Insekten – Helden im Verborgenen
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Insekten – Helden im Verborgenen

Insekten – Helden im Verborgenen
„Insekten – Helden im Verborgenen“ // Deutschland-Start: 16. Juli 2026 (Kino)

Inhalt / Kritik

Unter unseren Füßen existiert eine Welt, die älter ist als die Dinosaurier und ohne die das Leben auf der Erde kaum denkbar wäre. Insekten – Helden im Verborgenen begleitet Käfer, Wildbienen, Libellen und zahlreiche andere Krabbeltiere in spektakulären Makroaufnahmen durch ihren Alltag und spannt zugleich einen Bogen von der Evolution der Insekten bis zu ihrem dramatischen Rückgang in der Gegenwart. Erzählt von Katharina Thalbach, verbindet der Film faszinierende Naturbilder mit Besuchen auf landwirtschaftlichen Betrieben, deren Betreiber von ihrem Bemühen berichten, Artenvielfalt und Landwirtschaft miteinander in Einklang zu bringen. Die zentrale Frage lautet dabei weniger, wie Insekten leben, sondern wie der Mensch ihre Lebensräume künftig besser schützen kann. 

Imagefilm für ökologische Landwirtschaft 

Regisseur Nepomuk Pfaff legt mit Insekten – Helden im Verborgenen sein Kinodokumentarfilmdebüt vor. Entstanden ist der Film in Zusammenarbeit mit dem WWF und dem Insektenschutzprojekt BROMMI, das nachhaltige Landwirtschaft in deutschen Biosphärenreservaten erprobt. Diese Produktionsgeschichte erklärt die Schlagrichtung des Films. Denn schon nach kurzer Zeit entsteht der Eindruck, dass hier nicht in erster Linie eine Naturdokumentation entstanden ist, sondern ein ausgesprochen hochwertig produzierter Imagefilm für ökologische Landwirtschaft. 

Dabei lässt sich kaum bestreiten, wie beeindruckend viele der Aufnahmen geraten sind. Die Kamera macht aus Grashalmen ganze Wälder und aus Käfern Wesen, die fast wie außerirdische Kreaturen wirken. Superzeitlupen, gestochen scharfe Makroaufnahmen und sorgfältig komponierte Bilder entfalten auf der Kinoleinwand eine enorme Wirkung. Diese Bilder zeigen, welches erzählerische Potenzial die Welt der Insekten eigentlich besitzt, was man aber auch schon 1996 im französischen Film Mikrokosmos – Das Volk der Gräser sehen konnte. 

Titelhelden werden zu Statisten 

Umso bedauerlicher ist, dass Insekten – Helden im Verborgenen dieses Potenzial nur selten ausschöpft. Statt tiefer in das Verhalten, die Vielfalt oder die faszinierenden Anpassungsleistungen seiner tierischen Hauptdarsteller einzutauchen, schwenkt die Erzählung immer wieder auf landwirtschaftliche Praxis, Blühstreifen, Förderprogramme und Bewirtschaftungskonzepte um. Natürlich gehören diese Themen zum Insektenschutz dazu. Doch mit zunehmender Laufzeit verschiebt sich der Fokus so deutlich, dass die eigentlichen Titelhelden fast zu Statisten einer agrarpolitischen Botschaft werden. 

Auch Katharina Thalbach kann diesen Eindruck nur bedingt auffangen. Ihre markante Stimme verleiht dem Film zwar Gravität und Wiedererkennungswert, doch der Kommentar wirkt häufig gewollt poetisch und zugleich erstaunlich altmodisch. Viele Formulierungen erinnern an jene naturpädagogischen Off-Texte, die man aus Schulfilmen oder Naturdokumentationen kennt, die früher im Biologieunterricht über den Fernseher flimmerten. Immer wieder werden große Wahrheiten über die Natur beschworen, ohne dass der Film seinem Publikum viel Raum lässt, eigene Schlüsse aus den eindrucksvollen Bildern zu ziehen. 

Einseitige Dokumentation 

Hinzu kommt, dass die Dokumentation ihre Argumentation kaum hinterfragt. Die porträtierten Landwirtinnen und Landwirte stehen beispielhaft für gelungene Transformationsprozesse, kritische Perspektiven auf Agrarpolitik, wirtschaftliche Zielkonflikte oder alternative Lösungsansätze bleiben dagegen weitgehend außen vor. Dadurch verliert der Film an journalistischer Offenheit und bewegt sich stellenweise gefährlich nah an einer Kommunikationsstrategie seiner Projektpartner. Dass der WWF und das BROMMI-Projekt eng an der Entstehung beteiligt waren, ist legitim – spürbar wird diese Nähe allerdings in nahezu jeder dramaturgischen Entscheidung. 

Das ist besonders schade, weil Pfaff als Bildgestalter zweifellos Talent besitzt. Immer dann, wenn die Kamera einfach beobachtet und die faszinierende Mikrofauna für sich sprechen lässt, entwickelt Insekten – Helden im Verborgenen jene Magie, die große Naturdokumentationen auszeichnet. Doch diese Momente werden immer wieder von einer Botschaft überlagert, die allzu eindeutig vermittelt werden soll. Am Ende verlässt man das Kino weniger mit neuem Staunen über Insekten als mit dem Gefühl, eine hervorragend fotografierte Informationskampagne über biodiversitätsfreundliche Landwirtschaft gesehen zu haben. Schöne Bilder allein reichen jedoch nicht aus, um daraus eine überzeugende Kinodokumentation zu machen. 

Credits

OT: „Insekten – Helden im Verborgenen“
Land: Deutschland
Jahr: 2026
Regie: Nepomuk Pfaff
Buch: Nepomuk Pfaff, Jim Lerch
Musik: Eike Ebbel Groenewold
Kamera: Paul Pack
Mitwirkende: Katharina Thalbach

Bilder

Trailer

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Insekten – Helden im Verborgenen
fazit
Atemberaubende Makroaufnahmen und Katharina Thalbachs markante Stimme können nicht darüber hinwegtäuschen, dass "Insekten – Helden im Verborgenen” seine faszinierenden Protagonisten zugunsten einer allzu offensiven Botschaft über ökologische Landwirtschaft in den Hintergrund drängt. Sehenswert fürs Auge, enttäuschend als Dokumentation.
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