanie Amarell, Nick Romeo Reimann

Bilder

Trailer

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Adams Acht
fazit
„Adams Acht“ erinnert an eine provinzielle Rudermannschaft, die in den 1950ern Sportgeschichte geschrieben hat. Die entsprechenden Szenen sind gut dargestellt. Die Underdog-Geschichte ist zwar schematisch, funktioniert aber gut. Schade ist jedoch, wie sich der Film in unzähligen Themen und Strängen verliert, für die am Ende nicht genug Zeit ist.
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