Minions auf der Suche nach dem Mini Boss Minions: The Rise of Gru
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Minions: Auf der Suche nach dem Mini-Boss

Minions auf der Suche nach dem Mini Boss Minions: The Rise of Gru
„Minions: Auf der Suche nach dem Mini-Boss“ // Deutschland-Start: 20. Juni 2022 (Kino)

Inhalt / Kritik

Gru mag erst zwölf Jahre alt sein. Aber er weiß bereits, was er später einmal werden will: ein Superschurke! Vorbild für seine Missetaten sind die Fürchterlichen 6, eine Bande der skrupellosesten und niederträchtigsten Verbrecher, die man sich nur vorstellen kann. Als er tatsächlich von eben dieser Bande eine Einladung bekommt, sich als neues Mitglied zu bewerben, kann er sein Glück daher kaum fassen. Hochmotiviert macht er sich auf den weiten Weg, um endlich seiner Bestimmung nachzukommen. Dort angekommen, muss er jedoch feststellen, dass seine Zukunft nicht annähernd so finster ist, wie er sich das vorgestellt hat. Sein großer Herzenswunsch droht tatsächlich zu platzen. Als er daraufhin die Initiative ergreift, scheint alles nur umso schlimmer zu werden – woran seine anhänglichen Minions nicht ganz unschuldig sind …

Rückkehr der kleinen Kinokassenkönige

Auch wenn dieses Jahr so manchen Superhit hervorgebracht hat, einige Titel deutlich besser liefen, als es sich im Vorfeld selbst die größten Optimisten ausgemalt hätten, ein Bereich enttäuschte kommerziell bislang vollkommen: der des Animationsfilms. Das hatte natürlich auch mit den spärlichen Veröffentlichungen zu tun, sowohl Hotel Transsilvanien 4 – Eine Monster Verwandlung wie auch Rot landeten direkt bei Streamingdiensten, obwohl beide Studios immer für einen Hit gut waren. Lightyear hingegen ging an den Kinokassen überraschend klar unter. Nun sollen es also mal wieder die Minions richten. Ein Blick auf deren Filmografie lässt tatsächlich großes erwarten: Die drei Teile von Ich – Einfach unverbesserlich spielten zusammen mehr als 2,5 Milliarden US-Dollar ein. Der erste Solofilm brachte es 2015 selbst auf 1,1 Milliarden.

Allerdings sind seither einige Jahre vergangen. Waren die gelben Helferlein seit dem Debüt 2010 eigentlich dauerpräsent gewesen, ein echtes Phänomen, werden sich 2022 einige fragen: echt, gibt es die noch? Dabei hält sich Minions: Auf der Suche nach dem Mini-Boss, der zweite Solofilm der Truppe, eng an die Erfolgsmasche. Gewissermaßen tut er das jetzt noch mehr, da mit Gru auch der Protagonist der Hauptreihe mit dabei ist, weswegen darüber diskutiert werden könnte, ob das überhaupt noch ein Solofilm ist oder nicht doch ein reines Prequel von Ich – einfach unverbesserlich. Auf die Kinder, die zu Grus Familie wurden, muss man hier natürlich verzichten. Er ist hier ja selbst noch ein Kind. Stattdessen geht es wie im ersten Hauptfilm seinerzeit darum, dass er ein Meisterverbrecher sein will. Von irgendwas muss man ja träumen.

Kriminell spaßig im Retrolook

Das ist wie damals recht amüsant. Dass ein Junge über sich hinauswachsen will, sorgt sogar noch für ein bisschen Extraunterhaltung, da dies als Parodie auf andere Jugendfilme durchgehen würde, wo die Protagonisten und Protagonistinnen von Heldentaten träumen. Überhaupt gehören die Szenen, wenn es nur um die Unterwelt geht, zu den Höhepunkten von Minions: Auf der Suche nach dem Mini-Boss. Sehr schön ist beispielsweise das geheime Hauptquartier der Kriminellen, welches als Plattenladen getarnt den cleveren Namen Criminal Records trägt. Auch die Verwendung von Linda Ronstadts Klassiker You’re No Good lässt einen stärker grinsen, als man es im Vorfeld für möglich gehalten hätte. Das 70er Jahre Setting wird auf jeden Fall genutzt, musikalisch wie visuell. Auch wenn die Filme mit ihrem Gaga-Slapstick-Humor eher auf ein kindliches Publikum setzen, an den Stellen dürfen auch Erwachsene Spaß haben.

Schwieriger wird es, wenn sich der Film von den kriminellen Machenschaften löst und eben doch auf den besagten Humor setzt. Natürlich ist nichts falsch daran, es mit solchen Witzen zu versuchen oder sich davon selbst unterhalten zu lassen. Beim mittlerweile fünften Spielfilm – die mehr als ein Dutzend Kurzfilme nicht mitgerechnet – hat sich das alles aber schon recht abgenutzt. Hinzu kommt, dass manche Gags bei Minions: Auf der Suche nach dem Mini-Boss ausgedehnt werden und am Ende länger sind, als ihnen gut tut. Obwohl das Tempo prinzipiell hoch ist, da sind schon ein paar Längen drin. Insgesamt ist das aber schon alles bewährt, man weiß, was funktioniert. Visuell macht das französische Animationsstudio Illumination Mac Guff ohnehin nichts verkehrt, ist technisch versiert, hat zudem immer noch das eine oder andere witzige Design auf Lager. Fans dürfen sich daher auf ein Wiedersehen freuen. Wer nichts oder nichts mehr mit den Figuren anfangen kann, wartet hingegen weiter auf den nächsten „großen“ Animationsfilm.

Credits

OT: „Minions: The Rise of Gru“
Land: USA
Jahr: 2022
Regie: Kyle Balda, Brad Ableson, Jonathan del Val
Drehbuch: Brian Lynch, Matthew Fogel
Musik: Heitor Pereira
Animation: Illumination

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Minions: Auf der Suche nach dem Mini-Boss
Fazit
Kennt man einen, kennt man sie alle: „Minions: Auf der Suche nach dem Mini-Boss“ hat zwar ein reizvolles 70er-Jahre-Setting und überzeugt auch bei den Passagen um die verrückte kriminelle Unterwelt. Beim Humor bleibt aber so viel beim Alten, dass da unweigerlich Ermüdungserscheinungen auftreten.
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