Inhalt / Kritik

Godzilla vs Kong

„Godzilla vs. Kong“ // Deutschland-Start: 1. Juli 2021 (Kino)

Fünf Jahre nach dem letzten Erscheinen Godzillas und seinem Kampf gegen King Ghidorah steht Kong unter strenger Bewachung von Monarch auf seiner Heimat Skull Island. Die Forscherin Ilene Andrews (Rebecca Hall) versucht, das Verhalten des Riesenaffens zu erforschen und einen Weg zu finden, mit diesem zu kommunizieren. Zeitgleich greift in den USA Godzilla eine Niederlassung der Firma Apex Cybernetics an, was acht Todesopfer fordert und man nun nach einem Weg sucht, ihn wie auch alle anderen Monster ein für alle Mal loszuwerden. Zu diesem Zwecke kontaktiert Walter Simmons (Demián Bichir) Dr. Nathan Lind (Alexander Skarsgård), einen Forscher, der wegen seiner Theorie einer hohlen Erde, in deren Kern sich eine neue, noch unentdeckte Welt liegt, von seinen Kollegen gemieden wird. Simmons ist jedoch gar nicht skeptisch und arbeitet zusammen mit Lind an einer Möglichkeit, zu dieser anderen Welt vorzudringen. Zusammen mit Andrews wollen sie zuerst Kong in diese Welt bringen, sodass eine riesige Operation in Gang gesetzt wird, welche den Riesenaffen zum Eingang Richtung Erdkern führen soll. Jedoch wird die Gruppe von Godzilla angegriffen, den eine lebenslange Feindschaft mit Kong verbindet.

Trotz des desaströsen Kampfes zwischen den beiden Monstern gelingt es, Kong zum Eingang zur neuen Welt zu bringen und auch dort hinein zu locken, wo die Gruppe einem Geheimnis auf die Spur kommt, was ein neues Licht auf das Erscheinen der Giganten wirft. Parallel setzt Godzilla seine Angriffe fort und richtet seinen Blick auf Tokio, wo abermals eine Niederlassung von Apex Zentrum seiner Attacken sein soll. Dort kommt eine kleine Gruppe, zu denen der Verschwörungstheoretiker Bernie Hayes (Brian Tyree Henry) und Madison Russell (Millie Bobby Brown) gehören, einem Geheimnis auf die Spur, denn Simmons ist noch aus einem ganz anderen Grund an den Titanen und ihrer Welt interessiert.

Schöne neue Titanenwelt

Mit Godzilla vs. Kong wird in vielen Ländern nicht nur die lang erhoffte Wiedereröffnung der Kinos eingeleitet, sondern es geht auch für viele Fans von Monsterfilmen ein Traum in Erfüllung. Bereits seit Gareth Edwards’ Godzilla (2014) sowie Jordan Vogt-Roberts’ Kong: Skull Island war eine Begegnung der beiden Titanen Godzilla und King Kong unumgänglich und wurde herbeigesehnt, vor allem, weil ihre erste Begegnung in King Kong vs Godzilla (1962) einen gewissen Kultstatus genießt. Jedoch machte Regisseur Adam Wingard (The Guest, You’re Next) deutlich, dass sein Film nichts mit dem japanischen Original zu tun haben werde und als Fortsetzung der neuen Filme gedacht sei, wobei letztlich nicht nur der Kampf, sondern auch die Heimat der Titanen im Vordergrund stehen sollte.

Vielleicht liegt es auch an diesem Hunger der Kinozuschauer, nicht nur wieder in die Lichtspielhäuser zu dürfen, sondern auch endlich wieder einen richtigen Blockbuster zu sehen, nachdem Christopher Nolans Tenet als Vertreter dieser Art Filme letztes Jahr vom Publikum nicht akzeptiert wurde. In diesem Sinne ist Godzilla vs. Kong ein Blockbuster, wie man ihn kennt, wobei abermals viel zerstört wird und man mit Schauwerten nicht geizt, wobei vor allem der zweite Kampf im neondurchfluteten Tokio ein besonderes Highlight sein dürfte, was man auch als Verbeugung vor den Ursprüngen der beiden Filmmonster verstehen darf. Zugleich wird bereits oftmals angedeutete Heimat der Titanen eingeführt, welche ebenfalls optisch sehr viel hermacht und dabei an die tropische Umgebung aus Skull Island erinnert. Darüber hinaus erfährt noch ein weiteres bekanntes Filmmonster eine Verjüngungskur, was genauso ein Hingucker ist, auf das sich das Kinopublikum freuen darf.

Herrscher beider Erden

Mit Godzilla vs. Kong kehren jedoch auch die alten Probleme des Monsterverse wieder auf, welche man bereits seit Godzilla (2014) kennt. Eine geschlagene halbe Stunde dauert es, bis man den ersten Kampf der beiden Monster sieht, denn bis dahin wird der umständliche, hanebüchene Plot der Vorgängerfilme um die Organisation Monarch sowie die Theorie um den Ursprung der Titanen in ihrer ganzen Länge teils wiederholt und teils um einige Fußnoten erweitert. Dass man diese Aspekte nicht bloß als reines Dekor begreift, ist zwar löblich, doch bei weitem nicht so faszinierend, wie die Drehbuchschreiber es wohl meinen, auch wenn die Idee, dass Kong mit Menschen kommunizieren kann im Kontext der Handlung durchaus interessant ist.

Dass bei einem Film namens Godzilla vs. Kong die Titanen und nicht die Menschen im Vordergrund stehen, versteht sich fast von selbst. Mag es auch unfair sein gegenüber freilich sehr talentierten Darstellern wie Alexander Skarsgård oder Rebecca Hall, so bleiben ihre Figuren doch blass und hinterlassen kaum einen Eindruck beim Zuschauer. Da hilft es auch nicht, dass Nebenhandlungen, wie die um den Verschwörungstheoretiker Bernie Hayes, unnötig sind und man auf sie gut hätte verzichten können.

Credits

OT: „Godzilla vs. Kong“
Land: USA
Jahr: 2021
Regie: Adam Wingard
Drehbuch: Eric Pearson, Max Borenstein
Musik: Tom Holkenborg
Kamera: Ben Seresin
Besetzung: Alexander Skarsgård, Millie Bobby Brown, Rebecca Hall, Drian Tyree Henry, Shun Oguri, Julian Dennison, Lance Reddick, Kyle Chandler, Demián Bichir

Bilder

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Godzilla vs. Kong
„Godzilla vs. Kong“ ist ein weiterer Eintrag in das Monsterverse von Warner Brothers. Wenn sich Adam Wingards Film auf Action und die Konfrontation der beiden Filmmonster konzentriert, ist er ein sehr unterhaltsamer und optisch überzeugender Blockbuster, wohingegen die menschlichen Charaktere und die verschwurbelte Geschichte Schwachpunkte sind.
6von 10

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