Protector
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Protector

Protector
„Protector“ // Deutschland-Start: 26. August 2026 (Amazon Prime Video)

Inhalt / Kritik

Viele Jahre hat Nikki (Milla Jovovich) für das Militär gearbeitet und sich dabei in unzähligen Kämpfen bewiesen. Doch das wollte sie nach dem Tod ihres Mannes hinter sich lassen und sich stärker um ihre Tochter Chloe (Isabel Myers) kümmern. Inzwischen ist diese 16 Jahre alt und hat einen starken Willen. Ihre Vernunft ist hingegen weniger stark ausgeprägt. Und so schleicht sie sich an ihrem Geburtstag davon, nur um dann in die Fänge eines Menschenhändlerrings zu geraten. Dessen Mitglieder haben aber die Rechnung ohne die Mama gemacht. Denn als Nikki realisiert, in welche Situation ihre Tochter geraten ist, setzt sie Himmel und Hölle in Gang, um die Teenagerin zurückzuholen. Und das bedeutet auch, jeden zu töten, der sich ihr in den Weg stellt …

Verherrlichung von Selbstjustiz

In vielen Filmen braucht es einen Antagonisten, gegen den die Hauptfigur antreten kann. Nur muss dieser auch irgendwie etabliert werden. Da das mit den nationalen Feindbildern inzwischen etwas schwierig geworden ist, sich viele Drehbücher aber auch nicht die Arbeit machen wollen, ein Gegenüber selbst definieren zu müssen, bleiben aktuell vor allem zwei Möglichkeiten, die quasi immer gehen. Das eine sind Terroristen, das andere Menschenhändler. Bei beiden können sich die meisten darauf einigen, dass sie böse sind. Letztere haben inzwischen in Filmen Hochkonjunktur: Ob Mutiny, The Furious oder Sound of Freedom, das Motiv taucht derzeit in regelmäßigen Abständen in Actionthrillern auf. Mit Protector schafft es nun das nächste Werk zu uns, in dem es die Hauptfigur mit einem solchen Menschenhändlerring zu tun bekommt.

Im Grunde ist es aber auch egal, wer genau die Bösen hier sind. Schließlich verschwendet der Film keine Zeit damit, diese näher charakterisieren oder beschreiben zu wollen. Relevant ist nur, dass sie die Tochter haben. Streng genommen ist diese ebenso entbehrlich. Protector versucht am Anfang zwar schon, so etwas wie eine Familiengeschichte zu entwerfen. Ab dem Zeitpunkt der Entführung spielt diese aber keine Rolle mehr. Chloe ist nur noch ein Anlass dafür, dass sich Nikki durch Horden kämpft und dabei regelmäßig jemanden umbringt. Denn das kennen wir von solchen Actionthrillern: Gesetze werden ignoriert, das Töten gerechtfertigt, solange es nur die richtigen trifft. Selbstjustiz wird mindestens gebilligt, wenn nicht gar verherrlicht. Der Film feiert die Gewalt geradezu.

Gewaltrausch

Aber moralische Bedenken sollte man bei solchen Rache- und Befreiungsaktionen nicht haben. Allgemein sollte man nicht weiter über das nachdenken, was hier geschieht. Das geschah beim Verfassen des Drehbuchs ja auch nicht: Der Film ist mindestens unsinnig, wenn nicht völlig absurd. Soll es wohl auch sein. Regisseur Adrian Grünberg (The Black Demon, Rambo: Last Blood) setzt auf eine Art Gewaltrausch, der nicht nur die Protagonistin erfassen soll, sondern auch das Publikum. Hier heißt es, das Gehirn auszuschalten und sich der bald blutrot gefärbten Welle hinzugeben, die über die Mitglieder des Menschenhändlerrings hinwegfegt.

Wer sich davon mitreißen lassen kann, findet hier doch diverse Gewaltspitzen. Und irgendwie es ist schon beeindruckend, wie Milla Jovovich (Worldbreaker, In The Lost Lands) als wilde Furie wie entfesselt alles niedermäht, was ihr begegnet. Aber es ist dann doch ein bisschen wenig, um damit einen ganzen Film zu füllen. Protector ist letztendlich auch nicht mehr als einer dieser vielen B-Movies, welche ohne Ende produziert werden und die nach wie vor ein Publikum zu finden scheinen. Dass der Actionthriller hierzulande etwas versteckt als Video on Demand veröffentlicht wurde, passt wie die Faust aufs Auge. Der Selbstjustizrausch lässt sich zwischendurch konsumieren, ohne dass etwas davon im Gedächtnis bleiben würde.

Credits

OT: „Protector“
Land: USA
Jahr: 2025
Regie: Adrian Grünberg
Drehbuch: Bong-Seob Mun
Musik: Don Cherel, Sean Brennan
Kamera: Vern Nobles Jr.
Besetzung: Milla Jovovich, Isabel Myers, Manny Montana, Matthew Modine

Trailer

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Protector
fazit
In „Protector“ geht eine Ex-Soldatin über Leichen, um ihre Tochter aus den Fängen eines Menschenhändlerrings zu befreien. Die Geschichte ist wie bei solchen Selbstjustiz-B-Movies lächerlich bis fragwürdig. Dafür ist es schon irgendwie beeindruckend, wie sich Hauptdarstellerin Milla Jovovich diesem Gewaltrausch hingibt.
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