Bungee-Jumping ist ja schon unter regulären Bedingungen ein nicht ganz ungefährliches Vergnügen. Das aber zu machen in einer Häuserschlucht, in der gerade Menschen tanzen? Das ist schon mehr als fahrlässig. Aber zum Glück ist Fest ja auch „nur“ ein Animationsfilm. Ein sehr seltsamer jedoch. Eine tatsächliche Geschichte erzählt Nikita Diakur da nicht. Es laufen Figuren herum, die wir aber nicht kennen, nicht kennenlernen, die in den drei Minuten auch kein Wort sagen. Es ist zum Teil nicht einmal wirklich zu erkennen, was sie genau da tun. Wäre da nicht der Titel des Films und irgendwann ein entsprechender Banner, der sich über die Straße zieht, das hier hätte ebenso gut ein einfacher Bug sein können.

Die Optik ist nämlich ebenfalls sehr eigenwillig, besteht aus Vektorfiguren, die zum Teil Menschen ähneln, teilweise aber auch fremdartige Interpretationen darstellen – nicht zuletzt wegen der fädenartigen Haare. Begleitet wird das Ganze von rhythmischen Elektroklängen, die Fest eher wie ein Musikvideo wirken lassen. Interessant ist dabei, dass Diakur das Geschehen aus mehreren Perspektiven wiederholt, wir manches erst erkennen, nachdem es uns einmal anders vor Augen geführt wurde. Der Kurzfilm, der dieses Jahr von Festival zu Festival weitergereicht wird, gleicht so einem faszinierenden Rausch, von dem zwar nicht allzu viel zurückbleibt, der einen für einen kurzen Moment aber doch aus der Fassung bringt.

Fest
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Fest
Menschen tanzen auf der Straße, es gibt Hot Dogs, dazu gefährliche Aktionen auf den Dächern – der experimentelle Kurzfilm nimmt uns mit auf ein Straßenfest, das inhaltlich genügsam, dafür aber optisch ungewöhnlich ist. Ein faszinierender Rausch, befeuert durch fremdartige Figuren und unaufhörlich treibende Beats.
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