Crazy For You Borderline
© Plaion Pictures

Crazy For You

„Crazy For You“ // Deutschland-Start: 22. Oktober 2026 (DVD / Blu-ray)

Inhalt / Kritik

Die Popsängerin Sofia Minor (Samara Weaving) hat mit ihrer Musik zahlreiche Fans gewonnen. Doch niemand ist ihr derart verfallen wie Paul Duerson (Ray Nicholson). Für ihn ist klar, dass die beiden füreinander bestimmt sind. Mehr noch, er ist davon überzeugt, dass die zwei bald heiraten werden. Als sich bei seinem Versuch, seinem Idol näherzukommen, Bodyguard Bell (Eric Dane) in den Weg stellt, sticht er diesen ab, im Irrglauben, dass Sofia gerade vor ihm steht. Bell überlebt diesen Angriff jedoch und will sechs Monate später seine Arbeit wiederaufnehmen, sehr zum Missfallen von seiner Tochter Abby (Yasmeen Kelders). Und tatsächlich lauert die nächste Gefahr, denn der seinerzeit inhaftierte Paul ist gemeinsam mit Penny Pascal (Alba Baptista) aus dem Gefängnis ausgebrochen ist. Sein Ziel: das nachholen, was ihm ein halbes Jahr zuvor nicht geglückt ist …

Komischer Wahnsinn

Für Berühmtheiten zu schwärmen, ist natürlich nichts Ungewöhnliches. Die meisten von uns haben irgendwann jemanden, den wir ganz besonders toll finden. Doch eine solche Schwärmerei kann auch ein Eigenleben entwickeln und zu einer ungesunden Besessenheit werden. Das ist ein dankbares Thema für Filme, weshalb immer mal wieder welche gedreht werden, in denen ein Idol verfolgt oder drangsaliert wird. Das berühmteste Beispiel ist sicherlich der preisgekrönte Thriller Misery, bei dem eine Frau ihren Lieblingsautor gefangen hält. Aber auch eine humorvolle Variante ist möglich, wie Sweetness demonstrierte. Dort will eine Teenagerin einen von ihr angehimmelten Sänger von dessen Drogensucht heilen – gegen seinen Willen. Und auch in Crazy For You wird ausgiebig mit Humor gearbeitet, wenn ein Fan mehr als eine Grenze überschreitet.

Dass der Film nicht ganz so ernst gemeint ist, zeigt bereits die oben beschriebene Eröffnungsszene, wo der Wahn des Antagonisten völlig überzeichnet ist. Das wird sich auch im weiteren Verlauf mehrfach bestätigen, wenn Paul sehr genaue Vorstellungen davon hat, wie die Welt zu sein hat, selbst wenn das nur wenig mit der Realität da draußen gemeinsam hat. Crazy For You kann sich dabei auch auf die Besetzung verlassen. Ray Nicholson (Mr. No Pain) demonstriert hier, dass er genauso wahnsinnig auftreten kann wie sein berühmter Vater, Hollywood-Legende Jack Nicholson. Samara Weaving (Ready or Not 2) ist für diese Art Film sowieso eine Idealbesetzung. Da ist es ein bisschen schade, dass ihre Figur zu oft zur Passivität verdammt ist und sie oft anderen den Vortritt lassen muss. Anstatt aus dem Stoff ein direktes Duell zu machen, wie es naheliegend gewesen wäre, springen noch diverse andere Figuren herum.

Kein Volltreffer

Das größere Problem ist aber, dass Regisseur und Drehbuchautor Jimmy Warden, der auch die Vorlage für Cocaine Bear geschrieben hat, am Ende doch nicht ganz so viele Ideen hat. So verrückt der Einstieg ist, später wird dann doch zu viel einfach nur wiederholt. Crazy For You ist dadurch weder so witzig, wie man sich das vielleicht erhofft hat, noch so spannend, wie es eigentlich zu erwarten war. Das heißt nicht, dass es nicht zur Sache geht. Da sind schon immer mal wieder brutale Spitzen. Nur bleiben diese seltsam folgenlos, so als würden wir uns einen alten Cartoon der Looney Tunes anschauen. Das passt dann zwar zu der übertriebenen Art des Films, verhindert aber auch echten Nervenkitzel.

Schlecht ist das Ergebnis nicht. Zwischendurch ist es schon immer mal wieder amüsant dabei zuzusehen, wie sich der einseitig Verliebte in seinen Wahn hineinsteigert. Es gibt auch den einen oder anderen absurden Einfall: Wenn man nicht mehr in der Realität verankert ist, kann man in seiner Spinnerei schon einiges tun. Das hinterlässt nur alles nicht so wahnsinnig viel Eindruck. Dass Crazy For You eigentlich schon 2022 gedreht wurde, aber erst Jahre später eine Veröffentlichung fand, trotz der bekannten Besetzung, spricht für sich. Die Thrillerkomödie ist ein recht durchschnittlicher Beitrag, den man sich schon zwischendurch anschauen kann, der aber anschließend rasch vergessen ist. Bemerkenswert ist jedoch, wie man den englischen Titel Borderline für den deutschen Markt veränderte – und in beiden Fällen den Titel eines alten Madonna-Lieds verwendete.

Credits

OT: „Borderline“
Land: USA
Jahr: 2025
Regie: Jimmy Warden
Drehbuch: Jimmy Warden
Musik: Mondo Boys
Kamera: Michael Alden Lloyd
Besetzung: Samara Weaving, Ray Nicholson, Jimmie Fails, Alba Baptista, Eric Dane, Yasmeen Kelders

Bilder

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Crazy For You
fazit
In „Crazy For You“ verfolgt ein wahnhafter Fan eine berühmte Popsängerin und geht dafür auch über Leichen. Klingt nach einem düsteren Thriller, ist aber über weite Strecken eher überzeichnete Komödie. Das ist zwischendurch schon ganz amüsant, wird aber nie so spannend, wie man sich das hat erhoffen dürfen.
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