Mr Bean
© Pidax Film

Mr. Bean

„Mr. Bean“ // Deutschland- Start: 1. Januar 1991 (TV) // 15. Oktober 2026 (DVD)

Inhalt / Kritik

Mr. Bean (Rowan Atkinson) ist ein zu groß geratenes Kind, das im Alltag immer wieder an den Tücken der Objekte zu scheitern droht. Ausgestattet mit Tweed-Sakko, dunkler Hose und Krawatte, erweckt der Mittdreißiger den Eindruck eines gepflegten Geschäftsmannes. Doch sobald er mit Gegenständen oder anderen Menschen in Interaktion tritt, ist das Chaos vorprogrammiert. Dann versagen Fernsehantennen, wird ein Geburtstagsdinner mit Steak Tartar zu einem wahren Desaster oder ein harmloser Besuch im Schwimmbad könnte dem ahnungslosen Naivling als Serie fortlaufender sexueller Belästigungen ausgelegt werden. Mitunter sieht man Mr. Bean auch in Begleitung einer Freundin (Matilda Ziegler), doch seine Tollpatschigkeit, seine Eifersucht und seine Egozentrik sorgen schnell dafür, dass die traute Zweisamkeit Risse bekommt. Den einzigen wirklichen Verbündeten hat der wortkarge Austin-Mini-Fahrer in seinem Kuscheltier Teddy, das in den späteren Episoden dieser vierzehnteiligen Kultserie aus Großbritannien regelmäßig mit von der Partie war.

Die Tücken der Objekte

Es ist schon etwas Besonderes, wenn es einem Komiker gelingt, mit einer einzigen Figur dermaßen verknüpft zu werden, dass deren Name weltweit geläufiger ist als der des Schauspielers selbst. Bei Rowan Atkinson dürfte das sicherlich der Fall sein, denn Mr. Beans Popularität hat die ihres Erfinders und Darstellers Atkinson schon immer in den Schatten gestellt. Erste Schritte vor der Kamera unternahm der 1955 in Durham geborene Atkinson, der ein Elektroingenieursstudium an der Oxford University absolviert hatte, in den späten 1970er Jahren. Damals trat er an der Seite alter Showbiz-Größen wie John Cleese (Ein Fisch namens Wanda), Peter Cook (Die Braut des Prinzen) oder Terry Jones (Das Leben des Brian) auf, von deren Comedy-Timing er sich sicherlich einiges abschauen konnte. In den frühen 1980er Jahren ging es mit Atkinsons Karriere steil bergauf, nachdem er ab 1983 eine erste ikonografische Rolle als Prinz Edmund in der Kultserie Blackadder übernommen hatte. In insgesamt vier Staffeln und 24 Folgen wurde er seinerzeit zunächst in Großbritannien ein Star. Atkinsons Weltruhm begann eine Dekade später, als er ab 1990 weltweit als „Mr. Bean“ zu sehen war.

Dieser Mr. Bean ist ein zu groß geratenes Kind in seriöser Kleidung, das sich durchweg alles andere als seriös verhält. Am Steuer seines zitronengelben Austin-Minis (in der Pilotepisode war dieser noch orange, endete aber alsbald auf dem Schrottplatz) kennt er keinerlei Skrupel und macht insbesondere dem anonymen Fahrer eines hellblauen dreirädrigen Reliant Regal Supervan das Leben schwer. Eine oftmals sehr rasch zum Vorschein kommende Charaktereigenschaft Mr. Beans liegt in seiner Gehässigkeit und in seinem Geltungsbedürfnis. Bereits im ersten Sketch der ersten Episode eskaliert das Auspacken der Schreibutensilien bei einer Prüfung zu einem Kräftemessen mit seinem Sitznachbarn (Paul Bown). Derartige Äußerlichkeiten können dabei kaum verhehlen, dass Mr. Bean mit der Aufgabenstellung der Klausur hoffnungslos überfordert ist, weswegen er auf einfallsreiche Weise bei seinem Nebenmann abzuspicken versucht. Mit derartigen Situationen und Verhaltensweisen kann man sich weltweit problemlos identifizieren, und da die in den Sketchen dargestellten Fallstricke zeitlos sind und jede Generation wieder von neuem betreffen, ist die erstmals 1991 auch im deutschen Fernsehen ausgestrahlte Sketchreihe sehr gut gealtert. Schließlich ist Rowan Atkinson ein exzellenter Komiker, der nicht nur mit Grimassen, sondern auch vorzüglichem Timing zu begeistern versteht.

Nicht ohne meinen Teddy

Da die Serie seit ihrer Erstausstrahlung nichts von ihrer Popularität eingebüßt hat und jährliche Wiederholungen keine Seltenheit sind, könnte man den Eindruck erhalten, dass es unzählige Folgen gibt. Das ist allerdings nur bei der Mr. Bean-Zeichentrickserie der Fall, die es in über 20 Jahren bislang auf knapp 200 Episoden gebracht hat. Vom realen Vorbild entstanden hingegen in den Jahren 1989 bis 1995 lediglich vierzehn reguläre 25minütige Folgen, hinzu kommen ein Best-Of, einige zunächst nicht im Fernsehen ausgestrahlte Episoden sowie bislang zwei Kinofilme, Mr. Bean – Der ultimative Katastrophenfilm (1997) und Mr. Bean macht Ferien (2007).  Atkinson hat jedenfalls erkannt, dass Mr. Bean die Rolle seines Lebens ist, und erhält diese bei Live-Auftritten im Londoner West End und mit neuen Staffeln der Zeichentrickserie weiter am Leben.

Bei „Pidax-Serienklassiker“ ist die komplette Realserie rund um „Mr. Bean“ im Oktober weltweit erstmals in HD auf BluRay erschienen. Parallel hat das Label auch eine Wiederveröffentlichung auf DVD herausgebracht. Dort finden sich die vierzehn regulären Episoden sowie das Bonusmaterial auf insgesamt drei Scheiben. Das Bild (im Widescreen-Format 16:9) ist dabei etwas mau ausgefallen, was sicherlich am Magnetband-Master der Serie liegen dürfte. Da die Serie kaum gesprochene Dialoge aufweist und deswegen nie Deutsch synchronisiert wurde, liegt sie im englischen Original (in Dolby Digital 2.0) vor, optional sind deutsche und englische Untertitel verfügbar. Das Bonusmaterial hat mehr als zwei Stunden Laufzeit und besteht aus der „Best Of“-Folge „Mr. Bean räumt auf“, der Dokumentation „Die Story von Mr. Bean“ und den beiden nicht im Fernsehen ausgestrahlten Episoden „Mr. Bean in der Bücherei“ und „Mr. Bean wartet auf den Bus“.

Credits

OT: „Mr. Bean“
Land: UK
Jahr: 1989-1995
Regie: John Birkin, Paul Weiland, John Howard Davies
Drehbuch: Rowan Atkinson, Robin Driscoll, Richard Curtis, Ben Elton
Kamera: Shaun O’Dell
Musik: Howard Goodall
Besetzung: Rowan Atkinson, Matilda Ziegler, Robin Driscoll, Matthew Ashforde, Richard Wilson, Caroline Quentin, Dave O’Higgins

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fazit
Mit den hier geschilderten Situationen und Verhaltensweisen kann man sich problemlos identifizieren, und da die in den Sketchen dargestellten Fallstricke zeitlos sind, ist die Sketchreihe sehr gut gealtert. Schließlich ist Rowan Atkinson ein exzellenter Komiker, der nicht nur mit Grimassen, sondern auch vorzüglichem Timing zu begeistern versteht.
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