
Als Motivationscoach war Peter Novak (Kai Schumann) gefragt, seine Seminare waren gut besucht. Doch offensichtlich machte er sich nicht nur Freunde. Denn als er beim Klettern abstürzt und tödlich verunglückt, stellt sich heraus, dass es sich nicht um einen Unfall handelt. Vielmehr hat ihn jemand offensichtlich ermordet. Aber weshalb? Und wer könnte das nur getan haben? Der Verdacht fällt auf Martin Dietz (Robert Besta), der zuvor Geld von Novak zurückforderte und ihm gedroht hatte. Anwalt Benjamin Hornberg (Antoine Monot Jr.) übernimmt den Fall und lässt Privatdetektiv Leo Oswald (Wanja Mues) zu dem Zweck selbst zum Kletterer werden. Dabei stellt sich heraus, dass der Verstorbene offensichtlich eine dunkle Seite hatte und mehrere Leute ein Motiv für einen Mord hatten …
Nett anzusehende Klettereinsätze
Aktuell strahlt das ZDF die 12. Staffel der beliebten Krimiserie Ein Fall für zwei aus, die vorletzte, bevor sie nächstes Jahr ihren Abschluss findet. Los ging diese mit Millionär für eine Nacht, wo ein Geschäftsmann in einer Limousine aufwacht und den Fahrer erschossen haben soll. Anschließend wurde in Drei Mütter einer Frau vorgeworfen, ihre Schwester ermordet zu haben, um weiterhin deren Sohn aufziehen zu dürfen. Mit Größenwahn kommt nun die dritte der vier Folgen, welche die Serie haben wird. Und auch wenn der Titel sich eher weniger einladend anhört, ist diese sogar die bislang beste in der aktuellen Staffel – was zugegeben nicht ganz so viel heißt.
Am Prinzip hat sich natürlich nichts geändert. Wie immer wird am Anfang eine Leiche gefunden. Wie immer gibt es einen Hauptverdächtigen bzw. eine Hauptverdächtige, Benjamin muss die Unschuld beweisen. Und wie fast immer gibt es einen Undercover-Einsatz von Leo. Zwei Punkte sind es aber, welche die neue Folge aufwerten. Da ist zum einen das Setting. Passend zum Titel Ein Fall für zwei: Größenwahn geht es mehrfach hoch hinaus, wenn Kletteransätze anstehen. Mal finden die an einer Kletterwand statt, mal in den Bergen. Nett anzusehen ist beides. Klar ist das nur reine Kosmetik. Aber wenn eine Serie inhaltlich immer wieder dasselbe bietet, ist man für alles dankbar, was für ein Alleinstellungsmerkmal sorgt. Vor allem, wenn dieses dann auch schön anzusehen ist.
Überraschend tragisch
Aber auch inhaltlich macht die Folge etwas mehr her. Den kurzfristigen Ausflug ins Thrillergenre muss man nicht wirklich ernstnehmen, da wohl niemand vor den Bildschirmen wirklich erwarten wird, dass das böse ausgehen wird. Die Geschichte ist aber besser als bei den Malen zuvor, ist nicht ganz so willkürlich. Ein Fall für zwei: Größenwahn hat sogar eine ziemlich emotionale und tragische Komponente, als wir mehr über das Opfer erfahren und die möglichen Motive, warum man den Mann umgebracht haben könnte. Das ist dann zwar trotzdem keine hohe Krimikunst, es reicht aber immerhin fürs Mittelfeld. Nächstes Mal geht es in Dunkle Schatten um einen ermordeten Mann, der 20 Jahre zuvor eine Frau vergewaltigt hat.
OT: „Ein Fall für zwei: Größenwahn“
Land: Deutschland
Jahr: 2026
Regie: Saskia Weisheit
Drehbuch: Silke Schwella
Musik: Dirk Leupolz
Kamera: Felix Beßner
Besetzung: Wanja Mues, Antoine Monot Jr., Bettina Zimmermann, Kai Schumann, Lale Yavas, Robert Besta, Dennis Herrmann, David Ali Rashed, Theresa Sophie Albert, Leandra Enders
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