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Miss Austen Regrets

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„Miss Austen Regrets“ // Deutschland-Start: 15. Januar 2009 (DVD)

Inhalt / Kritik

Mit Liebe kennt sich Jane Austen (Olivia Williams) aus, hat sie doch mehrere Romane zu dem Thema geschrieben. Das sieht auch ihre Nicht Fanny Austen Knight (Imogen Poots) so, die ihrer Tante zahlreiche Fragen dazu stellt, in der Hoffnung, eines Tages die große Liebe erleben zu dürfen. Dummerweise ist Jane aber selbst nicht so wirklich erfahren darin. Zwar wurde ihr Jahre zuvor ein Antrag gemacht, den sie zunächst auch annahm. Doch ihre Schwester Cassandra (Greta Scacchi) war skeptisch, ob das wirklich so passt, weshalb Jane später doch einen Rückzieher machte. Seither ist sie allein, obwohl sie auf die 40 zugeht. Und je mehr sie über all das nachdenkt, umso mehr beginnt sie zu zweifeln, ob sie wirklich die richtige Entscheidung getroffen hat …

Spekulatives Biopic

Jane Austen gehört zweifelsfrei zu den bekanntesten Schriftstellerinnen aller Zeiten. Zwar schrieb sie nur eine Handvoll an Romanen, bevor sie bereits mit 41 verstarb. Doch die Geschichten um Liebe und unabhängige Frauen haben bis heute ein festes Publikum. Daran haben auch die regelmäßigen Verfilmungen ihren Anteil, siehe etwa Sinn und Sinnlichkeit (1995), Stolz & Vorurteil (2005) und Emma. (2020). Obwohl es aber naheliegend ist, sie anhand ihrer Werke als Meisterin der Romantik zu bezeichnen, war sie selbst nie verheiratet. Das klingt nach einem Widerspruch und ist Inhalt des britischen TV-Films Miss Austen Regrets, der sich 2008 genau mit dieser Frage auseinandersetzte: Wie kann jemand über Hochzeiten und Beziehungen schreiben, der selbst keine hatte?

Eine tatsächliche Antwort auf dieses mutmaßliche Paradoxon wird es wohl nie geben, auch weil Janes Schwester Cassandra aus nie geklärten Gründen zahlreiche Briefe zerstörte. Insofern bleibt auch bei Miss Austen Regrets nichts anderes übrig, als ein bisschen zu spekulieren und eigene Theorien anzubringen, diese dann mit realen Vorkommnissen aus der Biografie zu verknüpfen. Das Ergebnis ist dabei kein Psychogramm, welches genau herausarbeitet, was die Protagonistin zu ihren Entscheidungen veranlasst hat. Wer ein solches erwartet, der könnte enttäuscht sein. Wir haben aber auch keine Liebeskomödie wie Shakespeare in Love, die versucht, eine Art Meta-Unterhaltung aus dem Stoff zu machen. Es ist nicht einmal eine Auseinandersetzung mit Liebe und Heirat. Zumindest nicht so wirklich.

Das eigene Glück

Stattdessen handelt es sich um ein ruhiges Drama über eine Frau, die in den mittleren Jahren angekommen ist und sich plötzlich fragt: Habe ich das eigentlich so richtig gemacht? Hätte ich mein Leben anders gestalten sollen? Der Titel Miss Austen Regrets, vermutlich angelehnt an Cole Porters Evergreen Miss Otis Regrets, suggeriert dabei, dass die Protagonistin alles bereut. Ganz so eindeutig ist das aber nicht. Es sind eher Zweifel, die Jane mit sich herumträgt. Zweifel bezüglich ihres Liebeslebens, gerade im Hinblick auf den Antrag, den sie Jahre zuvor abgelehnt hat. Aber auch Zweifel in beruflicher Hinsicht. Denn obwohl Austen zu den meistgelesenen Autorinnen der Literaturgeschichte gehörte, seinerzeit hielt sich der finanzielle Erfolg in Grenzen. Auch weil Frauen damals nur in Ausnahmefällen Bücher schrieben. Das war eine reine Männerdomäne.

Der Film hat daher durchaus eine feministische Note, vergleichbar zu Austens Romanen. Die Bücher sind hier künstlerischer Ausdruck und Selbstbehauptung, ein Stück weit auch Lebensinhalt. Ob das eine bewusste Entscheidung war, das Schreiben an Stelle des eigenen Erlebens zu setzen, wird dabei nicht klar. Zumindest zeigt Miss Austen Regrets aber eine Frau, die nach einer Phase des Zweifelns ihren Frieden gefunden zu haben scheint. Deren Glück nicht darin bestand, Erwartungen zu bestätigen oder einem vorgefertigten Pfad zu folgen. Das mag am Ende vielleicht etwas beschönigend sein. Aber es ist doch ein inspirierender und zugleich angenehm zurückhaltender Film darüber, wie jemand auf eigene Weise Erfüllung fand.

Credits

OT: „Miss Austen Regrets“
Land: UK, USA
Jahr: 2008
Regie: Jeremy Lovering
Drehbuch: Gwyneth Hughes
Musik: Jennie Muskett
Kamera: David Katznelson
Besetzung: Olivia Williams, Imogen Poots, Greta Scacchi, Hugh Bonneville, Phyllida Law, Pip Torrens, Harry Gostelow, Samuel Roukin, Tom Hiddleston

Bilder

Trailer

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Miss Austen Regrets
fazit
In „Miss Austen Regrets“ befasst sich die Autorin von Liebesromanen damit, ob sie mit ihrem eigenen (Liebes-)Leben glücklich ist. Das zum Teil spekulative Drama ist dabei einerseits ambivalent, am Ende aber eine schöne Bestätigung dafür, dass man das Glück auch anderweitig finden kann.
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