
Mit ihren Videos über die Familie und ihren Alltag als Mutter hat Anke Scholz (Wolke Hegenbarth) zahlreiche Fans gewonnen. Das bringt ihnen gutes Geld ein, den Sponsoren sei Dank. Sohn Fabian (Arthur Gropp) ist allerdings wenig begeistert davon, ständig im Internet aufzutauchen. Vor allem ein peinliches Video, das ihn als Faulenzer zeigt, ist dem 17-Jährigen ein Dorn im Auge, hat es ihn doch seine Stelle als Auszubildender gekostet. Das Video muss weg, das ist klar. Und da die Mumfluencerin kein Interesse daran hat, diesem Wunsch nachzugehen, wendet sich der Jugendliche hilfesuchend an Eva Schatz (ChrisTine Urspruch). Diese ist auch bereit, ihn als Anwältin vor Gericht zu vertreten. Aber auch privat geht es mal wieder hoch her, weil Lili (Lola Höller), die Tochter ihres Partners Hanno Bertram (Wolfram Grandezka), sich um ein Simulationsbaby kümmern muss …
Medialer Ausverkauf
Viel Stoff bei Einspruch, Schatz!. Nachdem die ersten beiden Staffeln der ARD-Komödienreihe zwei bzw. drei Filme enthielten, sollen es bei der dritten Staffel sogar vier sein. Fans bekommen also richtig viel zu tun. Los ging es vergangene Woche mit Hundeliebe, wo das tierische Erbe einer Frau für Ärger bei der Familie sorgt. Mit Einspruch, Schatz!: Kindersegen geht die besagte Staffel dann in die zweite Runde und präsentiert einen neuen Fall der engagierten Rechtsanwältin. Tiere gibt es diesmal keine. Stattdessen dreht sich der siebte Film der Reihe – der Titel nimmt es bereits vorweg – um Nachwuchs. Und das in den verschiedensten Formen, von real über potenziell bis zu simuliert.
Der wichtigste der Stränge betrifft dabei die juristische Geschichte und damit den Streit innerhalb der Familie. An dieser Stelle findet die Reihe ihren Hang zu gesellschaftlichen Themen zurück, den sie in den ersten beiden Staffeln immer wieder gezeigt hatte, vergangene Woche aber fehlte. Genauer befasst sich Einspruch, Schatz!: Kindersegen mit sozialen Medien und dem Phänomen der Mumfluencer. Frauen also, die ihr Mutterdasein zum Markenkern machen. Davon kann man halten, was man will. Der Film selbst kritisiert dieses Phänomen nicht grundsätzlich, wohl aber die konkrete Ausführung. Nicht nur, dass alles vorgetäuscht ist, der vorgebliche Blick auf den Alltag also eine Lüge ist. Schlimmer noch ist, dass die Familie gezwungen wird, bei diesem Ausverkauf mitzumachen und kein Mitspracherecht hat. Dass das nicht geht, dürfte allen einleuchten.
Oberflächlich, mit anstrengendem Humor
Einspruch, Schatz!: Kindersegen macht es sich dann auch relativ einfach, arbeitet mit einem recht schematischen gut und böse. Zwar betont die Mutter immer wieder, dass die Familie letztendlich von ihrer Arbeit lebt, was als Argument nicht von der Hand zu weisen ist. Die Figur selbst wird aber als selbstbezogene und zutiefst unsympathische Person dargestellt. Eine wirkliche Auseinandersetzung mit dem Thema kann so natürlich nicht stattfinden. Die beiden anderen Stränge sind dafür sowieso nicht geeignet. Da geht es um die Beziehung von Lili, die schon beim letzten Mal angesprochen wurde, sowie eine mutmaßliche Schwangerschaft. Beides hätte man vertiefen können, wird hier aber primär der Unterhaltung wegen eingebaut. Das Publikum soll über das erneute Chaos lachen.
Leider klappt das mal wieder nicht. Auch wenn die Situationen und die Figuren gern mal überzeichnet sind, ist das nicht unbedingt mit Humor gleichzusetzen. Zumindest nicht mit einem, der einen auch wirklich unterhält. Manchmal ist das anstrengend, oft eher langweilig. Die oft unnatürliche Protagonistin macht die Sache nicht besser. Aufgrund des relevanten und ungewöhnlichen Szenarios ist Einspruch, Schatz!: Kindersegen schon noch einen Blick wert. Fans können sowieso reinschauen. Neue Fans wird man hiermit aber kaum gewinnen. Die nächste Folge Kavaliersdelikt versetzt die Anwältin in eine besonders pikante Situation: Sie soll gestohlen haben und muss sich nun selbst verteidigen.
OT: „Einspruch, Schatz!: Kindersegen“
Land: Deutschland
Jahr: 2026
Regie: Josh Broecker
Drehbuch: Torsten Lenkeit
Musik: Martina Eisenreich
Kamera: Christoph Iwanow
Besetzung: ChrisTine Urspruch, Wolfram Grandezka, Karmela Shako, Jochen Busse, Tatja Seibt, Lola Höller, Edgar Emil Garde, Maximilian Brunn, Stephan Grossmann, Benedikt Kalcher, Wolke Hegenbarth, Christoph Letkowski, Arthur Gropp, Smilla Inga Kaschel
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