Der Couch Trip
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Der Couch Trip

„Der Couch Trip“ // Deutschland-Start: 18. August 1988  (Kino) // 28. Mai 2026 (BluRay)

Inhalt / Kritik

John Burns (Dan Aykroyd) ist ein kleiner Gauner, der es dank einer kleinen List anstatt ins Gefängnis in eine Gefängnispsychiatrie geschafft hat, wo er auf Kriegsfuß steht mit seinem inkompetenten Arzt Dr. Lawrence Baird (David Clennon). Im weit entfernten Los Angeles hat ein anderer Psychiater, der erfolgreiche Radio-Doktor George Maitlin (Charles Grodin), gerade selbst gewaltige Probleme und braucht eine Auszeit. Damit ihm seine Stammhörer erhalten bleiben, soll sein Anwalt Harvey Michaels (Richard Romanus) einen Ersatzmann für die Moderation der Radioshow finden. Die Wahl fällt auf Dr. Baird, der abkömmlich scheint und aufgrund seiner Mittelmäßigkeit keine Gefahr darstellt, in seiner Vertretung populärer als Maitlin selbst zu werden. Als sich Michaels in der Klinik meldet, hat er allerdings John Burns an der Strippe, der die Gunst der Stunde nutzt, sich als Dr. Baird ausgibt und an dessen Stelle nach Los Angeles reist. Am Flughafen kommt ihm Aussteiger Becker (Walter Matthau) auf die Schliche, weswegen Burns dem Mitwisser ein Stück vom lukrativen Kuchen abgeben muss, um nicht aufzufliegen.

Von Irren und Ärzten

Als Michael Ritchies Film Der Couch Trip 1988 in die Kinos kam, entwickelte er sich rasch zu einem gewaltigen Flop. Nicht einmal die Produktionskosten von 19 Millionen US-Dollar konnte er seinerzeit wieder einspielen. Auch die Kritikermeinungen gingen bei dem Film weit auseinander, sprachen beispielsweise von einer „ganz schön dünnen Story“ (Leonard Maltin) oder „aufdringlicher Klamaukkomik“ (Kölnische Rundschau), andererseits aber auch von „spontanen, chaotischen Momenten und verrückten, einfallsreichen Takes“ (Film-Illustrierte) und einer insgesamt „pfiffig-prallen Psycho-Posse“ (Gong). Wenn man den Film nun mit knapp 40 Jahren Abstand zum ersten Mal sieht, kann man kaum umhin, als ihm noch immer einen hohen Unterhaltungswert zu attestieren, der auf einige wirklich gelungene Einfälle und das vorzügliche Spiel der Darsteller, insbesondere von Dan Aykroyd und Walter Matthau, zurückzuführen ist. Der Couch Trip ist auch heute noch eine gelungene Persiflage auf die Psychiater-Hörigkeit der US-Amerikaner und ein wunderbares Star-Vehikel, das den Fans des hier versammelten Ensembles gut anderthalb Stunden kurzweilige Unterhaltung bescheren dürfte.

Die dem Film zugrundeliegende Prämisse ist freilich nicht sonderlich originell, denn schon Jack Nicholson hatte im Oscar-prämierten Einer flog über das Kuckucksnest von Miloš Forman einen vermeintlich Irren gespielt, der in einer Psychiatrie die Unzulänglichkeiten der Ordnungshüter und die Menschlichkeit der vermeintlich „Kranken“ offenlegte. Im Gegensatz zu diesem seriösen Drama verfolgten Ritchie und seine drei Drehbuchautoren, die hier den Roman von Ken Kolb für die Leinwand adaptierten, allerdings ein anderes Ziel: Das Publikum sollte zum Lachen gebracht werden. Also eher der Ansatz, den auch Howard Zieff kurze Zeit später mit Das Traum-Team und Michael Keaton in der Hauptrolle verfolgte. Der Couch Trip ist ein voll und ganz auf seinen Hauptdarsteller Dan Aykroyd zugeschnittener Film. Der Star von Filmklassikern wie Blues Brothers und Ghostbusters – Die Geisterjäger, der 2013 in einem Interview öffentlich machte, dass er selbst auf dem autistischen Spektrum liegt und eine Asperger-Diagnose hat, ist die Idealbesetzung für den cleveren Scharlatan, der nicht nur die Justiz an der Nase herumführt, sondern sich auch in der Psychiatrie genügend Freunde macht, um spielend leicht türmen und die Identität seines Irrenarztes annehmen zu können. Dass ihm diese Rolle jeder abnimmt, spricht nicht gerade für die Branche.

