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Seit mehr als drei Jahrzehnten ist das Braunschweig International Film Festival nun schon Teil der deutschen Filmlandschaft. Doch Niedersachsens ältestes Filmfest wird nicht müde, nach aufregenden Perlen im Meer aus Mittelmäßigkeit zu suchen. Dabei spielt es keine Rolle, ob diese Werke kurz oder lang sind, aus Deutschland oder aller Welt stammen. Selbst für ältere Beiträge ist man im Norden immer offen – Hauptsache, es taugt was. Denn gegründet wurde es 1987, weil einigen Filmfans das Angebot der Stadt einfach nicht genug war.

Ob das Festival diesem eigenen Anspruch noch immer gerecht werdet, das könnt ihr ab dem 5. November 2018 erfahren. Dann nämlich startet die nunmehr 32. Ausgabe mit insgesamt 206 Kurzfilmen und 110 Langfilmen im Gepäck. Eine ganze Reihe davon werden in Braunschweig erstmals zu sehen sein, allein 57 Deutschland- und 12 Weltpremieren stehen an. Die kennen wir natürlich selbst auch noch nicht alle. Ein paar Tipps haben wir aber schon, was ihr euch nicht entgehen lassen solltet.

Ganz große Augen darf das Publikum beispielsweise bei Birds of Passage und November machen, die unterschiedlicher nicht sein könnten – das eine ist ein surrealer Drogenthriller in Kolumbien, das andere ein estnisches Märchen –, jeweils aber fantastische Bilderwelten für euch bereithalten. Weitere Höhepunkte sind der albtraumhafte Tanzrausch Climax, das nachdenkliche Endzeitdrama In My Room und die gefeierte Transgender-Selbstsuche Girl. Aber auch der kenianische Doppelpack lohnt sich: Rafiki erzählt von einer verbotenen lesbischen Liebe in Nairobi, das herzerweichende Supa Modo nimmt uns mit in ein kleines Dorf und erzählt von den letzten Wochen eines todkranken Mädchens. In Sibel wird es ebenfalls dörflich, wenn wir einer 25-jährigen Türkin begegnen, die auf Traditionen pfeift – wortwörtlich. Und auch in der Schweizer Sensation Blue My Mind wird eine junge Frau ihren Platz in der Welt suchen müssen, mit teils monströsen Auswirkungen.

Dazu gibt es wie immer ein bisschen was drumherum, beispielsweise Wettbewerbe, Konzerte, Partys und interessante Gespräche mit Künstlern, darunter mit dem Komponisten Irmin Schmidt und der französischen Schauspielerin und Regisseurin Sandrine Bonnaire, die dieses Jahr mit dem Europa-Preis ausgezeichnet wird. Das vollständige Programm und weitere Infos findet ihr auf www.filmfest-braunschweig.de.

Unsere Rezensionen vom Filmfest Braunschweig 2018

Braunschweig International Film Festival 2018 (5. – 11. November 2018)
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