Kanzlei Liebling Kreuzberg - Auf Augenhöhe Tv Fernsehen Das Erste ARD Streamen online Mediathek Video on Demand DVD kaufen
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Kanzlei Liebling Kreuzberg: Auf Augenhöhe

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„Kanzlei Liebling Kreuzberg: Auf Augenhöhe“ // Deutschland-Start: 23. Oktober 2026 (Das Erste)

Inhalt / Kritik

Für Dr. Talia Jahnka (Gabriela Maria Schmeide) ist es ein Desaster: Hexenschuss. Die Schmerzen sind höllisch, sie kann sich kaum bewegen. Und dabei hat sie gerade einen wichtigen Fall, sie soll Bernd Schulze (Tom Keune) dabei helfen, zwei Gewerbemieter aus dem gerade geerbten Haus loszuwerden, damit der sich die dringend benötigte Renovierung des Dachs leisten kann. Wohl oder übel muss sie den Fall daher an ihre Partnerin Lisa Liebling (Luise von Finckh) abtreten, die mit der Rolle der Rauswerferin aber ziemlich hadert. Zumal einer dieser Mieter der Friseur Nadim Demirs (Vedat Erincin) ist, ein alter Bekannter ihres Großvaters. Cem Oktays (Emre Aksizoglu) wiederum übernimmt von Liebling den Fall der Aktivistin Alina Weber (Meriel Hinsching), die abgelaufene Lebensmittel aus einer Supermarkt-Mülltonne genommen hat und dafür verklagt wird …

Differenzierte Mietproblematik

Weiter geht es mit Kanzlei Liebling Kreuzberg. Die an die Kultserie Liebling Kreuzberg angelehnte Komödienreihe erzählt davon, wie die Enkelin des eigenwilligen Anwalts in dessen Fußstapfen tritt – und sich damit immer wieder schwertut. Nach dem Auftakt 2024 gab es 2025 zwei Filme. Und auch dieses Jahr stehen zwei neue Teile an. Vergangene Woche erzählte Ein Meisterstück von einem Bäcker-Azubi, der sich mit seinem Chef streitet, sowie einem Jungen, der unbedingt zu seiner Oma will. Mit Auf Augenhöhe geht es nun nahtlos weiter. Erneut werden dabei zwei Fälle parallel verarbeitet, angereichert mit diversen privaten Themen, welche die Figuren menschlicher und nahbarer machen sollen.

Der interessantere Fall ist dabei der um das Mietshaus. So hat es in den letzten Jahren zwar ganz viele Filme rund um das Thema Gentrifizierung gegeben, bei denen Leute aus ihren Wohnungen geworfen werden, damit daraus dann Luxusappartements gemacht werden können, die mehr einbringen. Und zumindest anfangs liegt der Verdacht nahe, dass es auch bei Kanzlei Liebling Kreuzberg: Auf Augenhöhe darum geht, was es erst einmal selbst macht, dass ausgerechnet die Weltverbesserin Liebling den Fall übernimmt. Glücklicherweise wird es aber differenzierter, als einfach nur mal wieder vom bösen Vermieter zu sprechen, der alle paar Wochen irgendwo im öffentlich-rechtlichen Fernsehen auftritt. Stattdessen lernen wir einen Mann kennen, der tatsächlich nach einer Lösung sucht und sich in einer schwierigen Lage befindet.

Gut gemeint

Weniger spannend ist der zweite Strang um die Geschichte der abgelaufenen Lebensmittel, die ungefragt aus dem Müll gefischt wurden. Das Thema an sich ist zwar schon relevant, gerade in einer Wegwerfgesellschaft, in der Besitztümer sehr ungleichmäßig verteilt werden. Nur wurde dieses schon des Öfteren im deutschen Fernsehen aufgegriffen, siehe etwa Die Drei von der Müllabfuhr: Zu gut für die Tonne. Und es wird jedes Mal dasselbe erzählt, da fehlt Kanzlei Liebling Kreuzberg: Auf Augenhöhe einfach eine neue Perspektive oder eigene Gedanken. Dass die Figuren nicht sonderlich vielschichtig geworden sind, macht die Sache auch nicht besser.

Ebenfalls etwas zwiespältig ist die Entscheidung, das Private stärker zu forcieren. Dass Liebling zum zweiten Mal in Folge einen alten Bekannten ihres Großvaters als Gegenseite bekommt, ist recht einfallslos. Die mehrfachen Versuche, an die alte Serie anzuknüpfen, etwa durch alte Aufnahmen von Manfred Krug, wirken zudem etwas verzweifelt. Offensichtlich traut man da den eigenen Figuren nicht zu, die Reihe allein zu tragen. Dass da eine Romanze zwischen Liebling und Oktays ins Spiel gebracht wird, hätte es auch nicht unbedingt gebraucht. Zusammen mit dem wieder stärker moralinsauren Ton ist Kanzlei Liebling Kreuzberg: Auf Augenhöhe dann auch schwächer als der direkte Vorgänger. So wichtig die beiden Themen sind, die hier verarbeitet werden, gut ist das Ergebnis nicht.

Credits

OT: „Kanzlei Liebling Kreuzberg: Auf Augenhöhe“
Land: Deutschland
Jahr: 2026
Regie: Christoph Schnee
Drehbuch: Léonie-Claire Breinersdorfer
Musik: Paul Eisenach, Jonas Hofer, Maddalena Barbieri
Kamera: Christoph Krauss
Besetzung: Luise von Finckh, Gabriela Maria Schmeide, Emre Aksizoglu, Anja Franke, Roswitha Schreiner, Nhung Hong, Christian Kuchenbuch, Meriel Hinsching, Tom Keune, Vedat Erincin, Boris Aljinovic

Bilder

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Kanzlei Liebling Kreuzberg: Auf Augenhöhe
fazit
„Kanzlei Liebling Kreuzberg: Auf Augenhöhe“ handelt von Streitigkeiten um ein geerbtes Mietshaus und eine Frau, die Lebensmittel aus einer Mülltonne genommen hat. Während die erste Geschichte noch relativ vielschichtig ist, gibt es bei der zweiten nur 08/15. Aber auch der moralinsaure Ton und die privaten Geschichten sind weniger geglückt.
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