Inhalt / Kritik

Beverly Hills Cop

„Beverly Hills Cop“ // Deutschland-Start: 4. April 1985 (Kino)

Mit Regeln hat es der Detroiter Polizist Axel Foley (Eddie Murphy) nicht so. Er handelt schon gerne mal auf eigene Faust und abseits der üblichen Regularien – was ihm bei der Arbeit nicht nur Freunde einbringt. Als sein alter Freund Mikey Tandino (James Russo) ermordet wird, setzt er sich deshalb ohne zu zögern über das Verbot seines Chefs hinweg, in der Sache selbst zu ermitteln. In Beverly Hills angekommen, setzt er sich gleich mit Jenny Summers (Lisa Eilbacher) in Verbindung, eine gemeinsame Freundin der beiden, und erfährt, dass Mikey für den Kunsthändler Victor Maitland (Steven Berkoff) tätig war. Fest davon überzeugt, dass darin der Schlüssel für den Mord liegen muss, beginnt er diesem hinterher zu schnüffeln. Doch erst einmal muss er dafür Sergeant John Taggart (John Ashton) und Detective Billy Rosewood (Judge Reinhold) abhängen, die dafür sorgen sollen, dass er keinen Unsinn macht …

Der Durchbruch einer Comedy-Legende

Als Stand-up-Comedian erfreute sich Eddie Murphy schnell großer Beliebtheit, sei es auf einer regulären Bühne oder im Rahmen des TV-Urgesteins Saturday Light Live. Zu einem weltweiten Star wurde er jedoch durch seine Filmkarriere. Die begann bereits glänzend: Sowohl Nur 48 Stunden wie auch Die Glücksritter waren größere Erfolge. War er dort jeweils noch die eindeutige Nummer zwei neben seinen berühmteren Kollegen Nick Nolte und Dan Aykroyd, ändert sich das 1984 mit Beverly Hills Cop. Die Actionkomödie um einen Polizisten, der auf eigene Faust einen Mörder jagt und damit alle zur Weißglut treibt, war seinerzeit in den USA ein Blockbuster, der selbst Kultfilme wie Ghostbusters – Die Geisterjäger und Gremlins – Kleine Monster hinter sich ließ. Zwei Fortsetzungen folgten später, an einer dritten wird noch immer gearbeitet.

Die Gründe für den Erfolg sind offensichtlich. Allen voran ist es Murphy selbst, der sich ohne jede Scham oder Respekt über alle anderen hinwegsetzt. Der auch keine Angst davor hat, sich mit allen anzulegen, sofern er damit seinem Ziel näherkommt. Die größte Waffe von Axel Foley ist dabei nicht etwa ein Schusseisen, wie man es bei anderen Polizisten aus Filmen kennt. Vielmehr ist es sein loses Mundwerk, das einem Maschinengewehr gleich jeden niedermäht, der sich ihm in den Weg stellt. Das muss nicht unbedingt immer zum Erfolg führen. Tatsächlich ist es auffällig, wie oft Foley in Beverly Hills Cop in brenzlige Situationen gerät, weil ein Plan nicht ganz durchdacht war oder er sich etwas zu sehr auf sein Improvisationstalent verlassen hat.

Gags ohne Rücksicht auf Verluste

Das von Murphy macht sich hingegen bezahlt. Auch wenn das Drehbuch offiziell von Daniel Petrie Jr. stammt, er hierfür sogar eine Oscar-Nominierung erhielt, soll so mancher Gag letztendlich auf seinen Hauptdarsteller zurückzuführen sein. Er ist es dann auch, weshalb Beverly Hills Cop tatsächlich Spaß macht. Die Energie und Präsenz, die der US-amerikanische Schauspieler hier an den Tag legte, ist mehrere Jahrzehnte später immer noch deutlich zu spüren. Andere Punkte sind hingegen weniger gut gealtert. So ist der Film vollgestopft mit problematischen Elementen, wie etwa einem fragwürdigen Polizeiverständnis oder auch homophoben Passagen – etwas, wodurch Murphy in den 80er Jahren häufiger mal auffiel.

