Hamlet – All That Live Must Die 2025
© Universal Pictures/Parisa Taghizadeh

Hamlet – All That Live Must Die

Hamlet – All That Live Must Die 2025
„Hamlet – All That Live Must Die“ // Deutschland-Start: 13. August 2026 (Kino)

Inhalt / Kritik

Es ist noch gar nicht so lange her, dass der aus einer sehr reichen Unternehmerfamilie stammende Hamlet (Riz Ahmed) seinen Vater (Avijit Dutt) verloren hat. Umso größer ist die Überraschung, als sein Onkel Claudius (Art Malik) verkündet, Hamlets Mutter Gertrude (Sheeba Chaddha) heiraten zu wollen. Hamlet ist alles andere als begeistert davon, es widert ihn geradezu an. Hinzu kommt, dass er meint, den Geist seines Vaters zu sehen. Dieser behauptet, dass er ermordet wurde, ausgerechnet von Claudius, und sein Sohn diesen Mord rächen muss. Ophelia (Morfydd Clark) hält nichts von dieser Vision, sieht in der Trauer ihres Kindheitsfreundes den Grund für seine Vision. Doch der will es genau wissen und stellt seinem Onkel eine Falle …

Eigenwillige Adaption des Klassikers

Von den vielen Stücken, die William Shakespeare seinerzeit geschrieben hat, gehört Hamlet sicherlich zu den bekanntesten. Einige Zitate sind so verbreitet, dass man sie selbst dann aufsagen kann, wenn man das Stück selbst nie gesehen hat. Kein Wunder also, dass immer wieder Filme gedreht werden, die auf die eine oder andere Weise die Geschichte aufgreifen. Und doch war es etwas kurios, wie im Herbst 2025 gleich drei Filme innerhalb einer Woche Weltpremiere feierten, die alle mit dieser Vorlage arbeiteten. Während das für mehrere Oscars nominierte Hamnet die fiktionale Entstehungsgeschichte des Klassikers erzählte, versetzte der Anime Scarlet die Handlung in eine Fantasy-Unterwelt. Da ist Hamlet – All That Live Must Die fast schon die traditionellste Adaption des Theaterstücks um Verrat, Rache und Wahnsinn.

Das heißt aber nicht, dass man nicht auch hier eigene Wege geht. So verlegte man das Setting von Dänemark zu Zeiten der Renaissance ins heutige London. Der Protagonist ist nicht mehr weiß, sondern südasiatischer Abstammung. Dessen Familie ist nun auch nicht mehr adlig, sondern genießt durch erarbeiteten Reichtum Ansehen, statt Königshaus ist Unternehmertun angesagt. Während diese Elemente hinzugekommen bzw. abgewandelt wurden, wurde an anderen Stellen der Rotstift angesetzt. Hamlet – All That Live Must Die hat beispielsweise mehrere Figuren gestrichen, darunter Horatio. Auch beim Text wurde einiges gestrichen, um auf eine Laufzeit von unter zwei Stunden zu kommen. Ein puristisches Publikum wird damit womöglich wenig glücklich sein, der Film ist aus mehreren Gründen gewöhnungsbedürftig.

Zwischen überwältigend und zäh

Zu sagen hat das Drama, das auf dem Telluride Film Festival 2025 Weltpremiere hatte, aber auch so einiges. Die Sache mit dem Unternehmen bringt beispielsweise noch eine gesellschaftliche Note hinein, wenn die Baufirma dafür berüchtigt ist, einfache Wohnungen in Luxusanwesen umzuwandeln, womit dann die ärmere Bevölkerung an den Rand gedrängt wird – das sehr aktuelle Thema Gentrifizierung eben. Andere Punkte sind dafür zeitlos, wenn es um die Beziehungen der Figuren geht und die Frage, wie mit dem Unrecht verfahren werden soll. Hamlet – All That Live Must Die hat das alles beibehalten sowie die Tragik der Geschichte. Wer diese kennt, weiß, wie das alles mit der Zeit eskaliert, die Situation sich zuspitzt, auf eine brutale Weise, nach der nichts mehr so ist, wie es einmal war.

Regisseur Aneil Karia (Surge) gelingt es in den besten Momenten auch, gerade diesen emotional-gewalttätigen Teil zu veranschaulichen. Da sind einige Szenen dabei, die geradezu überwältigend sind. Und das vor allem wegen des Hauptdarstellers: So gewagt es war, Riz Ahmed (The Negotiator) für diese Rolle zu besetzen, so sehr zahlt sich das am Ende aus. Er trägt den Film überwiegend im Alleingang als labiler Thronfolger, bei dem man gar nicht so genau sagen kann, ob er sich das alles nur einbildet oder nicht, und der überall fehl am Platz wirkt. Auch wenn sich Hamlet – All That Live Must Die zwischenzeitlich etwas zielt und die starke Fokussierung dazu führt, dass einiges auf der Strecke geblieben ist, ist es doch erfreulich, dass das Drama relativ kurzfristig doch noch seinen Weg nach Deutschland findet.

Credits

OT: „Hamlet“
Land: UK
Jahr: 2025
Regie: Aneil Karia
Drehbuch: Michael Lesslie
Vorlage: William Shakespeare
Musik: Maxwell Sterling
Kamera: Stuart Bentley
Besetzung: Riz Ahmed, Morfydd Clark, Joe Alwyn, Sheeba Chaddha, Avijit Dutt, Art Malik, Timothy Spall

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Hamlet – All That Live Must Die
fazit
„Hamlet – All That Live Must Die“ verlegt die Handlung des Klassikers ins heutige London, wo ein Unternehmersohn den mutmaßlichen Mord an seinem Vater rächen will. Die Adaption hat einiges aus der Vorlage rausgestrichen, was zu einer Vereinfachung führt. Aber da sind einige starke Momente, die von der Darstellung Riz Ahmeds leben.
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