Gesundes Selbstvertrauen

Aykroyds John Burns ist schlichtweg ein Mann mit einem gesunden Selbstvertrauen, wenn er selbst in zusammengeklauten Kleidern und ohne Ausweis immer spielend ans Ziel kommt. Auch den besten Freund und Anwalt „seines“ Auftraggebers hat er im Nullkommanichts um den Finger gewickelt und handelt eine erstaunliche Bezahlung für seine Urlaubsvertretung mit diesem aus. Der Einzige, der ihm bei seinem Schelmenstück wirklich gefährlich werden könnte, ist die Zufallsbekanntschaft vom Flughafen, die Walter Matthau ebenfalls wieder mit dem Schalk im Nacken zu verkörpern versteht. Hier treffen zwei Schlitzohren aufeinander, die sich ebenbürtig sind und zwischen denen deswegen schon relativ schnell klar ist, wie der Hase läuft: Matthau alias Donald Becker muss an den lukrativen Einkünften beteiligt werden, damit der Geldfluss nicht vorzeitig wieder versiegt. Aus dieser Zwangspartnerschaft zieht der Film einige seiner witzigsten Momente.

Es stimmt schon, dass Der Couch Trip vielleicht insbesondere im ersten Drittel etwas gagarm ist, aber etliche wirklich gelungene Einfälle im weiteren Verlauf des Films lassen spielend darüber hinwegsehen. Man denke nur an Walter Matthau, wie er mit Strohhalmen die Marmelade aus Donuts saugt oder die Komplikationen, die entstehen, wenn die Scharade aufzufliegen droht, als der echte Dr. Larry Baird von der Sache Wind bekommt und mit Auftraggeber Dr. Maitlin plötzlich gemeinsam auf der Matte steht, als John Burns alias „Dr. Larry Baird“ stellvertretend eine Auszeichnung für Dr. Maitlin entgegennehmen soll. Das mag in diesem Moment nicht sonderlich viel Niveau haben, versteht aber ausgezeichnet zu unterhalten und wurde von Michael Ritchie temporeich und wie eine gut geölte Maschine in Szene gesetzt.

Wer den Film noch nicht kennt, sollte also durchaus mal einen Blick riskieren, so schlecht wie sein Ruf ist er keineswegs. Bei Explosive Media hat man ihn nun erstmals auf BluRay veröffentlicht (parallel ist er beim Label auch noch einmal neu auf DVD erschienen). Das Bild (im Widescreen-Format 1,85:1) ist dabei sehr gut ausgefallen und überzeugt durch seine Schärfe und seine natürlichen Farben. Der Ton liegt in der deutschen Synchronfassung und der amerikanischen Originalversion jeweils im DTS HD Master Audio 2.0 Stereo vor, optional sind sowohl deutsche als auch englische Untertitel zuschaltbar. Die Extras umfassen eine mittelgroße animierte Bildergalerie (ca. 40 Motive) sowie den US-amerikanischen und den deutschen Kinotrailer zum Film.

Credits

OT: „ The Couch Trip“
Land: USA
Jahr: 1987
Regie: Michael Ritchie
Drehbuch: Steven Kampmann, Will Porter, Sean Stein
Musik: Michel Colombier
Kamera: Donald E. Thorin
Besetzung: Dan Aykroyd, Walter Matthau, Donna Dixon,  Charles Grodin, Richard Romanus, David Clennon, Mary Gross

Bilder

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Vielleicht insbesondere im ersten Drittel etwas gagarm, aber etliche wirklich gelungene Einfälle im weiteren Verlauf des Films lassen spielend darüber hinwegsehen. Eine gelungene Persiflage auf die Psychiater-Hörigkeit der US-Amerikaner und ein wunderbares Star-Vehikel, das den Fans des hier versammelten Ensembles gut anderthalb Stunden kurzweilige Unterhaltung bescheren dürfte.
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