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Der gute Bulle: Friss oder stirb

Der gute Bulle Friss oder stirb
„Der gute Bulle: Friss oder stirb“ // Deutschland-Start: 26. April 2019 (arte)

Inhalt / Kritik

Als ein Polizist, der undercover in der Drogenszene unterwegs ist, während seines Einsatzes getötet wird, soll Fredo Schulz (Armin Rohde) den Fall aufklären. Seine Begeisterung hält sich in Grenzen, schließlich hat er noch mit seiner eigenen Alkoholsucht zu kämpfen und will deshalb mit dem Thema nichts zu tun haben. Außerdem haben er, Milan Filipovic (Edin Hasanovic) und Lola Karras (Nele Kiper) noch ein weiteres Problem: Es scheint eine undichte Stelle bei ihnen zu geben. Und so soll in Zukunft die ehemalige Drogenverkäuferin Dakota (Almila Bagriacik), die gerade noch im Gefängnis sitzt, in Zukunft ihr Spitzel sein. Aber die Gefahr ist groß, ist der tatverdächtige Gangster Haifa Moussa (Murathan Muslu) doch ebenso skrupellos wie brutal …

Rückkehr des kaputten Polizisten

Bei vielen Krimireihen ist man es inzwischen gewohnt, dass sie mehrfach pro Jahr fortgesetzt werden, entsprechende Einschaltquoten natürlich vorausgesetzt. Denn dadurch soll die Fanbase dazu konditioniert werden, jedes Mal automatisch einzuschalten. Was man kennt, das kennt man. Bei Der gute Bulle ist da anders. Obwohl der im September 2017 ausgestrahlte Film von mehr als sechs Millionen Zuschauern und Zuschauerinnen gesehen wurde, was für einen Einstand durchaus beachtlich ist, dauerte es im Anschluss anderthalb Jahre, bis mit Friss oder stirb ein zweiter Teil kam. Da dürften so manche in der Zwischenzeit schon wieder vergessen haben, dass da überhaupt ein Film war. Ganz zu schweigen davon, wer die Leute sind und wie ihre Geschichten aussehen.

Wobei ein Vorwissen für den Film natürlich nicht notwendig ist. Wie im Krimifach üblich, steht der Fall hier für sich. Und auch bei den Figuren erfährt man früh genug, was es zu wissen gibt, gerade über Schulz. Der Titel der Reihe dürfte dabei bei vielen Assoziationen an den Gegensatz guter Bulle und böser Bulle wecken, was gern mal bei Verhörmethoden zum Einsatz kommt. Bei Der gute Bulle: Friss oder stirb spielt das aber keine Rolle. So ist die Einteilung in gut und böse hier ein wenig schwierig, wenn sogar bei den Polizisten selbst einiges im Argen liegt. Dass unser Protagonist völlig kaputt ist, das erkennt man auch ohne jegliches kriminologisches Talent. Und dann wäre da auch noch der korrupte Kollege.

Kein Krimi für Rätselfans

Wer das schwarze Scharf unter den grauen ist, das ist dabei kein wirkliches Geheimnis. Überhaupt ist Der gute Bulle: Friss oder stirb kein Krimi, den man sich anschaut, um möglichst viel rätseln zu können. So beginnt der Film mit der Szene, in der der Undercover-Ermittler getötet wird. Wer der Täter ist, das wird gleich mit gezeigt. Offene Fragen? Gibt es kaum. Spannend ist der Film zuweilen aber schon. Dass dieses Milieu sehr gefährlich, weiß das Publikum schließlich. Regisseur und Drehbuchautor Lars Becker (Alles auf Rot, Wahrheit oder Lüge) nutzt dieses auch ausgiebig. Sein Ausflug in die Welt der Drogen fordert mehr als nur ein Opfer. Das wird hier teilweise so tragisch, dass das befriedigende Gefühl, das sich am Ende eines Krimis meistens ergibt, wenn das Gesetz triumphiert, nicht wirklich zum Tragen kommt.

Ansonsten ist die Geschichte eher weniger erwähnenswert. Becker versucht nicht wirklich, innerhalb des Rahmens irgendwie anzuecken. Aber dafür sorgt das Ensemble in Der gute Bulle: Friss oder stirb für Akzente. Armin Rohde (Contagion) überzeugt als eigensinniger, haltloser Polizist. Murathan Muslu wiederum gibt wie in Tatort: Angezählt den brutalen Gangster, der physisch wie psychisch alle bedroht, die in seine Nähe kommen. So ganz wird die Konstellation am Ende zwar nicht genutzt, da wäre schon noch mehr drin gewesen. Aber es reicht in Kombination mit der überraschend großen Konsequenz beim tödlichen Miteinander für einen soliden Film, der wieder anderthalb Jahre später mit Nur Tote reden nicht eine Fortsetzung erhielt, die erneut ziemlich bitter war.

Credits

OT: „Der gute Bulle: Friss oder stirb“
Land: Deutschland
Jahr: 2019
Regie: Lars Becker
Drehbuch: Lars Becker
Musik: Hinrich Dageför, Stefan Wulff
Kamera: Wedigo von Schultzendorff
Besetzung: Armin Rohde, Edin Hasanovic, Nele Kiper, Almila Bagriacik, Murathan Muslu, Sascha Alexander Gersak, Michael Maertens, Vincent Krüger

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Der gute Bulle: Friss oder stirb
Fazit
„Der gute Bulle: Friss oder stirb“ ist ein solider Krimi um Drogengeschäfte und korrupte Polizisten. Zu rätseln gibt es hier nicht viel. Dafür sorgt das gute Ensemble in der überraschend düsteren Geschichte, die viele Opfer nach sich zieht, für Spannung.
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