Eine Nacht in Bangkok Tv Fernsehen Das Erste ARD Streamen online Mediathek Video on Demand DVD kaufen
© NDR/ARD/Craubner + Hartmann/Stephan Rabold

Eine Nacht in Bangkok

Eine Nacht in Bangkok Tv Fernsehen Das Erste ARD Streamen online Mediathek Video on Demand DVD kaufen
„Eine Nacht in Bangkok“ // Deutschland-Start: 23. September 2026 (Das Erste)

Inhalt / Kritik

Viele Jahre haben sich Katharina (Désirée Nosbusch) und Hektor (Matthias Brandt) schon nicht mehr gesehen. Und wenn es nach dem Ex-Paar ginge, das hätte ruhig auch so bleiben können, noch immer ist das Verhältnis der beiden angespannt. Zumal der Anlass des Wiedersehens kein sehr schöner ist: Ihrer Tochter Lilith (Clara Vogt) wird vorgeworfen, mehrfach eingebrochen zu sein und gestohlenen Schmuck an einen Hehler verkauft haben zu wollen. Die Eltern fallen dabei aus allen Wolken, halten den Vorwurf für völlig absurd. Die Richterin sieht das aber anders. Während Katharina und Hektor auf eigene Faust ermitteln, um die Unschuld von Lilith zu beweisen und sich dabei wieder etwas näherkommen, müssen sie sich fragen: Kennen sie ihr eigenes Kind wirklich?

Familiendrama statt Krimi

Beim Ersten weiß man oft schon aufgrund des Sendeplatzes, in welche Richtung ein Film gehen wird. Während der Donnerstag und der Sonntag, manchmal auch der Samstag Krimis vorbehalten ist, stehen am Freitag die leichteren Stoffe an, oft Komödien, um einen auf das Wochenende vorzubereiten. Nur beim Mittwoch weiß man nie, woran man ist, da gibt es einen ständigen Wechsel von Genres. Und so dürfte es manche Zuschauer und Zuschauerinnen geben, die bei Eine Nacht in Bangkok aufs Glatteis geführt werden. Eigentlich hört sich das Szenario sehr nach einem Krimi an, wenn jemand für ein Verbrechen angeklagt wird und dieses gar nicht begangen haben kann. Nur dass hier eben nicht die Polizei nach der Wahrheit sucht, sondern die Eltern.

Anstatt eines Krimis um Amateur-Ermittelnde gibt es hier aber primär ein Familiendrama. Das Thema: Drei Menschen, die eigentlich eng miteinander verbunden sein sollten, haben den Bezug zueinander verbunden. So macht Eine Nacht in Bangkok früh klar, dass das ehemalige Paar sich eher in Feindschaft, denn in Liebe vereint sieht. Aber auch zu der Tochter gibt es kein gutes Verhältnis. Ein bisschen handelt der Film dabei von der Frage, ob man einen anderen Menschen kennt, vergleichbar zu Gentle Monster, wo zwei Frauen Vorwürfe gegenüber dem Ehemann bzw. dem Vater nicht wahrhaben wollen. Wobei bei der ARD-Produktion der Vorwurf natürlich nicht auf demselben Level ist. Einbruch und Diebstahl ist im Vergleich zu dem, was im besagten Kinofilm abgeht, noch harmlos. Dennoch, dass die Eltern das alles für absurd halten, verdenken kann man ihnen das nicht. Ebenso wenig, dass die Nerven schnell blank liegen.

Unsympathische Figuren

Dennoch ist es eher wenig förderlich, wie unsympathisch die Figuren dabei sind. Vor allem Katharina ist oft unerträglich. Aber auch Hektor und Lilith sind nicht unbedingt liebenswürdige Charaktere. Eine Nacht in Bangkok versucht zwar, bei der jungen Frau Ambivalenz zu erzeugen: Je mehr die Eltern über sie nachforschen, umso widersprüchlicher wird das Bild. Man schwankt dadurch ein wenig, ob man sie nun mögen soll oder nicht. Insgesamt gibt einem der Film aber zu wenig Gründe, warum man wirklich Anteilnahme an dieser Familie zeigen sollte. Selbst Nebenfiguren wie die Richterin oder die Wächterin im Gefängnis scheinen darauf aus zu sein, einen zum Ausschalten zu bewegen.

Das bedeutet aber nicht, dass deswegen alles schlecht ist. Das Drama, das auf dem Filmfest München 2026 Premiere feierte, macht schon neugierig, was nun dahintersteckt und worauf das alles hinauslaufen wird. Und eines muss man ihm auch lassen: Die Geschichte bewegt sich in eine andere Richtung, als die meisten das vermutlich erwarten würden. Das bedeutet allerdings auch, dass man sich mit der mangelnden Plausibilität abfinden muss. So richtig viel Sinn ergibt es nicht, was Eine Nacht in Bangkok da zu erzählen hat. Am Ende ist deshalb auch nicht wirklich klar, wofür man sich den Film eigentlich anschauen sollte. Irgendwie ist es zwar schon nett, wie sich die drei annähern und dabei anfangen, sich zu öffnen und sich mit sich selbst auseinanderzusetzen. Aber es ist nicht so, als würde man aus dem Ganzen wirklich viel mitnehmen können.

Credits

OT: „Eine Nacht in Bangkok“
Land: Deutschland
Jahr: 2026
Regie: Rainer Kaufmann
Drehbuch: Sathyan Ramesh
Musik: Ali N. Askin
Kamera: Martin Farkas
Besetzung: Désirée Nosbusch, Matthias Brandt, Clara Vogt, Susanne Wuest, Bettina Lamprecht, Kim Riedle, Aleksandar Jovanovic, Danilo Kamperidis

Bilder

Trailer

Kaufen / Streamen

Bei diesen Links handelt es sich um sogenannte Affiliate-Links. Bei einem Kauf über diesen Link erhalten wir eine Provision, ohne dass für euch Mehrkosten entstehen. Auf diese Weise könnt ihr unsere Seite unterstützen.




(Anzeige)

Eine Nacht in Bangkok
fazit
In „Eine Nacht in Bangkok“ versucht ein zerstrittenes Ex-Paar, die Unschuld der wegen Einbruchs angeklagten Tochter zu beweisen. Das klingt nach einem Krimi, ist aber vielmehr ein Familiendrama um die Annäherung von drei entfremdeten Menschen. Das ist zwar alles nicht schlecht, die nervigen Figuren und die mangelnde Plausibilität stören jedoch.
Leserwertung0 Bewertungen
0
5
von 10