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© 1990 Driving Miss Daisy Productions/Pathé Films

Miss Daisy und ihr Chauffeur

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„Miss Daisy und ihr Chauffeur“ // Deutschland-Start: 15. März 1990 (Kino) // 15. März 2012 (DVD / Blu-ray)

Inhalt / Kritik

Daisy Werthan (Jessica Tandy) war immer stolz auf ihre Unabhängigkeit, die sie sich bis ins hohe Alte bewahrt hat. Doch als sie eines Tages beim Autofahren den Vorwärts- mit dem Rückwärtsgang verwechselt und im Nachbarsgarten landet, ist es damit vorbei. Ihr Sohn Boolie (Dan Aykroyd) besteht darauf, dass sie in Zukunft das Steuer jemand anderem überlässt. Er hat sogar schon einen Mann damit beauftragt: Hoke Colburn (Morgan Freeman). Doch die stolze Seniorin will davon nichts wissen, lehnt es partout ab, sich von einem Chauffeur herumfahren zu lassen. Dass der Fremde in ihrem Haus herumlungert, passt ihr noch weniger. Aber ihr bleibt nichts anderes übrig und lässt dies daher wohl oder übel über sich ergehen …

Aus Konflikt wird Freundschaft

Es ist ein Prinzip, welches man in Filmen andauernd findet: Man nehme zwei Figuren, die unterschiedlicher nicht sein könnten, und zwingt diese, Zeit miteinander zu verbringen. Oft dient dies dann der Unterhaltung, die Reibungen sollen komisch sein, da dürfen richtig die Fetzen fliegen. In den 1980ern gab es gleich mehrere sehr erfolgreiche Beispiele dafür, wie spaßig solche Kontrastveranstaltungen sein können. Beverly Hills Cop (1984) und Lethal Weapon – Zwei stahlharte Profis (1987) waren jeweils der Startschuss zu Franchises, die vier Filme umfassten. Ganz so dauerhaft war der Erfolg von Miss Daisy und ihr Chauffeur 1989 nicht. Beeindruckend aber sehr wohl. Bei einem bescheidenen Budget von 7,5 Millionen US-Dollar spielte die Tragikomödie fast das Zwanzigfache wieder ein. Sie war zudem der große Sieger bei den Oscars: Bei neun Nominierungen staubte der Film immerhin vier ab, darunter für den besten Film und die beste Hauptdarstellerin., und setzte sich gegen andere Favoriten durch.

Nun kann man sich natürlich immer darüber streiten, ob solche Siege verdient sind oder nicht. Zweifelsfrei ist es aber ein schöner Film, den Regisseur Bruce Beresford (Black Robe – Am Fluss der Irokesen) da gedreht hat. Er nimmt uns mit auf eine Reise in die 1940er und erzählt dabei von Themen, die damals wie heute relevant sind. So geht es in Miss Daisy und ihr Chauffeur beispielsweise um Rassismus und Antisemitismus. Auch wenn die zwei Hauptfiguren aus unterschiedlichen Welten kommen, gerade im Hinblick auf Bildung und Wohlstand, eint sie doch, dass sie in der damaligen Gesellschaft mit Anfeindungen leben müssen. Bei der Protagonistin kommt noch hinzu, dass sie in einem stark fortgeschrittenen Alter ist und diverse Gebrechen mit sich bringt. Wenn der Sohn über ihren Kopf hinweg bestimmt, dass ein Fremder sie fährt, ist das nachvollziehbar und aus einer guten Absicht heraus. Eine Bevormundung bleibt es dennoch.

Nicht tiefsinnig, aber schön

An manchen Stellen wird die Adaption des 1987 veröffentlichten gleichnamigen Theaterstücks von Alfred Uhry, der auch das Drehbuch geschrieben, durchaus nachdenklich. So muss die alte Dame ihre eigene Position überdenken und erkennen, dass sie vielleicht nicht alles weiß und die Welt komplexer ist, als sie es wahrhaben will. Leider verpasst es Miss Daisy und ihr Chauffeur, ihrem Gegenstück eine ähnliche Entwicklung zuzugestehen. Er macht keine wirkliche Veränderung im Laufe der anderthalb Stunden durch. Am Ende ist er älter geworden, hat durch seinen Fahrgast angefangen, lesen und schreiben zu lernen. Ein Erkenntnisgewinn ist aber nicht drin, da hat sich zu wenig getan.

Die größte Veränderung betrifft das Verhältnis der beiden: Herrscht anfangs noch Unverständnis bis Antipathie, verwandelt sich das im Lauf der Zeit in Freundschaft. Das Ergebnis mag nicht sehr anspruchsvoll sein, ist dafür aber wohltuend. Mehr als drei Jahrzehnte später hat der Film auch nicht von seiner Wirkung verloren, wenn Diskriminierung und gesellschaftliche Spaltung ein Problem geblieben sind. Da tut es doch irgendwie gut mitanzusehen, wie zwei Menschen zueinanderfinden und sich gegenseitig Halt geben. Miss Daisy und ihr Chauffeur ist dabei auch großes Schauspielkino, wenn die mit einem Oscar ausgezeichnete Tandy und der „nur“ nominierte Morgan Freeman sich gegenseitig die Bälle zuwerfen und uns daran glauben lassen, dass am Ende doch alles gut werden kann.

Credits

OT: „Driving Miss Daisy“
Land: USA
Jahr: 1989
Regie: Bruce Beresford
Drehbuch: Alfred Uhry
Vorlage: Alfred Uhry
Musik: Hans Zimmer
Kamera: Peter James
Besetzung: Morgan Freeman, Jessica Tandy, Dan Aykroyd, Patti LuPone, Esther Rolle

Bilder

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Miss Daisy und ihr Chauffeur
fazit
In „Miss Daisy und ihr Chauffeur“ schließen eine starrsinnige Witwe und ein schwarzer Chauffeur, der ihr aufgezwungen wird, mit der Zeit Freundschaft. Die Theaterstück-Adaption spricht wichtige Themen an, ohne diese zu sehr zu vertiefen. Dafür gibt es eine schöne Geschichte, die Mut macht, und ein exzellentes Schauspielduo.
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