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Der Verdacht des Mr. Whicher: Der Mord von Road Hill House

„Der Verdacht des Mr. Whicher: Der Mord von Road Hill House“ // Deutschland-Start: 2. April 2016 (Sony Entertainment Television) // 29. April 2016 (DVD) // 18. August 2026 (ONE)

Inhalt / Kritik

England, 1860: Als der dreijährige Saville Kent aus seinem Kinderzimmer verschwindet, ist die Sorge groß. Kurze Zeit später bestätigen sich die schlimmsten Befürchtungen, der Junge wird ermordet aufgefunden. Doch wer könnte nur eine solche Tat begangen haben? Scotland Yard Inspector Jack Whicher (Paddy Considine) soll eben dies herausfinden. Während Superintendent Foley (Tom Georgeson) das Kindermädchen Elizabeth Gough (Kate O’Flynn) in Verdacht hat, glaubt Whicher, dass die Lösung mit der blutdurchtränkten Frauenunterwäsche zusammenhängen muss, die bei der Suche nach dem Jungen gefunden wurde. Doch es mangelt an den notwendigen Beweisen …

Mord nach einer wahren Geschichte

Aktuell ist es ja nahezu unmöglich, an True-Crime-Produktionen vorbeizukommen. Da erscheinen ständig Filme und Serien, welche auf die eine oder andere Weise reale Verbrechen aufarbeiten. Natürlich hat es aber auch schon früher Beispiele dafür gegeben, dass Krimis und Thriller sich an der Wirklichkeit bedienen, um ein Publikum zu finden – siehe etwa Zodiac – Die Spur des Killers. Auch Der Verdacht des Mr. Whicher: Der Mord von Road Hill House, Auftakt einer vierteiligen Krimireihe, hat einen realen Ursprung. Ursprünglich wurden die Filme bereits 2016 im Bezahlfernsehen ausgestrahlt, zehn Jahre später steht die Free-TV-Premiere an. Ob das mit dem gesteigerten Interesse an solchen Produktionen zusammenhängt, ist spekulativ. Zumindest beim ersten Film wäre das Fernsehen nicht unbedingt ärmer, wenn er in Vergessenheit geblieben wäre.

Der Fall ist ein klassischer Whodunit: Am Anfang des Films wird eine Leiche gefunden, anschließend wird anderthalb Stunden lang ermittelt, wer es gewesen sein könnte. Zu dem Zweck wird nach Spuren gesucht, werden Leute befragt und Hypothesen aufgestellt. Ein bisschen sticht natürlich schon hervor, dass das Opfer hier ein Kleinkind war. Fiktionale Produktionen trauen sich so etwas fast nie, da muss schon die Realität herhalten. Allerdings hat Der Verdacht des Mr. Whicher: Der Mord von Road Hill House auch darunter zu leiden, dass die Wirklichkeit die Lösung vorgibt. Manche könnten die Geschichte kennen, die sich Mitte des 19. Jahrhunderts zugetragen hat und die einige Besonderheiten aufweist.

Wenig zu rätseln

Ein Publikum, das gern rätselt, bekommt jedoch nur wenig zu tun. Es gibt in Der Verdacht des Mr. Whicher: Der Mord von Road Hill House kaum jemanden, der für die Tat in Frage kommt. Es werden nur sehr wenige Leute überhaupt verdächtigt. Wer es gewesen ist, wird zudem früh verraten, mehr oder weniger. Das Problem ist nicht, dass der Protagonist die Antwort nicht weiß. Er kann sie nur nicht beweisen. Wenn die Tatperson doch noch überführt wird, dann nicht wegen seines Einsatzes, sondern weil sich das anderweitig ergibt. Grundsätzlich ist es zwar nicht verkehrt, wenn in einem Krimi mal nicht jemand durch einen geradezu unmenschlichen Verstand den Fall löst. Manchmal braucht es im wahren Leben Glück. Aber es macht die Geschichte doch etwas unbefriedigend, wenn man einfach nur darauf wartet, dass die Auflösung eintritt.

Schauspielerisch ist das Ganze okay. Paddy Considine (Heads of State, Deep Cover) macht seine Sache ordentlich als Polizist, der den richtigen Riecher hat, aber an der Realität scheitert und dabei auch emotionaler werden darf. Der Rest des Ensembles ist eher unauffällig. Der Verdacht des Mr. Whicher: Der Mord von Road Hill House lockt natürlich auch mit dem historischen Setting, wer gerne Krimis sieht, die in früheren Zeiten spielen, kommt dabei auf seine Kosten. Allerdings handelt es sich um eine eher kleine Fernsehproduktion, weshalb man da keine zu großen Erwartungen haben sollte. Insgesamt kann man sich den Film schon anschauen, mehr als Mittelmaß ist er aber nicht. Im zweiten Teil Der Mord in der Angel Lane geht es um eine verschwundene Jugendliche.

Credits

OT: „The Suspicions of Mr Whicher: The Murder at Road Hill House“
Land: UK
Jahr: 2011
Regie: James Hawes
Drehbuch: Marcel Rivet
Musik: Rob Lane
Kamera: Matt Gray
Besetzung: Paddy Considine, Peter Capaldi, Tom Georgeson, William Beck, Emma Fielding, Tim Pigott-Smith, Kate O’Flynn, Donald Sumpter

Trailer

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Der Verdacht des Mr. Whicher: Der Mord von Road Hill House
fazit
Basierend auf einer wahren Geschichte muss in „Der Verdacht des Mr. Whicher: Der Mord von Road Hill House“ ein Polizist den Mord an einem Kleinkind aufklären. Das historische Setting gefällt, schauspielerisch ist das in Ordnung. Zu rätseln gibt es aber nicht viel, das Ende ist zudem unbefriedigend.
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