Oh la la 2 – Neue Tests, Neues Chaos Cocorico 2
© White and Yellow Films, SND

Oh la la 2 – Neue Tests, Neues Chaos

„Oh la la 2 – Neue Tests, Neues Chaos“ // Deutschland-Start: 27. August 2026 (Kino)

Inhalt / Kritik

Der Schock war groß bei Frédéric (Christian Clavier) und Catherine Bouvier Sauvage (Marianne Denicourt) sowie Gérard (Didier Bourdon) und Nicole Martin (Sylvie Testud), als sie die DNA-Tests machten und dabei feststellten, dass sie doch nicht so französisch sind, wie sie angenommen hatten. Inzwischen haben sich die vier mit der neuen Situation angefunden, die einen mehr, die anderen weniger. Außerdem haben sie eh anderes im Kopf, da sich ihre Kinder Alice (Chloé Coulloud) und François (Julien Pestel) das Ja-Wort geben wollen und die Hochzeit vorbereitet werden muss. Doch dann taucht ein unbekannter Cousin von Frédéric auf und weitere DNA-Tests ergeben, dass beim letzten Mal nicht das letzte Wort gesprochen wurde …

Fortsetzung der Hit-Komödie

Wer bin ich eigentlich? Das ist eine Frage, die wir uns alles irgendwann im Laufe unseres Lebens stellen. Dabei war die Suche nach der eigenen Identität schon immer eng mit der eigenen Herkunft verbunden. Das Heimatland und die dortige Kultur werden zum sinnstiftenden Element. Damit spielte vor rund zweieinhalb Jahren die französische Komödie Oh la la – Wer ahnt denn sowas?, wenn zwei Paare feststellen müssen, dass ihre Vorfahren nicht die waren, die sie dachten. Der Film war seinerzeit ziemlich erfolgreich. In Frankreich strömten knapp zwei Millionen Menschen in die Kinos, hierzulande waren es immerhin noch 370.000. Da wundert es nicht, dass mit Oh la la 2 – Neue Tests, Neues Chaos noch ein zweiter Teil gedreht wurde, der erzählt, wie es mit den beiden Familien weitergeht.

Doch so naheliegend es ist, an den alten Erfolg anschließen zu wollen, bleibt doch das Problem: Eigentlich war die Geschichte auserzählt. Die Streithähne haben sich versöhnt, man ist sich nähergekommen, der Schock war ein Stück weit überwunden. Wo soll da der Konflikt her? Also machte es sich Regisseur und Drehbuchautor Julien Hervé, der bereits den ersten Teil zu verantworten hatte, einfach. Er zaubert einfach neue Tests hervor, die denen aus dem Vorgänger widersprechen bzw. diese abwandeln. Das ist schon eine recht billige Methode, um noch einmal die Witze aufzuwärmen. Sicher, die hinzugekommen Länder sind neu. Es gibt also weitere Klischees, die abgearbeitet werden können. Aber Oh la la 2 – Neue Tests, Neues Chaoswird dadurch schon sehr beliebig.

Schwacher Humor

Zumal die Witze auch stark schwanken. Während beispielsweise die neue Nationalität von Gérard tatsächlich einen Treffer verbuchen kann, sind die Versuche von Nicole, Englisch zu lernen, einfach nur grauenvoll. Nicht, weil ihr Englisch schlecht ist, sondern weil es nicht komisch ist, auf diese Weise an einer Aussprache zu scheitern. Ein bisschen versucht Oh la la 2 – Neue Tests, Neues Chaos noch, mit dem Klassenunterschied zu punkten, wenn die beiden Männer sich ungewollt näherkommen. Das funktioniert aber ebenso wenig. Das neue Element des Cousins, der irgendwann auftaucht, wird auf der anderen Seite so gut wie gar nicht genutzt. Man hätte ihn auch aus der Geschichte streichen können, ohne dass dies einen nennenswerten Unterschied gemacht hätte.

Das ist schade, weil das Szenario wie schon beim ersten Teil durchaus Potenzial hatte. Es wird nur nicht genutzt. Anstatt sich mit den Konzepten von Identität und Heimat zu beschäftigen, gibt es Kalauer. Von dem satirischen Versprechen bleibt nichts übrig, man hätte aus dem Konflikt der Kulturen deutlich mehr herausholen können. Selbst das spielfreudige Ensemble schafft es nicht, das müde Drehbuch zu einem guten Film zu machen. Anschauen kann man sich Oh la la 2 – Neue Tests, Neues Chaos sicherlich, wer den Vorgänger mochte, könnte erneut Spaß haben. Dass in Frankreich die Besucherzahlen aber nur noch ein Drittel des ersten Teils erreichten, dürfte aufzeigen, wie überflüssig der zweite Film letztendlich ist. Manchmal sollte man es dann doch bei einem Erfolg belassen.

Credits

OT: „Cocorico 2“
Land: Frankreich
Jahr: 2026
Regie: Julien Hervé
Drehbuch: Julien Hervé
Musik: Matei Bratescot
Kamera: Emmanuel Soyer
Besetzung: Christian Clavier, Didier Bourdon, Sylvie Testud, Marianne Denicourt, Chloé Coulloud, Julien Pestel

Bilder

Trailer

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Oh la la 2 – Neue Tests, Neues Chaos
fazit
In „Oh la la 2 – Neue Tests, Neues Chaos“ sorgen weitere DNA-Tests mit unerwarteten Ergebnissen für weitere Streitigkeiten. Die Komödie macht es sich schon sehr einfach, wiederholt einfach nur das, was vorher schon passiert ist. Das Potenzial wird sowieso wieder nicht genutzt: Weder gibt es Auseinandersetzungen mit dem Thema Identität, noch wird es irgendwie satirisch. Stattdessen gibt es müde Kalauer.
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