Es ist nicht einmal so, dass der Film gezielt politische Korrektheit angreifen oder sich darüber lustig machen würde. Ebenso sind die satirischen Aspekte von Beverly Hills Cop letztendlich ziemlich zahm. Clever ist das hier zu keiner Zeit. Es geht mehr darum, sich von niemandem etwas sagen zu lassen und einfach sein Ding durchzuziehen. Das ist natürlich immer mit einem gewissen Unterhaltungsgrad verbunden, vor allem wenn wie hier mit starken Kontrasten gearbeitet wird. Gerade die Kombination Foleys mit dem phlegmatischen Taggart und einer für einen Polizisten geradezu unwirklichen Naivität, wie sie Rosewood beweist, sorgt für Lacher. Da werden einfach Leute zusammengeworfen, die so gar nicht auf Augenhöhe arbeiten und dennoch mit der Zeit zusammenarbeiten – das klassische Element einer Buddy Komödie eben. Ein bisschen versöhnlich muss man sich dann doch zeigen, das Publikum will es so.

Ein nostalgischer Spaß

Aber auch wenn das Rezept inzwischen so oft kopiert wurde, dass Beverly Hills Cop im Grunde nichts Besonderes mehr ist: Martin Brest (Rendezvous mit Joe Black) hat mit seiner Version des Konzepts einen der launigsten Vertreter dieser Sparte geschaffen. Hinzu kommt der Synthie-Soundtrack von Harold Faltermeyer, der sich bis heute weigert, wieder den Weg aus den Ohren einzuschlagen. Sofern man sich nicht an der Art Murphys stört, die manchmal etwas anstrengend sein kann, oder an den anderen Punkten, die in die Jahre gekommen sind, spricht nichts dagegen, sich mit dem Dampfplauderer ins Getümmel zu stürzen und gemeinsam mit ihm Verbrecher zu jagen. Auch wenn es dabei immer wieder lautstark rumst, der Film hat den nostalgischen Charme eines Films, dem irgendwie alles egal ist. Und das muss man schließlich auch erst einmal schaffen.

Credits

OT: „Beverly Hills Cop“
Land: USA
Jahr: 1984
Regie: Martin Brest
Drehbuch: Daniel Petrie Jr.
Musik: Harold Faltermeyer
Kamera: Bruce Surtees
Besetzung: Eddie Murphy, Judge Reinhold, John Ashton, Lisa Eilbacher, Ronny Cox, Steven Berkoff

Bilder

Trailer

Filmpreise

Preis Jahr Kategorie Ergebnis
Academy Awards 1985 Bestes Drehbuch Daniel Petrie Jr. Nominierung
BAFTA Awards 1986 Beste Musik Harold Faltermeyer Nominierung
Golden Globes 1985 Bester Film (Komödie oder Musical) Nominierung
Bester Hauptdarsteller (Komödie oder Musical) Eddie Murphy Nominierung

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Beverly Hills Cop
Ein unkonventioneller, starrsinniger Polizist schwört, den Mord an einem Freund aufzuklären und legt sich dabei auch mit den Kollegen an. Der Humor von „Beverly Hills Cop“ ist sicherlich nicht feinsinnig. Sofern man sich aber nicht den problematischen Stellen oder auch der Dampfplauder-Art von Eddie Murphy stört, macht die Blaupause späterer Buddy Movies noch immer Spaß – vom Kultsoundtrack ganz zu schweigen.
7von 10

Über den Autor

Chefredakteur

Habe schon als Kind mit großen Augen im Kino gesessen und Märchenfiguren, Sternenkrieger und andere Gestalten bewundert. Seit 2008 schreibe ich als freier Journalist über Kulturthemen, 2015 habe ich die Leitung der Seite übernommen. Sehe inzwischen rund 1000 Filme und Serien jedes Jahr und habe dadurch eine Vorliebe für die leiseren, ungewöhnlichen Geschichten entwickelt, die im Getöse gerne untergehen.

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