
Nick (Jai Courtney) hatte sich das richtig schön vorgestellt, als er seiner Freundin Kori (Emily Browning) einen Heiratsantrag macht. Diese sagt auch brav zu, zumal der Antrag vor allen anderen in der Stammkneipe stattfand. Wie könnte sie da Nein sagen? So richtig begeistert ist sie aber nicht von der Aussicht, den Rest ihres Lebens mit ihm zu verbringen. Zum einen ist da der bescheidene Sex, bei dem Nick wirklich keine Ahnung hat, wie er sie befriedigen soll. Zum anderen hat sie gerade eine Affäre mit ihrem Chef Derek (Damon Herriman), der sich sehr viel mehr auf ihre Bedürfnisse einstellen kann. Seine Frau Diana (Claudia Doumit) kommt jedoch hinter dieses Geheimnis und weiht Nick in die Geschichte ein. Der weiß selbst nicht weiter, bis er eines Tages einer sprechenden Füchsin begegnet, die ihm verspricht, Kori zur idealen Partnerin zu machen, wenn Nick dafür das Leben des Tiers verschont …
Fantasykomödie um lieblose Partnerschaften
Dass Tiere eigentlich nicht sprechen können, ist natürlich bekannt. In Filmen muss man sich an solche Einschränkungen aber nicht halten, wie unzählige Beispiele zeigen. Vor allem im Animationsbereich ist das gang und gäbe, wo die Regeln der realen Welt nie ein Hindernis sind. Aber auch in Live-Action-Produktionen kann das vorkommen, was dann je nach Kontext ganz natürlich für die Menschen sein kann oder eine absolute Überraschung. Bei The Fox ist es irgendwie beides. Zwar spielt der Film schon in unserer Welt, weshalb es eigentlich sehr außergewöhnlich sein sollte, wenn Tiere auf einmal anfangen zu sprechen. Umso seltsamer ist, wie schnell sich der Protagonist, aber auch andere Menschen auf diese Situation einstellen, so als hätten sie ihr ganzes Leben lang derartige Gespräche geführt.
Das wiederum passt zu dieser australischen Fantasykomödie, wo irgendwie alles schräg und unerwartet ist. So dauert es eine Weile, bis der Film überhaupt die Karten auf den Tisch legt und verrät, worum es in der Geschichte eigentlich geht. So denkt man anfangs noch, dass das hier eine Komödie über ein dysfunktionales Paar sein soll, wo eine Frau in einer Partnerschaft gefangen ist, die sie gar nicht erfüllt. Grundsätzlich stimmt das auch, The Fox ist schon ein Film, der sich zwischenmenschliche Beziehungen vorknüpft. Diese sind hier alle nicht so toll. Zwar hat man sich mit all dem arrangiert, die einen mehr, die anderen weniger. Aber da ist keine einzige dabei, bei der man sagen würde, dass sie von echter Liebe und Leidenschaft geprägt ist. Mehr noch: Die Leute scheinen nicht einmal daran interessiert zu sein, dass es wirklich besser wird.
Die Absurdität des Bekannten
Der Fantasy-Teil unterstreicht diesen Teil noch. Ähnlich zum großen Überraschungshit Obsession – Du sollst mich lieben nimmt The Fox das Übernatürliche, um über ganz alltägliche Dinge zu sprechen. In beiden Fällen geht es zudem darum, wie Männer, die unzufrieden mit ihren Frauen sind, diese so umformen wollen, dass sie wieder passen. Regisseur und Drehbuchautor Dario Russo geht in seiner Version aber nicht so weit. Zum einen gibt es hier keine Horrorszenen und Schockmomente, der australische Film will mit diesen Überlegungen lieber erheitern als erschrecken. Das tut er auch. Denn obwohl hier durchaus mit bekannten Elementen gearbeitet wird, gelingt es, diese in eine absurd komische Richtung weiterzudenken.
Einen großen Anteil daran hat das spielfreudige Ensemble. Dieses hat wirklich gar keine Probleme damit, sich von einer unvorteilhaften Seite zu zeigen. Es darf dabei auch Vielseitigkeit beweisen, wenn die Figuren im Laufe der Zeit eine Wandlung durchmachen. Die Komödie, die 2025 auf dem Adelaide Film Festival Premiere feierte, ist dabei nicht sonderlich subtil. Und manchmal würde man sich vielleicht wünschen, dass das alles noch ein bisschen böser geworden wäre. Aber auch so ist The Fox ein vergnügliches Spielfilmdebüt von Russo geworden, bei dem man gar nicht so genau sagen kann, wen man eigentlich anfeuern sollte. Denn auch wenn man die Figuren schon nachempfinden kann, irgendwie ist da niemand dabei, der gut ist.
OT: „The Fox“
Land: Australien
Jahr: 2025
Regie: Dario Russo
Drehbuch: Dario Russo
Musik: Dario Russo
Kamera: Matthew Chuang
Besetzung: Jai Courtney, Emily Browning, Damon Herriman, Claudia Doumit, Zlatko Burić
SXSW 2026
Fantasia Film Festival 2026
Fantasy Filmfest 2026
BFI London Film Festival 2026
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