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Tiroler Blut: Am Abgrund

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„Tiroler Blut: Am Abgrund“ // Deutschland-Start: 15. Oktober 2026 (Das Erste)

Inhalt / Kritik

Benedikt Renner (Cornelius Obonya) hat es dank seiner Immobiliengeschäfte zu viel Reichtum und Einfluss gebracht. Aber auch zu einigen Feinden. Erst wird er von Jan Uslar (Lukas Walcher), Wortführer der Bürgerinitiative Zukunft Tirol, vor laufender Kamera angegriffen. Schlimmer aber ist, dass seine Tochter Emily (Julia Novohradsky) entführt wird. Dabei geht es zum einen um Geld. Doch die Entführer fordern auch interne Unterlagen, was für den Unternehmer inakzeptabel ist. Das führt zu einer Reihe von Konflikten mit Fanny Gruber (Ursula Strauss), die den Fall übernommen hat. Auch deren Sohn Tobi (Noah L. Perktold) ist an den Ermittlungen beteiligt und muss feststellen, dass an dieser Entführung irgendetwas faul ist …

Ein etwas anderer Krimi

Noch eine Krimireihe, die in Österreich spielt? Das werden sich sicherlich manche gefragt haben, als die ARD vergangene Woche mit Tiroler Blut an den Start gegangen ist. Schließlich gibt es bei den öffentlich-rechtlichen schon einige, hinzu kommen die diversen ORF-Produktionen, die ebenfalls hierzulande laufen. Der Auftakt Der erste Schuss machte dabei auch nicht so wirklich viel Lust auf mehr, da er sich zu sehr auf das Familiendrama konzentrierte und auch beim Fall selbst Mängel aufwies. Mit Am Abgrund steht nun der zweite Teil an, der in mehrfacher Hinsicht eine andere Richtung einschlägt. Tatsächlich besser ist er aber nicht, auch beim zweiten Anlauf schaut sich die deutsch-österreichische Produktion das Mittelfeld von unten an.

Dabei muss man der Reihe zugutehalten, dass sie durchaus etwas versucht und etwas andere Kriminalfälle präsentiert. Ein Großteil dieses Genres besteht dann doch aus den klassischen Whodunits, wo herausgefunden werden muss, wer ein Verbrechen begangen hat. Die erste Folge nahm eine gewaltsame Begegnung mit bekannten Teilnehmern und gab anschließend mehr Hintergründe zum Ablauf. Und auch bei Tiroler Blut: Am Abgrund muss man nicht lange warten, um herauszufinden, wer hinter der Entführung steckt. Selbst das Motiv für die Entführung wird lange vor Ende verraten. Zumindest das Publikum vor den Bildschirmen weiß Bescheid und bekommt einen ordentlichen Wissensvorsprung. Dafür gibt es andere Punkte, welche die Polizei im Laufe der Ermittlungen herausfinden muss. Denn erneut gibt es da im Hintergrund mehr, als es zunächst den Anschein hat.

Nervig und unglaubwürdig

Im Ansatz ist das nicht verkehrt. Bei der konkreten Umsetzung hingegen schon. So darf man wie schon in der Vorwoche keine größeren Anforderungen an die Glaubwürdigkeit haben. Das betrifft einerseits die Geschichte an sich, die schon sehr konstruiert ist mit den diversen Verwicklungen. Aber auch das Verhalten der Figuren ist zuweilen willkürlich. Und anstrengend. Bei Tiroler Blut: Am Abgrund mag man es erneut recht konfrontativ, da wird quasi andauernd gestritten, auch in Situationen, wo es das gar nicht gebraucht hätte. Ein Manko ist dabei die Hauptfigur. Schon bei der ersten Folge nervte die Polizistin. Während man das dort aber zumindest noch ein wenig mit dem Mutterinstinkt rechtfertigen konnte, als ihr Sohn in die Kritik geriet, ist sie dieses Mal ohne Anlass furchtbar.

Und dann wäre da noch die Sache mit der Familie. Die erste Folge führte gleich drei Generationen ein, die bei der Polizei arbeiten oder gearbeitet haben. Das wäre eigentlich ein guter Anlass, um gesellschaftliche Änderungen aufzuzeigen. Wie hat sich die Einstellung zur Polizei gewandelt? Genutzt wurde das kaum. In Tiroler Blut: Am Abgrund spielt das dann überhaupt keine Rolle mehr. Der Sohn ist nur noch irgendwie dabei, Großvater Hannes (Sven-Eric Bechtolf) hat keine Funktion. Dafür wird mit Anna (Allegra Tinnefeld) noch ein weiteres Familienmitglied eingeführt, die Schwester von Tobi. Und natürlich hat die dann, wenn auch über Umwege, wieder mit dem Fall zu tun. Das ist alles so billig und überfrachtet, dass es keinen Spaß macht, hier bis zum Ende dranzubleiben. Lust auf weitere Teile macht der Film sowieso nicht.

Credits

OT: „Tiroler Blut: Am Abgrund“
Land: Deutschland, Österreich
Jahr: 2026
Regie: Matthias Tiefenbacher
Drehbuch: Christian Jeltsch
Musik: Martina Eisenreich
Kamera: Hanno Lentz
Besetzung: Ursula Strauss, Noah L. Perktold, Allegra Tinnefeld, Sven-Eric Bechtolf, Kai Ivo Baulitz, Alina Fritsch, Klaus Windisch, Cornelius Obonya, Julia Novohradsky, Mona Kospach, Martin Leutgeb, Zoe Moore

Bilder

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Tiroler Blut: Am Abgrund
fazit
In „Tiroler Blut: Am Abgrund“ muss die Polizei die entführte Tochter eines Immobilienmanagers finden. Der Krimi ist von der Erzählstruktur her wie schon der Vorgänger etwas ungewöhnlich. Allerdings werden auch die Mankos wiederholt: Die Geschichte ist kaum glaubwürdig, die Figuren sind furchtbar.
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