Der Verdacht des Mr. Whicher: Der Mord in der Angel Lane
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Der Verdacht des Mr. Whicher: Der Mord in der Angel Lane

„Der Verdacht des Mr. Whicher: Der Mord in der Angel Lane“ // Deutschland-Start: 9. April 2016 (Sony Entertainment Television) // 29. April 2016 (DVD) // 18. August 2026 (ONE)

Inhalt / Kritik

Die Polizei hat Jack Whicher (Paddy Considine) inzwischen hinter sich gelassen, er schlägt sich stattdessen als Privatdetektiv durch. Eines Tages macht er dabei die Bekanntschaft von Susan Spencer (Olivia Colman), die ihre verschwundene minderjährige Nichte Mary Drew sucht. Kurze Zeit später stellt sich heraus, dass diese tot ist. Jemand hat sie ermordet und ein Familienerbstück gestohlen. Die Jugendliche hatte zuvor noch ein Kind geboren, von dem jede Spur fehlt. Was ist da nur vorgefallen? Im Auftrag von Spencer geht Whicher der Sache nach, was zu Konflikten mit seinen ehemaligen Kollegen führt. Der Verdacht fällt dabei schnell auf Stephen Gann (William Postlethwaite), den Freund der Verstorbenen und Vater des Kindes …

Fiktive Fortsetzung des TV-Krimis

Als Der Verdacht des Mr. Whicher: Der Mord von Road Hill House 2011 ausgestrahlt wurde, erfreute sich der britische TV-Krimi offensichtlich größerer Beliebtheit. Zumindest reichten die Einschaltquoten wohl, um einen weiteren Film zu rechtfertigen. Und so erschien ziemlich genau zwei Jahre später mit Der Mord in der Angel Lane ein zweiter Teil der später insgesamt vier Filme umfassenden Reihe. Dabei fällt gleich zu Beginn eine größere Änderung auf: War Whicher beim Auftakt noch ein Polizist, ist er jetzt als Privatdetektiv unterwegs. Ein weiterer Unterschied betrifft die Herkunft des Inhalts. Basierte der Mord an dem Kind noch auf einer wahren Geschichte, ließ man diesmal der eigenen Fantasie freien Lauf. Zwar war Whicher, den es tatsächlich gab, auch im wahren Leben später ein Privatdetektiv. Der Fall an sich ist jedoch fiktiv.

Dabei versuchte man schon, im Stil des Vorgängers zu arbeiten. Das bedeutet beispielsweise, dass auch der zweite Film ein klassischer Whodunit ist: Am Anfang wird die Leiche entdeckt, danach brav ermittelt. Auch das Kompetenzgerangel des Protagonisten ist geblieben. Wo er sich beim letzten Mal noch mit einem lokalen Kollegen herumplagte, sind es jetzt Ex-Kollegen, die sich verbitten, dass da jemand in ihrem Fall ermittelt. Und noch etwas ist geblieben: Die Titelfigur erlebt auch in Der Mord in der Angel Lane Rückschläge, wenn Theorien sich nicht beweisen lassen. Das ist ganz erfrischend, weil des den Detektiv nahbarer macht. Bei anderen Krimis hat man es oft mit Leuten zu tun, die schon zu gut sind und Schlüsse aus dem Nichts ziehen.

Überzogen bis zum Ende

Weniger nahbar ist die Geschichte an sich. Drehbuchautor Neil McKay (Dream Horse) nutzt die Gelegenheit, sich nicht an einen realen Fall halten zu müssen, indem er sich richtig austobt. Erneut geht es bei dem Krimi zwar um familiäre Probleme. Doch wo der Vorgänger eine zwar ungewöhnliche, aber doch einigermaßen geradlinige und nachvollziehbare Geschichte erzählte, da wird es in Der Mord in der Angel Lane völlig überzogen, geradezu absurd. Das hat auch Auswirkungen auf die Auflösung. Gab es beim letzten Mal keine Zweifel, wer hinter allem steckt, bleibt man hier bis zum Schluss ratlos. Es ist quasi unmöglich, selbst auf die Antwort zu kommen, weil einige wichtige Informationen erst gegen Ende geteilt werden und dabei aus dem Nichts kommen.

Ob das jetzt ein Fortschritt darstellt, darüber lässt sich streiten. Auf der einen Seite ist Der Mord in der Angel Lane schon unterhaltsamer geworden, es gibt nicht so viel Leerlauf wie beim Vorgänger. Aber es ist eben auch ziemlich konstruiert, was da dem Publikum vorgesetzt wird. Manche könnten sich dabei veralbert vorkommen. Dafür lockt die Besetzung. Considine ist wie schon beim ersten Teil sehr solide als Mann, der die Wahrheit sucht und dabei zu kämpfen hat. Und natürlich ist Olivia Colman eine Bereicherung für jeden Film, in dem sie auftritt – selbst wenn sie wie hier nicht viel zu tun bekommt. Insgesamt ist das deshalb schon ganz ordentlich. Ein Genre-Geheimtipp ist der in Vergessenheit geratene Krimi jedoch kaum.

Credits

OT: „The Suspicions of Mr Whicher: The Murder in Angel Lane“
Land: UK
Jahr: 2013
Regie: Christopher Menaul
Drehbuch: Neil McKay
Musik: Edmund Butt
Kamera: Tim Palmer
Besetzung: Paddy Considine, Olivia Colman, William Beck, Shaun Dingwall, Tim Pigott-Smith, William Postlethwaite

Trailer

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Der Verdacht des Mr. Whicher: Der Mord in der Angel Lane
fazit
In „Der Verdacht des Mr. Whicher: Der Mord in der Angel Lane“ muss der Privatdetektiv den Mord an einer Jugendlichen aufklären. Die Geschichte ist völlig an den Haaren herbeigezogen, was den Krimi unterhaltsamer macht als den Vorgänger, aber auch nahezu unlösbar.
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