Crawlers – Im Netz der Spinnen
© Leonine

Crawlers – Im Netz der Spinnen

„Crawlers – Im Netz der Spinnen“ // Deutschland-Start: 23. Oktober 2026 (DVD / Blu-ray)

Inhalt / Kritik

Über mangelnde Beschäftigung kann sich Serena (Matilda Lutz) eigentlich nicht beklagen. Als Hausmeisterin in einem Wohnkomplex ist ständig etwas, das es zu reparieren gilt – zumal der Besitzer Mr. Rossmore (William Miller) nicht gerne Geld investiert. Vielmehr plant er sogar eine Mieterhöhung für die heruntergekommenen Wohnungen, was im Haus gar nicht gut ankommt. Dabei ist die finanzielle Herausforderung bald das geringste der Probleme. Schließlich haben sich besonders aggressive Spinnen in der Schulter des Professors George (Chris Rogers) angesiedelt und starten von dort aus ihren Eroberungsfeldzug im Haus, gegen den niemand etwas ausrichten kann. Denn bis die Leute merken, was da geschieht, ist es bereits zu spät …

Spinnenhorror mit Stereotypen

Kaum ein Tier löst bei den Menschen ähnlich starke und oft negative Gefühle aus wie Spinnen. Das macht sie prinzipiell zu idealen Antagonisten in Horrorfilmen, auch wenn das Potenzial eher selten genutzt wird. Lange war das Angebot ein bisschen dünn. In den letzten Jahren sind aber wieder diverse Filme herausgekommen, die mit den kleinen Krabblern für mächtig Aufregung sorgen wollten. Das Konzept ist dabei immer gleich: Eine besondere Spinne landet in einem Wohnkomplex und ehe man es sich versieht, werden dort alle Menschen bedroht. Bei Sting haben wir es mit einer Spinne zu tun, die auf Riesengröße heranwächst. Spiders – Ihr Biss ist der Tod wiederum setzt auf eine enorme Masse an Spinnen. Letzteres ist auch bei Crawlers – Im Netz der Spinnen der Fall.

Tatsächlich haben der erstgenannte französische Titel und die US-amerikanische Produktion einiges gemeinsam. In beiden Fällen besteht das Setting aus einem heruntergekommenen Wohlkomplex, in dem die unterschiedlichsten Leute zusammenkommen. Während der Ausflug in das Banlieue aber mit einem gesellschaftlichen Aspekt einherging, da verzichtet Crawlers – Im Netz der Spinnen völlig darauf, etwas Nennenswertes sagen zu wollen. Sicher, da ist der Vermieter, der als Sinnbild für einen menschenverachtenden Kapitalismus steht. Aber es reicht nur für ein überzeichnetes Stereotyp. Bei den anderen Figuren sieht es nicht besser aus. Diese haben meistens nur eine Charaktereigenschaft oder Besonderheit, für mehr reicht es nicht. Selbst die Protagonistin ist nur schwach gezeichnet, wird durch ihre bislang unerwiderte Liebe zur Musik definiert.

Ganz unterhaltsam

Nun müssen schwach ausgeprägte Charaktere kein Beinbruch sein, gerade auch in diesem Genre. Dass sie einem nahegehen, wie es eben bei Spiders der Fall war, ist eher die Ausnahme. Und zumindest phasenweise ist es ja auch amüsant, diesen verschroben-verkorksten Gestalten bei ihrem ungleichen Überlebenskampf zuzusehen. An manchen Stellen wird es sogar richtig schön bescheuert, gerade zum Ende hin, wenn versteckte Seiten zum Vorschau kommen. Nur hätte das alles gern noch konsequenter umgesetzt werden können in Form einer Horrorkomödie. So aber bleibt Crawlers – Im Netz der Spinnen ein Film, der sich nicht so wirklich entscheiden kann oder will.

Dennoch ist das Ganze einen Blick wert, wenn man diese Art Filme mag. Denn neben den komischen Momenten enthält dieser hier auch die eine oder andere Szene, die schön widerlich geworden ist. Regisseur Ángel Gómez Hernández (Voces – Die Stimmen, The Boogeyman – Origins) hat da schon ein Händchen, um die kleinen Monster im Rahmen von Body-Horror-Momenten in Szene zu setzen. Letztendlich hat Crawlers – Im Netz der Spinnen diesem Subgenre nichts hinzuzufügen, erzählt nichts, was man nicht schon woanders gesehen hat. Aber irgendwie ist das hier doch ein ganz sympathisches Werk geworden, mit dem man sich anderthalb Stunden lang die Zeit vertreiben kann.

Credits

OT: „Crawlers“
Land: USA
Jahr: 2026
Regie: Ángel Gómez Hernández
Drehbuch: Jayson Rothwell
Musik: Jesús Díaz, Roberto González
Kamera: Pablo Rosso
Besetzung: Matilda Lutz, Gregg Sulkin, William Miller, Melina Matthews

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Crawlers – Im Netz der Spinnen
fazit
In „Crawlers – Im Netz der Spinnen“ wird ein heruntergekommener Wohnkomplex von Spinnen überrannt. Der Film setzt auf eine Mischung aus überzeichneten Figuren und widerlichem Body Horror. Originell ist das Ganze nicht, zumindest aber unterhaltsam, selbst wenn manches gern konsequenter hätte sein dürfen.
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