
Unter der Aufsicht von Dr. Hans Kammler (Dan Stevens) führt das Militär eine Reihe streng geheimer Experimente durch, bei denen durch Genmanipulation unbesiegbare Supersoldaten entstehen sollen. Das mit dem unbesiegbar hat das Team gut hinbekommen. Ansonsten verläuft das alles aber weniger nach Plan. So können die drei Prototypen aus dem Labor ausbrechen und dabei alles niedermetzeln, was sich ihnen in den Weg stellt. Während das Team von Cyrus (Drew Starkey) nach dem Trio sucht und dabei sicherstellt, dass niemand etwas von dem Vorfall erfährt, machen sich die drei auf den Weg. Dabei landen sie in einem abgelegenen Trailerpark, wo die ehemalige Scharfschützin Celeste (Adria Arjona) lebt und alles dafür tut, um ihre Tochter Daisy (Blake Kennedy) zu beschützen, die gerade zu Besuch ist …
Comeback des Horror-Regisseurs
Einmal Horror, immer Horror? Nicht unbedingt. So gibt es eine ganze Reihe von Beispielen dafür, wie Filmschaffende mit kleineren Genrebeiträgen auf sich aufmerksam machten, nur um anschließend nach Hollywood zu wechseln und auch ganz andere Filme zu drehen. Guillermo del Toro, Peter Jackson und Sam Raimi sind drei bekannte Regisseure, bei denen günstig produzierte Schauergeschichten zu einem Sprungbrett für die Traumfabrik wurden. Eine ähnliche Laufbahn hat auch Adam Wingard hinter sich. Dessen Karriere begann mit den blutigen Kultfilmen You’re Next (2011) und The Guest (2014), bevor er sich nach oben kämpfte und mit dem Monsterduo Godzilla vs. Kong (2021) und Godzilla x Kong: The New Empire (2024) seinen kommerziellen Blockbuster-Höhepunkt erreichte. Offensichtlich hat der US-Regisseur seine Wurzeln aber nie ganz vergessen. Zumindest ist sein neuestes Werk Onslaught wieder eine Rückkehr zu früheren Zeiten.
Ein erstes Déjà-vu-Erlebnis wartet gleich zu Beginn, wenn mit Dan Stevens und Rebecca Hall gleich zwei Leute in dem Film mitspielen, die auch vorher schon mit Wingard zusammengearbeitet haben. Wobei Stevens als skrupellos-verrückter Wissenschaftler so grotesk zurechtgemacht wurde, dass man ihn kaum noch wiedererkennen kann. Dafür darf er im englischsprachigen Original seine Deutschkenntnisse unter Beweis stellen. Einen inhaltlichen Grund gibt es in Onslaught nicht für diese Nationalität. Aber man sollte hier ohnehin nicht erwarten, dass der Film irgendwie Sinn ergibt. Wingard und sein langjähriger Drehbuchpartner Simon Barrett wollen letztendlich nur, dass drei unbesiegbare Supersoldaten auf eine Gruppe wehrhafter Leute treffen und diese sich einen Kampf um Leben und Tod liefern. Alles andere wird untergeordnet, auch die Vorgeschichte der Protagonistin ist nicht mehr als ein Mittel zum Zweck.
Spaßig, aber nicht ganz stimmig
Und dieser heißt: Gemetzel. Zwar dauert es eine ganze Weile, bis der Film mal wirklich in Fahrt kommt. Lange wird stattdessen über die Familiensituation gesprochen und ein Blick auf das Team hinter dem Experiment geworfen. Dabei zeigt Onslaught eine Vorliebe für schräge Gestalten. So wird Kammler als völlig überzeichneter Sonderling eingeführt. Auch Cyrus wirkt so, als stamme er von einem anderen Planeten. Das Ergebnis ist ein wenig gemischt. Auf der einen Seite macht es schon Spaß, diesem bizarren Treiben zuzusehen. Auf der anderen Seite sind diese Figuren aber auch irgendwie Fremdkörper. Klar, der Rest des Films ist ebenfalls übertrieben. Es wirkt jedoch alles etwas seltsam unzusammenhängend.
So ganz kann es das Horror-Comeback daher nicht mit den früheren Werken von Wingard aufnehmen. Diese waren dann doch stimmiger als der Neuzugang in seiner Filmografie. Aber es gibt schon sehenswerte Momente und Elemente. Da ist zum einen Hauptdarstellerin Adria Arjona (Splitsville, A Killer Romance), die als toughe Soldatin im Mittelpunkt des Films steht. Dann haben es die einzelnen Kampfszenen in sich, können teilweise recht brutal werden. Und auch das Sound Design trägt dazu bei, dass der Film eine gewisse Wucht entwickelt. Selbst wenn Onslaught vielleicht nicht der ganz große Wurf ist, ist es daher doch erfreulich, dass der Regisseur seine Fans nicht vergessen hat.
OT: „Onslaught“
Land: USA
Jahr: 2026
Regie: Adam Wingard
Drehbuch: Simon Barrett
Musik: Matt Pusti
Kamera: Oren Soffer
Besetzung: Adria Arjona, Dan Stevens, Eric Wareheim, Reginald VelJohnson, Michael Biehn, Alex Pereira, Drew Starkey, Rebecca Hall
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