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© ZDF/Patrick Wally/Horse&Fruits Filmproduktion
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„Sheep“ // Deutschland-Start: 24. August 2026 (ZDF)

Inhalt / Kritik

So ein Leben als Schaf ist schon ziemlich toll. Man hat nicht viel zu tun, ist viel an der frischen Luft und wird tagtäglich von den Menschen gefüttert, die Diener der Schafe. Und irgendwann wartet das Paradies auf sie, wenn sie zu den Obermosers dürfen. Dafür braucht es aber eine blaue Markierung. Nur wer diese hat, gehört zu den Auserwählten. Für Schaf Oliver steht fest, dass er unbedingt eine will, dafür würde er alles tun. Als er sich in eine Gruppe von Auserwählten schmuggelt, um mit ihnen die Reise anzutreten, macht er jedoch eine schockierende Entdeckung: Die auserwählten Schafe werden nicht umsorgt, sondern getötet, um danach von den Menschen aufgegessen zu werden. Das gilt es um jeden Preis verhindern, Oliver will die anderen aus der Herde retten. Aber das ist nicht einfach, da ihm niemand diese abenteuerliche Geschichte glauben will …

Die Welt aus Sicht von Schafen

Es gibt nicht eben wenige Filme und Serien, in denen Tiere sprechen. Meistens handelt es sich dabei um Animationstitel, die für eine jüngere Zielgruppe gedacht sind. Aber man findet dann und wann auch solche, die ein erwachsenes Publikum ansprechen sollen. Alley Cats erzählte kürzlich etwa von Straßenkatzen, die über die Menschen und die Welt nachdenken, wenn sie nicht gerade mit Fressen und Sex beschäftigt sind. Mit der ZDF-Serie Sheep wird nun ein weiteres Mal über die Welt der Menschen aus der Sicht von Tieren nachgegrübelt. Dieses Mal sind es Schafe, die in den Mittelpunkt rücken und uns mitteilen, was sie wirklich denken, fühlen und sehen, und damit eine ganz eigene Perspektive demonstrieren. Denn aus ihren Augen läuft das alles anders ab.

Der Vergleich zu Glennkill: Ein Schafskrimi ist da quasi unausweichlich. Nachdem die Romane um Schafe, die sich detektivisch betätigen, ein großes Publikum erreichte, folgte der besagte Film. Sheep relativ kurz danach ins Programm aufzunehmen, ist da vielleicht nicht das beste Timing, zumal beide auch mit Humor arbeiten. Zumindest anfangs tut sich die Serie auch schwer damit, mit dem starbesetzten Kinofilm mithalten zu können. Sicher, die Schafsidee, dass die Menschen gezähmt wurden, um den Tieren zu dienen, ist schon ganz nett. Viele der Witze sind aber eher flach ausgefallen, richtig viel zu lachen ist da nicht. Wo der Film noch sehr schön mit der Absurdität der Situation spielte und chaotische Szenen erzeugte, passiert bei der österreichisch-deutschen Produktion nicht so wahnsinnig viel.

Überraschend seltsam

Erst mit der Zeit legt diese zu. Mit der Entdeckung, dass das Leben der Schafe in Gefahr ist, kommt ein Element der Bedrohung und der Dringlichkeit hinzu. Man hätte daraus einen Thriller machen können, zumindest ein großes Abenteuer, bleibt tendenziell aber bei der Komödie. Immerhin nimmt die Geschichte dabei aber eine andere Richtung, als es zunächst aussieht. Zwischendurch wird Sheep auf einmal richtig abgefahren und man beginnt zu verstehen, warum das ZDF die Serie nachts ausstrahlt und nicht im Nachmittagsprogramm. Das ist auf der einen Seite schon interessant, weil man sich auch mal wirklich etwas getraut hat. Aber es ist doch eher sonderbar als wirklich zielführend.

Etwas gewöhnungsbedürftig ist auch die Umsetzung. So entschied man sich, zwar mit realen Tieren zu arbeiten, im Gegensatz zu Glennkill. Diese bewegen aber den Mund beim Sprechen, womit das nicht ganz so grotesk wird wie bei Woodwalkers 2, das ausschließlich mit Voiceovers arbeitete. Insgesamt ist Sheep eine schon irgendwie sehenswerte Serie geworden, für die man im öffentlich-rechtlichen Fernsehen dankbar sein darf. Sie ist nur nicht wirklich in sich stimmig, bleibt ein seltsames Stückwerk, bei dem man nicht genau sagen kann, was das eigentlich sein soll und wen man damit ansprechen wollte. Da trifft einfacher Humor auf Gesellschaftsporträt, es scheint zwischendurch satirisch zu werden, nur um dann doch etwas anderes daraus zu machen. Immerhin sind die fünf Folgen kurz, jeweils unter 20 Minuten, weshalb man sich das gut in einem Rutsch anschauen kann.

Credits

OT: „Sheep“
Land: Österreich, Deutschland
Jahr: 2026
Regie: Alex Reinberg, Leni Gruber
Drehbuch: Leni Gruber, Alex Reinberg, Sebastian Gelb-Huber
Musik: Paul Plut
Kamera: Patrick Wally

Bilder

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Sheep
fazit
In „Sheep“ versucht ein Schaf, den sicheren Tod seiner Herde zu verhindern. Die Serie ist an manchen Stellen witzig, schwankt zwischen absurden und langweiligen Einfällen. Insgesamt ist das einen Blick wert, auch weil das alles in eine unerwartete Richtung abdriftet. Es wird nur nie ganz klar, was das sein sollte und wer die Zielgruppe ist.
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