
Der Schock ist groß, als eine übel zugerichtete Kuh auf der Landstraße gefunden wird. Aber auch die Verwunderung: Wer oder was könnte dahinterstecken? Polizeichef Bum-seok (Hwang Jung-min), der Wilderer Sung-ki (Zo In-sung) sowie einige andere beteiligen sich an den Diskussionen. Sie wollen vor allem Jagd auf das Monster machen, bevor dieses noch Schlimmeres anstellt. Als Bum-seok in der Kleinstadt ankommt, stellt er jedoch fest, dass er zu spät ist. Das Wesen hat bereits eine Schneide der Zerstörung hinter sich gelassen, zahlreiche Häuser zerstört und jeden getötet, dem es begegnet ist. Und es ist noch da. Eine Gruppe von Menschen, zu der sich später auch die Polizistin Sung-ae (Hoyeon) gesellt, versucht mit geballter Waffengewalt gegen etwas anzukämpfen, von dem niemand sagen kann, was es eigentlich ist …
Jagd auf ein unsichtbares Monster
Sonderlich umfangreich ist die Filmografie von Hong-jin Na nicht gerade. So gab er 2008 mit dem Actionthriller The Chaser sein Debüt und erzählte von der Jagd auf einen Serienmörder. 2010 folgte der Gangsterfilm The Yellow Sea. Anschließend dauerte es sechs Jahre, bis sich der südkoreanische Regisseur mit The Wailing – Die Besessenen zurückmeldete. Doch der Film war ein Volltreffer, der Mix aus Drama, Horror, Thriller, Mystery und Krimi über seltsame Vorkommnisse erhielt weltweit Höchstwertungen. Entsprechend groß waren Neugierde und Vorfreude, als klar wurde, dass Na einen weiteren Film zeigen würde, ganze zehn Jahre nach dem letzten. Doch der enorme Hype, den Hope im Vorfeld auslöste, hält das fertige Produkt nur bedingt. Da ist einfach zu viel, was nicht passt oder unglücklich umgesetzt wurde.
Dabei ist der Einstieg stark. Tatsächlich ist das erste Drittel fantastisches Genrekino, wenn die diversen Figuren versuchen, die Bedrohung aufzuhalten. Das beginnt mysteriös, wenn sich die Leute austauschen und nach einer Erklärung suchen. Doch sobald wir in der Stadt angekommen sind, geht richtig die Post ab. Hope besteht aus seiner einzigen Verfolgungsjagd durch die engen Gassen. Auffällig ist dabei, dass Na sehr lange wartet, bis er auch zeigt, was genau da unterwegs ist, und man nur die Auswirkungen der Kämpfe sieht. Das ist bekanntlich eine Methode, Neugierde zu schaffen. Der Science-Fiction-Horror-Klassiker Alien – Das unheimliche Wesen aus einer fremden Welt hatte es seinerzeit vorgemacht. Als dann das Monster aus dem Sack gelassen wird, ist die Überraschung auch groß, weil es anders ausfällt, als man sich das vorher vorgestellt hat.
Zu lang, zu viele Schwächen
Und doch ist dieses Monster ein Schwachpunkt. Dass es ein gewöhnungsbedürftiges Design hat, ist dabei das geringere Problem. Denn zumindest in der ersten Szene ist das ein so befremdlicher Anblick, dass man meint, es erneut mit einem Horrorfilm zu tun zu haben. Doch sobald das Wesen im Tageslicht unterwegs ist, folgt die Ernüchterung: Die CGI ist auf einem sehr schwachen Niveau, der Film sieht über weite Strecken aus wie ein jahrealtes Computerspiel. Hinzu kommt die mangelnde Abwechslung. Nach dem anfänglichen Rätselraten besteht Hope nur noch aus Kämpfen. Diese machen eine Zeit lang Laune, aber nicht über die gesamte Laufzeit von über zweieinhalb Stunden. Denn dafür sind sie zu gleichförmig, wenn das Monster quasi unbesiegbar ist. Wenn sowieso nichts klappt, bis es auf einmal doch klappt, dann ist das nicht sonderlich spannend.
Richtig dreist wird es dann aber zum Ende hin, wenn der Film, der 2026 in Cannes Weltpremiere hatte, mehr will. Nachdem Na die ganze Zeit darauf verzichtete, eine Geschichte erzählen zu wollen, holt er dann auf den letzten Metern plötzlich etwas ganz Großes heraus – und schließt das dann nicht einmal ab. Hope wird auf diese Weise zu einem bloßen Prolog. Einem sehr, sehr langen Prolog. Das ist schade, weil das besagte erste Drittel so vielversprechend war. Und auch danach finden sich immer wieder gelungene Momente, manche davon von einer humorvollen Sorte. Aber es sind nicht genug, um die Laufzeit zu rechtfertigen. Am Ende überwiegt trotz der vielen starken Elemente die Enttäuschung, wenn nicht gar der Ärger.
OT: „Hope“
Land: Südkorea
Jahr: 2026
Regie: Hong-jin Na
Drehbuch: Hong-jin Na
Musik: Michael Abels
Kamera: Kyung-pyo Hong
Besetzung: Jung-min Hwang, In-sung Zo, Hoyeon
Cannes 2026
Fantasy Filmfest 2026
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