
Seitdem das Virus ausgebrochen ist und weltweit die Menschen sich in rasende Bestien verwandeln, gibt es nur noch wenige Orte, die Sicherheit bieten können. Einer dieser Orte sind die Kanarischen Inseln, ein Zufluchtsort für die Nicht-Infizierten. Der Nachteil: Die Vorräte nehmen rapide ab, es reicht nicht mehr, um alle zu versorgen. Es hilft also nichts, ein Trupp muss aufs Festland, um dort Nachschub zu besorgen. Roberto (Carlos Alcaide) schließt sich diesem Trupp an, mit der festen Absicht, damit den anderen zu helfen. Doch als sie an ihrem Einsatzort ankommen, müssen sie feststellen, dass das alles gar nicht so einfach ist. Nicht nur, dass überall Gefahren lauern und sie zu jeder Zeit angegriffen werden könnten. Auch innerhalb der Gruppe kommt es zu Spannungen …
Die Zombie-Apokalypse geht in die zweite Runde
Oktober ist bekanntlich der ideale Zeitpunkt, um Horrorfilme zu veröffentlichen. Das betrifft die große Leinwand ebenso wie das Heimkino. Bei den Streamingdiensten war das lange Zeit auch der Fall, der Nachschub hat aber zuletzt spürbar nachgelassen. Wo sonst gleich reihenweise passende Eigenproduktionen ins Programm aufgenommen wurden, da ist das Angebot dieses Jahr überschaubar. So brachte es Amazon Prime Video im ganzen Monat auf drei neue Titel. Neben der Neuauflage Carrie, welche die berühmte Geschichte von Stephen King erweitert, gibt es noch ein Zombie-Duo. Da war zum einen die humorvolle, mexikanische Serie Der Tod ist mir lieber, in der ein Jugendlicher sich infiziert und überlegt, wie er als Untoter weiterleben soll. Deutlich ernster geht es bei dem neuen spanischen Film Apokalypse Z: Neue Welt zu.
Einem treuen Publikum könnte der Titel bekannt vorkommen. Tatsächlich hab es vor ziemlich genau zwei Jahren bereits Apokalypse Z: Der Anfang vom Ende. Der neue Film ist dann auch eine Art Fortsetzung, ohne aber direkt an die Geschichte anzuknüpfen. So handelte der erste Teil von einem trauernden Witwer, der in einer auf den Kopf gestellten Welt um sein Überleben kämpft. Der Protagonist taucht in Apokalypse Z: Neue Welt nicht mehr auf, was etwas überraschend ist, da die Geschichte kurz vor der Ankunft auf den Kanarischen Inseln endete. Da wäre es einfach gewesen, den Mann auch hier noch einmal einzubauen. Man erfährt aber weder von ihm noch dessen Schwester mehr. Und auch wenn angeteasert wurde, dass es auf den Inseln jetzt ebenfalls gefährlich wird, geht es hier doch wieder aufs Festland.
Mehr Action, noch weniger Inhalt
Was fortgeführt wird, ist die actionreiche Ausrichtung. Wo jedoch das Debüt noch zweigeteilt war, es am Anfang stärker um die Figur ging, bevor dann die Hölle ausbrach, da wird bei Apokalypse Z: Neue Welt nicht lange gefackelt. Schließlich sind die Zombies hier bereits bestens etabliert. Das ist einerseits konsequent, wenn man das letzte Mal das Gefühl hatte, dass die Leute hinter dem Film eh keine wirkliche Lust hatten, eine Geschichte zu erzählen. Da kann man das auch ganz bleiben lassen. Andererseits ist es schon schade, zumal der neue Protagonist im Vergleich recht dünn bleibt. Man machte sich nicht die Mühe, einen Charakter aufzubauen, bevor man ihn in die Hölle schickt.
Dass da inhaltlich nicht viel dran ist an dem neuen Film, ist einerseits bedauerlich. Dafür ist die konkrete Umsetzung ganz passabel geworden. Die Actionszenen sind zwar nicht mit besonderer Raffinesse inszeniert, erfüllen aber alle ihren Zweck. Wer in der Stimmung ist für ein Zombie-Dauerfeuer, bei dem es hoch hergeht und kaum eine Verschnaufpause bleibt, kann es daher schon einmal hiermit versuchen. Es bleibt von Apokalypse Z: Neue Welt aber noch weniger zurück als von dem Erstling. Sollte es noch einen dritten Teil geben, wie hier am Ende durchaus anzunehmen ist, darf es gern etwas weniger minimalistisch werden.
OT: „Apocalipsis Z: Un nuevo mundo“
Land: Spanien
Jahr: 2026
Regie: Carles Torrens
Drehbuch: Ángel Agudo
Kamera: Elías M. Félix
Besetzung: Carlos Alcaide, Julia Martínez, Mónica López, Tamara Casellas, Santiago Vaca Narvaja, Jose María Yazpik, Berta Vázquez, Axel Medrano, Pedro Hernández, Javier Godino, Ujin Moreno, Mario Mayo
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