
Das Eichhörnchen Edmund und die Bärin Luzie mögen unterschiedlichen Tierarten angehören. Das hindert sie aber nicht daran, eng mit einander befreundet zu sein. Und auch sonst ist man sich wohlgesonnen in dem Kastanienbaum, der idyllisch in einem Wald gelegen ist. Also verbringen sie viel Zeit miteinander und erleben gemeinsam die Schönheit der Natur. Und da ist einiges, was auf sie wartet, gerade auch im Winter, wenn alles unter einer dicken Schneedecke begraben ist und überall Schätze zu entdecken sind …
Zusammenschnitt der Kinderserie
Es ist schon eine Weile her, dass Edmund und Luzie produziert wurde. Bereits 2022 lief die französische Animationsserie in der Heimat, kurze Zeit später auch bei uns im KiKa. An Material mangelt es dennoch nicht. Die auf den Kinderbüchern von Astrid Desbordes und Marc Boutavant basierende Produktion brachte es auf stolze 52 Episoden, jede davon etwa 11 Minuten lang. Dank Edmund und Luzie: Winterabenteuer gibt es nun ein Wiedersehen mit den putzigen Tieren, und das sogar im Kino. Dabei handelt es sich jedoch nicht um einen tatsächlichen Film. Neu ist das hier auch nicht. Vielmehr handelt es sich um den Zusammenschnitt von vier alten Folgen.
Solche Veröffentlichungen kennt man auch von anderen. Im Animesegment dienen Titel Kaiju No. 8: Mission Recon dazu, Staffeln zusammenzufassen in Vorbereitung auf eine Fortsetzung. Auch bei der kanadischen Produktion Dounia: The Great White North handelt es sich um einen solchen Zusammenschnitt. Während diese Beispiele aber trotz allem eine durchgängige Geschichte erzählen, merkt man bei Edmund und Luzie: Winterabenteuer schnell, dass ein episodisches Werk zugrunde liegt. So hat man zwar vier Folgen genommen, die gut zusammenpassen, weil sie alle im Winter spielen – der Titel wurde nicht ohne Grund gewählt. Aber die einzelnen Segmente sind unabhängig voneinander.
Süß und sympathisch
Vorkenntnisse braucht es hier nicht. Zwar braucht man am Anfang ein bisschen, bis man weiß, wer diese Figuren sind. Dass ein Bär die Größe eines Eichhörnchens hat, hilft nicht unbedingt dabei, die Charaktere als tatsächliche Tiere zu identifizieren. Das ist schon etwas schade, weil man hiermit ja auch die Liebe zur Natur fördern will. Das ist bei einem Film, der nur wenig mit der Natur zu tun hat, aber gar nicht so einfach. Edmund und Luzie: Winterabenteuer vermenschlicht die meisten Figuren so stark, dass von dem Ansatz nicht mehr viel bleibt. Sofern man in der Hinsicht nicht viel erwartet, ist das aber schon alles ganz nett geworden. Die sehr junge Zielgruppe darf unter anderem bei einer Schatzsuche dabei sein oder auch einer Schneeballschlacht. Das Abenteuer im Titel mag da etwas hochgegriffen sein. Aber das muss ja nicht stören.
Die Optik ist ebenfalls etwas schlichter ausgefallen. Die Hintergründe sind nicht sehr detailliert, die Figuren sind ebenfalls gröber gehalten. Dafür gibt es aber einige witzige Designs und hübsche Lichtspielereien. Insgesamt hat das Animationsstudio MIAM ! Animation sicherlich kein visuelles Meisterwerk vorgelegt. Aber es ist doch zweckmäßig. Ob man Edmund und Luzie: Winterabenteuer unbedingt auf der großen Leinwand sehen muss, darüber lässt sich streiten, gerade auch, weil man damit in Konkurrenz tritt zu tatsächlichen Kinofilmen, die zudem deutlich höher budgetiert sind. Aber es ist schon alles süß und sympathisch hier und zudem schön unaufgeregt, weshalb Eltern mit ganz kleinen Kindern schon darüber nachdenken könnten, sich das hier einmal anzuschauen. Für einen ersten Kinobesuch ist das keine schlechte Wahl.
OT: „L’hiver d’Edmond et Lucy“
Land: Frankreich
Jahr: 2023
Regie: François Narboux
Vorlage: Astrid Desbordes, Marc Boutavant
Musik: Mathias Duplessy
Animation: MIAM ! Animation
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