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Der Verdacht des Mr. Whicher: Der Schein trügt

„Der Verdacht des Mr. Whicher: Der Schein trügt“ // Deutschland-Start: 23. April 2016 (Sony Entertainment Television) // 29. April 2016 (DVD) // 25. August 2026 (ONE)

Inhalt / Kritik

Als Privatdetektiv hat Jack Whicher (Paddy Considine) schon die unterschiedlichsten Fälle angenommen. Dabei ist er sich für keinen Auftrag zu schade. Als Sir Henry Coverly (Risteard Cooper) auf ihn zukommt und ihn bittet, seine Frau Jane (Helen Bradbury) zu beschatten, die er der Untreue verdächtigt, sieht er darin auch kein Problem. Tatsächlich wird Whicher fündig und er stellt fest, dass die werte Gattin eine Affäre mit Matthew Thorogood (Alex Robertson) hat. Der Fall ist klar, die Scheidung damit nur noch eine Formalität. Doch dann kommt es ganz anders, denn Thorogood wird kurz darauf ermordet in der Nähe des Gutssitzes der Coverlys gefunden. Ist das Zufall? Whicher will es genau wissen und macht sich an die Arbeit, die Wahrheit über die Geschichte herauszufinden …

Abschluss der britischen Krimireihe

Alles hat einmal ein Ende, auch die Geschichten um den Ermittler Jack Whicher. Basierend auf einem der ersten Polizisten von Scotland Yard beginnt die Reihe 2011 als True-Crime-Produktion. Der Verdacht des Mr. Whicher: Der Mord von Road Hill House erzählte von dem wahren Fall eines Jungen, der getötet wurde. Schon beim zwei Jahre später veröffentlichten Nachfolger Der Mord in der Angel Lane über eine ermordete Jugendliche war der Titelheld als Privatdetektiv unterwegs. Das war der reale Whicher zwar auch, die Geschichte war dennoch erfunden. Beim dritten Teil Mein Fleisch und Blut stand 2014 ein Engländer im Mittelpunkt, der aus Indien heimgekehrt ist, wo er von seiner Vergangenheit eingeholt wird. Im selben Jahr kam mit Der Schein trügt noch ein vierter und damit letzter Film heraus.

Hatte man beim vorangegangenen Film noch größere inhaltliche Ambitionen, wenn Rassismus und Kolonialismus angeprangert wurden, kommt der Abschluss der Reihe wieder ohne aus. Der Fokus liegt bei Der Verdacht des Mr. Whicher: Der Schein trügt wieder stärker auf den Figuren und ihren Geschichten, zudem den schwierigen Verhältnissen untereinander. Schon der Ausgangspunkt ist mit diesem Aspekt beschäftigt, wenn es um Ehebruch geht. Später stellt sich heraus, dass der Verstorbene noch anderweitig unterwegs war und sich auf die eine oder andere Weise zahlreiche Menschen zum Feind machte. Wir haben es also wieder mit einem klassischen Whodunit zu tun, der mit dem Fund der Leiche losgeht und anschließend von der Suche nach der Tatperson und der Wahrheit handelt. Zu rätseln gibt es da einiges.

Wendungsreich, aber auch willkürlich

Die Wahrscheinlichkeit, dass das Publikum von sich aus auf die Lösung kommt, ist jedoch äußerst gering. Denn dafür werden einfach zu viele Informationen vorenthalten. So ganz hat die Reihe dieses Krimikriterium nie in den Griff bekommen. Waren der erste und der dritte Teil zu offensichtlich, weshalb man früh wusste, was die Lösung ist, war der zweite zu verschwurbelt. Und das gilt dann letztendlich auch für den vierten. Lange Zeit ist das bei Der Verdacht des Mr. Whicher: Der Schein trügt eigentlich ganz ordentlich, wenngleich etwas sprunghaft. Zum Ende hin wird es aber so willkürlich, dass nach dem Abspann wieder einiges an Frust bleibt. Das hätte man schon alles ein bisschen besser vorbereiten dürfen, anstatt dann einfach aus dem Nichts die Lösung herbeizuzaubern.

Das ist schade, weil der Film schon auch seine Stärken hat. Paddy Considine lieferte als Titelfigur immer eine solide Leistung ab. Es gibt hübsche Settings und eine passende Atmosphäre. Es findet sich auch einiges Drama in der Geschichte, gerade zum Ende hin darf einem die Tragik der Situation nahegehen. Das ändert aber nichts dran, dass die Reihe als Krimi nie wirklich überzeugte. Streckenweise sieht es zwar danach aus, dass es der Abschluss endlich einmal schafft, übers Mittelmaß hinauszukommen. Doch Der Verdacht des Mr. Whicher: Der Schein trügt ist dann doch wieder mal enttäuschend, weshalb es kein großer Verlust ist, dass nach dem Film die Reihe eingestellt wurde.

Credits

OT: „The Suspicions of Mr Whicher: The Ties That Bind“
Land: UK
Jahr: 2014
Regie: Geoffrey Sax
Drehbuch: Helen Edmundson
Musik: Edmund Butt
Kamera: Rasmus Arrildt
Besetzung: Paddy Considine, Nigel Allen, Richard Banks Helen Bradbury, Richard Braine, Nancy Carroll, Risteard Cooper, Alan David

Trailer

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Der Verdacht des Mr. Whicher: Der Schein trügt
fazit
In „Der Verdacht des Mr. Whicher: Der Schein trügt“ deckt der Privatdetektiv eine Affäre auf, die kurze Zeit später tödlich endet. Der Krimi ist zwar wendungsreich, aber auch sehr willkürlich. Zum betont tragischen Ende hin wird es mal wieder zu viel, die Lösung kommt zudem aus dem Nichts.
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