Havelland-Krimi – Hinter der Fassade TV Fernsehen ZDF Streamen online Mediathek Video on Demand DVD kaufen
© ZDF/Xiomara Bender

Havelland-Krimi: Hinter der Fassade

Havelland-Krimi – Hinter der Fassade TV Fernsehen ZDF Streamen online Mediathek Video on Demand DVD kaufen
„Havelland-Krimi: Hinter der Fassade“ // Deutschland-Start: 9. Mai 2026 (ZDF)

Inhalt / Kritik

Als eine Studentin ermordet wird, nehmen Staatsanwältin Dena Paulos (Dennenesch Zoudé) und Hauptkommissar Max Zeller (Jens Atzorn) die Ermittlungen auf. Eine Spur führt dabei zu Professor Fabian Brenner (Daniel Sträßer), den Paulos von einem früheren Fall gut kennt. Schon damals wurde ihm vorgeworfen, eine Studentin getötet zu haben. Er wurde jedoch aus Mangel an Beweisen freigesprochen und darf nun nicht mehr für diese Tat belangt werden. Umso wichtiger wäre es, ihm den neuen Mord eindeutig nachzuweisen. Doch obwohl Paulos keine Sekunde daran zweifelt, dass er der Täter ist, wird es nicht leicht, ihn diesmal wirklich zu überführen. Denn Beweise gibt es keine …

Auftakt einer neuen Krimireihe

Obwohl es nun nicht gerade an Krimiserien bzw. Krimireihen im deutschen Fernsehen mangelt, sind die Sender darum bemüht, immer noch neue aus dem Boden zu stampfen, damit auch ja mehrfach die Woche das Publikum bedient werden kann. In den letzten Monaten war es vor allem die ARD, die neue Teams an den Start geschickt hat, in der Hoffnung, dass diese gut ankommen. Aber auch das ZDF denkt voraus, für den unwahrscheinlichen Fall, dass doch mal eine Lücke entstehen könnte. Gerade erst war auf diese Weise Im Grunde Mord: Blutsbande zu sehen, wo zwei Geschwister den tödlichen Sturz eines Mannes aufklären mussten. Der Film war nicht überragend, man konnte ihn sich aber gut anschauen. Für Havelland-Krimi: Hinter der Fassade, einen weiteren potenziellen Auftakt für eine neue Filmreihe, gilt das nicht. Vielmehr ist das hier eine ziemliche Zumutung.

Dabei ist die Idee hinter dem Film eigentlich gar nicht so schlecht. So werden hier zwei Themen miteinander verknüpft, die beide für sich genommen wichtig sind. Das eine ist, dass jemand nicht für ein Verbrechen ein zweites Mal angeklagt werden kann. Prinzipiell ist das Stoff für Diskussionen, weil hier zwei Prinzipien im Wettstreit sind. Auf der einen Seite ist es natürlich schwer erträglich, wenn ein eindeutig schuldiger Mensch nicht belangt werden kann. Auf der anderen Seite braucht es aber Rechtssicherheit, dass ein Urteil tatsächlich endgültig ist und nicht nach Belieben wieder aufgehoben werden kann. Havelland-Krimi: Hinter der Fassade spricht diese Punkte an, macht daraus aber zu wenig. Am Ende macht man es sich auch sehr einfach, drückt sich einfach vor dem Dilemma.

Plump und unglaubwürdig

Und auch beim anderen Thema ist der Film alles andere als vielschichtig. Die Frage, ob der Mord an Frauen, ein sogenannter Femizid, ein anderer Tatbestand sein soll als andere Morde, wird derzeit heiß diskutiert. Anstatt sich aber damit wirklich zu beschäftigen, wird dann der Holzhammer ausgepackt. Havelland-Krimi: Hinter der Fassade ist keine Diskussionsgrundlage, sondern eine bloße Belehrung. Immer mal wieder wird Filmen des öffentlich-rechtlichen Fernsehen vorgeworfen, dass sie moralisieren und das Publikum einseitig vorschreiben, was sie zu denken haben. Der Vorwurf ist oft überzogen. Hier passt es aber, den Zuschauern und Zuschauerinnen wird offensichtlich nicht zugetraut, eigene Schlüsse zu ziehen. Also gibt es plumpe Dialoge ohne Ende, dazu noch stereotype Figuren. Der frauenhassende Professor ist eine einzige Karikatur.

Wenn der Film als Krimi überzeugen würde, ließe sich das vielleicht verschmerzen. Aber auch da zeigt er Mängel. So ist die Überführung am Ende richtig peinlich, da darf man wirklich gar keine Ansprüche an die Glaubwürdigkeit haben. Das Auftreten des Teams ist immer mal wieder auf befremdliche Weise unprofessionell. Und dann wird am Ende auch noch aus dem Nichts eine Lösung hervorgezaubert, ohne dem Publikum zuvor irgendwelche Hinweise zu liefern. Zwar neigen viele Genrebeiträge dazu, hier ist das aber besonders ausgeprägt – und zusammen mit den vielen anderen Mängeln ein Grund, Havelland-Krimi: Hinter der Fassade zu ignorieren. Mit etwas Glück tut das ZDF das im Anschluss auch, weitere Teile wären hier alles andere als eine gute Nachricht.

Credits

OT: „Havelland-Krimi: Hinter der Fassade“
Land: Deutschland
Jahr: 2026
Regie: Sabine Bernardi
Drehbuch: Anne Katrin Mascher, Krystof Hybl
Musik: Max Filges, Christoph Schauer
Kamera: Meret Madörin
Besetzung: Dennenesch Zoudé, Jens Atzorn, Linda Belinda Podszus, Anton Dreger, Nadja Engel, Daniel Sträßer, Bineta Hansen, Alessandro Schuster, Konstantin Lindhorst, Katy Karrenbauer

Bilder

Kaufen / Streamen

Bei diesen Links handelt es sich um sogenannte Affiliate-Links. Bei einem Kauf über diesen Link erhalten wir eine Provision, ohne dass für euch Mehrkosten entstehen. Auf diese Weise könnt ihr unsere Seite unterstützen.




(Anzeige)

Havelland-Krimi: Hinter der Fassade
fazit
In „Havelland-Krimi: Hinter der Fassade“ wird eine Studentin ermordet, dringend tatverdächtig ist ein Professor, der früher schon mal angeklagt wurde. Die Themen des Films sind wichtig, die Umsetzung jedoch grauenvoll. Hier ist vieles plump und ohne Differenzierung, die Figuren sind furchtbar, auch als Krimi funktioniert das nicht.
Leserwertung89 Bewertungen
2.9
3
von 10