
Als die Polícia Judiciária von Fuseta eine Männerleiche mit einer wachsgetränkten Feder im Auge findet, ist Miguel Duarte (Anton Weil) davon überzeugt, dass es sich um das Werk eines Serienmörders handelt, der zuvor in Spanien Angst und Schrecken verbreitet hat. Während er nach Sevilla reist, um dort die Spur zu verfolgen, gehen Leander Lost (Jan Krauter), Graciana Rosado (Eva Meckbach) und Carlos Esteves (Daniel Christensen) der Sache erst einmal in Fuseta nach. Kurze Zeit später wird eine pensionierte Lehrerin getötet. Auf den ersten Blick sieht das nach einem tödlichen Einbruch aus. Doch Lost erkennt, dass noch mehr an der Geschichte dran ist. Und er soll recht behalten, denn der Mörder hat nicht das letzte Mal zugeschlagen …
Dritter Teil der Autismus-Krimis
Während manche Krimireihen im deutschen Fernsehen gleich mehrfach pro Jahr fortgesetzt werden, einige es inzwischen auf über 100 Filme bringen, da braucht es bei anderen etwas mehr Geduld. Eine hiervon ist Lost in Fuseta. Ein erster Teil wurde im September 2022 unter dem Titel Lost in Fuseta – Ein Krimi aus Portugal ausgestrahlt. Damals musste der Europol-Kommissar, der im Rahmen eines Austauschprogramms nach Portugal versetzt wurde, den Mord an einem Privatdetektiv aufklären. Rund anderthalb Jahre später gab es mit Spur der Schatten einen zweiten Fall, der sich um eine verschwundene Kollegin drehte. Noch etwas länger hat es gedauert, bis der deutsche Ausnahmepolizist mit Weiße Fracht ein drittes Mal sein kriminologisches Gespür unter Beweis stellen darf, erneut in Form eines Zweiteilers.
Die Vorlage hierfür liefert erneut ein Roman des bekannten deutschen Autors Holger Karsten Schmidt, der unter dem Pseudonym Gil Ribeiro die Geschichten von Lost erzählt. Wer die Bücher oder die beiden ersten ARD-Adaptionen gesehen hat, weiß bereits, was einen erwartet. So setzt Lost in Fuseta – Ein Krimi aus Portugal: Weiße Fracht erneut massiv auf die etwas andere Titelfigur. Deren Besonderheit ist, dass sie das Asperger-Syndrom hat, eine Form des Autismus. Im Film macht sich das durch eine zwischenmenschliche Unbeholfenheit bemerkbar, aber auch die Unfähigkeit des Protagonisten zu lügen. Vereinzelt hat das auch mal Auswirkungen auf den Job, in dem er brillant ist. Meistens ist das aber eher ein Gimmick, der Versuch einer Charakterisierung. Ob die humorvolle Note angemessen, darüber lässt sich streiten. Zuweilen nervt die Figur nur.
Schön langweilig
Das ist aber nicht die einzige Schwäche, die vom Vorgänger übernommen wird. Auch die Länge ist wieder problematisch. Natürlich ist es immer eine Herausforderung, einen Roman in anderthalb Stunden abzuhandeln. Drei Stunden sind hier aber doch zu viel. Lost in Fuseta – Ein Krimi aus Portugal: Weiße Fracht wird nie so wirklich spannend. Versucht wurde natürlich schon, Nervenkitzel beim Publikum zu verursachen. Es gibt mehrfach brenzlige Situationen wie Kämpfe oder auch eine Entführung. Aber es ist zu wenig, um einen Zweiteiler zu rechtfertigen. Zumal die Geschichte an sich auch nicht sonderlich interessant geworden ist. Teile werden so früh verraten, dass man nach dem vielversprechenden Einstieg nur noch wenig zu rätseln bekommt. Dass die Dialoge teilweise unnatürlich sind, macht die Sache nicht besser.
Dem Ensemble kann man dabei wenig Vorwürfe machen, sie versuchen schon, mit dem Material etwas Sehenswertes zu schaffen. Tatsächlich einen Blick wert ist Lost in Fuseta – Ein Krimi aus Portugal: Weiße Fracht aber nur der Bilder wegen. Die stachen auch bei den Vorgängern schon hervor, da sind reihenweise Aufnahmen dabei, die man sich auch gern als Standbild anschaut. Das reicht aber nicht aus, um sich einen ganzen Abend damit zu beschäftigen. Auch wenn es in dieser Reihe Ansätze gibt, die sie von anderen unterscheidet, das ist in der Form einfach zu schwach. Dennoch dürfte es mit der Reihe weitergehen. Verwertbaren Stoff gibt es auf jeden Fall genug, es liegen bereits vier weitere Romane vor.
OT: „Lost in Fuseta – Ein Krimi aus Portugal: Weiße Fracht“
Land: Deutschland
Jahr: 2026
Regie: Felix Herzogenrath
Drehbuch: Holger Karsten Schmidt
Vorlage: Gil Ribeiro (Holger Karsten Schmidt)
Musik: Sven Rossenbach, Florian van Volxem
Kamera: Dominik Berg
Besetzung: Jan Krauter, Eva Meckbach, Daniel Christensen, Anton Weil, Bianca Nawrath, Filipa Areosa, André Leitão, Maya Booth, Paulo Calatré, Konstantin Lindhorst
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